Aus aktuellem Anlass ...
© Christian Jakimowitsch
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... und dann ist auch gut.

Europäischer Fischotter (Lutra Lutra). Der Zweite den ich überhaupt in meinem Leben sehen konnte, den Ersten konnte ich vor ein paar Jahren am Darßer Ort im Morgengrauen beobachten, Ich erinnere mich, da standen Thomas, Steffen und Olli (ich glaube Kai war auch mit) neben mir. Das Tier auf dem Bild hier wurde NICHT angelockt.

In Deutschland gibt es schätzungsweise 700 Fischotter (die Zahl sollte aber höher sein), die Tiere sind überwiegend nachtaktiv (die wurden ja auch wie blöd bejagt) und die Reviere sind zum Teil so riesig, so dass man nicht wirklich sagen kann wo mal Einer auftaucht. In der Region, wo ich das Tier fotografieren konnte, hatte ich die Information bekommen, dass dort ein Fischotter am Tage zufällig gesichtet wurde. Ich hab mir aber nie irgendwelche Illusionen gemacht.

Zum Hintergrund der Aufnahme, auch wenn es Einige nicht interessiert:
Der Otter wurde an einer Stelle fotografiert an der ich immer wieder Seeadler beaobachten konnte (Badestelle der Vögel). Ich habe im Dezember 2013 wegen der Seeadler dort ein Hide eingerichtet. Ein einfaches Tarnzelt, darüber ein Tarnnetz, das Tarnnetz zusätzlich mit Vegetation abgetarnt (da hatte die Zeit bei der Bundeswehr wenigstens noch was Gutes) und von innen Bw Tarnschal mit Klett befestigt. Abgespannt und sturmsicher gemacht. In den Zeiten, wo das Versteck nicht genutzt wurde, wurde eine Objektivattrappe verwendet.
Im Februar 2014 kamen die ersten Seeadler (ohne Luder), für ca. 1-2 Minuten. Die Bilder waren eher mau, aber zumindest ohne Beeinflussung. Danach kam erstmal gar nichts mehr, schätzungweise war ich 10-15 mal dort. Während der Brutzeit habe ich die Stelle gemieden. Ab August 2014 habe ich dort weiterfotografiert und nach mehreren Ansitzen kam ein Jungadler aus dem Jahr und zwar so regelmäßig (zum Baden und betteln anch Futter bei den Elterntieren), dass man die Uhr danach stellen konnte. Mit regelmäßig meine ich ca. jeden 3. Ansitz. Ich war ca. 10 mal dort. Ab Oktober war gar nichts, im November ebenfalls Null und im Dezember - nach einem Jahr - zeigte sich für ca. 5 Minuten eine Otterfamilie (3 Tiere) und eine halbe Stunde später ein Altadler und zeitgleich ein Fuchs. Von Dezember bis Januar kam gar nichts mehr und ich habe anschließend das Versteck abgebaut, natürlich so, dass nichts zurückbleibt.

Ein Ansitztag im Winter sah im schlimmsten Fall so aus: 4.30 Uhr aufstehen, 5.00 Uhr Autobahn, noch vor 6 das Auto abstellen, danach das erste Stück (2 km) auf Wegen im Dunkeln und anschließend Off-Road ungefähr 1.5 km durch Erlenbruchwald und Stellen, wo das Grundwasser relativ hoch liegt. Die Gefahr bestand darin, dass man sich verläuft, so dass ich mir Wegmarken merken musste (Bäume) und am Anfang oft mit dem IPhone navigierte (da war zumindest immer noch Edge Netz). Ein versehentliches Verlassen des Weges hätte dazu führen können, dass man im Moor landet und weg ist. Die letzten 500 Meter ohne Licht, da man die Tiere nicht aufschrecken will. Bei Vollmond und bei Schnee im Winter kann man herrlich durch den Wald gehen und braucht keine Lampe. Dann erstmal umziehen, da man sonst schnell friert, so ein 500er und ein Stativ mit Sachtler Kopf wiegt Einiges. Das Zelt hatte eine Grundfläche von 1,5 x 1,5 Meter und man kann nicht darin stehen. D.h. es ist wirklich sehr eng. Eine Toilette hat es auch nicht, Pipi machen geht daher eher schlecht, deshalb sollte man auch mit Bedacht trinken. Übrigens hat so ein Zelt auch kein WLan und keine Fußbodenheizung, was zur Folge hat, dass ich meine Schuhe anbehalten muss (übrigens die Stelle wo zuerst Kältebrücken entstehen). Ich bin sehr ausdauernd und bin meisten von 7.30 bis 15.00 Uhr im Zelt gesessen, danach musste ich mich oft beeilen, da ich mein Kind aus er Kita abholen musste. Oft saßen die Seeadler über mir im Baum und man konnte ihren Morgenruf (das machen sie jeden Morgen zur Begrüßung) hautnah miterleben. Kamen aber fast nie runter. 2 Eisvögel kamen im Sommer oft vorbei und saßen manchmal auf dem Zelt. Ansonsten viele Kormorane und im Winter Singschwäne. Einmal ein Reiher. Bild kann ich mal einstellen.

Ergebnis: ca. 20-30 Aufnahmen, davon 5-10 Gute, 2-3 sehr Gute. Eine Schulterverletzung nach Sturz beim Klettern über einen Baumstamm im Winter, eine Hornhautverletzung beim Rückweg im Dunkeln (der Sch...sszweig fand trotz Brille den Weg zum Auge) und aktuell ziemliche Knieprobleme. Davon abgesehen hält mich mein Umfeld mittlerweile nicht mehr für ganz richtig. Trotzdem würde ich es jederzeit so machen, da es ein Eintauchen in die Natur ist, das man in kommerziellen Hides so niemals finden wird. Der Lerneffekt ist unbezahlbar. Und die Stunden, so wie Thomas sehr treffend schrieb, sind mit nichts zu vergleichen. Unbeschreiblich das Gefühl, wenn man durch den halben Zentimeter Tarnnetz den ersten Adler sieht und man weiß, der kam freiwillig.

Ich will jetzt hier keine Anerkennung (oder Mitleid ;-)) , ich weiß, dass es einige Fotografen gibt, die einen noch größeren Aufwand betreiben. Habe deswegen das Bild auch aus Wettbewerben genommen.
Aber, bei den Anmerkungen unter dem anderen aktuell hier gezeigten technisch sehr guten Otterbild (so á la "das ist sicherlich trotzdem ganz schön schwer"), wusste ich teilweise nicht, ob ich heulen oder lachen sollte. Ja klar, Karaoke Singen ist auch relativ schwer, genauso wie Malen nach Zahlen. Das ist alles immer relativ. Meine Erfahrung in kommerziellen Hides ist, dass es überwiegend viel viel leichter ist. Und erhebich komfortabler, das fängt schon beim Begehen des Verstecks an. Und ich war noch nicht mal in den besten Verstecken. Wie gesagt ich freue mich trotzdem immer wieder, wenn ich z.B. bei Fred Bollmann im Ostuferversteck bin. Vllt. können jetzt Einige jetzt den Ärger der Fotografen nachvollziehen, die bei der Deklaration von Aufnahmen überwiegend ehrlich sind und Fremdleistungen durch Weglassen von Informationen nicht für sich vereinnahmen.

So jetzt reicht's.
Autor: ©
Eingestellt:
Aufgenommen: 2014-12-09
Dokumentarischer Anspruch: Ja ?
Technische Angaben: zeigen
Dateigröße: 504.2 kB, 1200 x 769 Pixel.
Technik:
Canon EOS 5D Mark III, 700mm
1/250 Sek., f/7.1, ISO 3200
Belichtungsautomatik, Korrektur -0.3, Manueller Weißabgleich

Beschnitt 80% vom Original, leichte Kontrastanpassung
Ansichten: 441 durch Benutzer, 1201 durch Gäste
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Rubrik
Säugetiere:
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