Ich schiebe dich ein wenig an
© Simone Baumeister
Ich schiebe dich ein wenig an
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https://naturfotografen-forum.de/data/o/251/1259489/thumb.jpghttps://naturfotografen-forum.de/data/o/251/1259489/image.jpg
Für das Foto habe ich alle meine Grundsätze über den Haufen geworfen.
Wildschweine sind bei uns -ebenso wie Füchse- kaum zu finden.

So bin ich eine ganze Strecke gefahren und habe mich an Wildscheinen versucht, die zwar "wild" leben, allerdings in einem über 200ha großen Jagdgatter. Eine ziemlich abartige Sache, wie ich finde. Aber ich schreibe es absichtlich dazu, in der Hoffnung, mit dem Foto auch zum Nachdenken über Jagd allgemein und einige der doch fraglichen Auswüchse der Jagdmethoden im Besonderen, anregen zu können. Diese beiden Frischlinge haben eine herrliche Kindheit vor sich. Ab Herbst vielleicht ohne Mutter, falls die die Jagd dort nicht überlebt, weil sie spätestens nach 2 km gegen einen Zaun rennen würde.
Und auch den beiden Kleinen wird das wohl irgendwann blühen.
Was ist besser? Ein schönes, aber kurzes Leben mit einem einmaligen jährlichen Supergau im Herbst, oder ein vielleicht längeres Leben in ständiger Panik und Hab-Acht? Ich weiß es nicht. Abartig finde ich beides. Und in beiden Fällen sind wir Menschen wieder die Ursache.

Ich halte nichts von Gehegeaufnahmen, die fälschlicherweise als Naturdokument eingestellt werden, nur weil es dann "toller" wirkt. Und das kommt hier oft genug vor und wird nicht selten selbst dann abgestritten, wenn man die Fotografen direkt darauf anspricht, weil man die Gehege kennt.

Die Bache hatte sechs oder sieben Frischlinge und kreuzte kurz einen Waldweg, bevor sie sich wieder ins dichte Gestüpp verzog.
Solange ich wirklich absolut ruhig auf dem Boden lag und hinter einem Strauch hervorlugte, war alles easy. Als ich mich aber einmal versehentlich ein wenig schneller bewegte, weil mein Arm schlapp machte und meine Kamera etwas zur Seite kippte, kam die Bache in Wallung und gallopierte schnaubend ca 4-5 Meter auf mich zu. Mir ist das Herz so dermaßen in die Hose gerutscht :-o
ich hoffe, es gefällt euch.

P.S.: Ich habe die Beschreibung dahin gehend geändert, dass ich die Worte, die Andreas Schüring in seinem Kommentar zitiert herausgenommen habe. GEfühlsmäßig stehe ich dazu.
Ich finde die Jagd auf gefütterte Tiere in einem abgesperrten Gatter nicht waidgerecht. Sie dient weder der natürlichen Bestandsregulierung, noch haben die Tiere eine Chance, dem Tod wirklich zu entkommen, da das Gebiet eingezäunt ist. Die Population dort ist nur deswegen so hoch, weil die Tiere aufgrund der Fütterung durch spaziergänger und auch die Privatbesitzer oder Jagdpächter ganzjährig Frischlinge werfen. Da kann man natürlich argumentieren, die Population müsse verringert werden. Muss sie ja auch.
Aber sie könnte auch gar nicht erst so groß werden, wenn es nicht von Menschenhang unterstützt würde.
Daher stehe ich gefühlsmäßig zu meinen zuerst gewählten Worten Aber ich sehe ein, dass die nicht gut gewählt waren und polemisch oder hetzerisch rüberkommen.
Autor: ©
Eingestellt:
Aufgenommen: 2016-04-02
Fotografischer Anspruch: Fortgeschritten ?
Technische Angaben: zeigen
Dateigröße: 393.2 kB, 1000 x 667 Pixel.
Technik:
Canon EOS 5D Mark III, 600mm
1/800 Sek., f/4.5, ISO 500
Belichtungsautomatik, Automatischer Weißabgleich
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