Uploadfilter zum Zweiten
© Uwe Ohse
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Meine Hoffnungen haben sich heute nicht erfüllt, aber ganz überraschend kommt das Ergebnis nicht.
Ein paar Anmerkungen:

  1. Meine Befürchtung, dass sich eine ganz unpolitische Generation entwickelt haben könnte, hat sich nicht bestätigt.
  2. Ich weiß nun nicht nur, dass Wahlversprechen nichts wert sind, sondern auch, dass Koalitionsverträge ebenso wertlos sind. Das hätte mir natürlich schon länger klar sein sollen, deshalb danke ich CDU/CSU und SPD für die Aufklärung über meine Naivität. Ich werde euch in Zukunft einfach gar nichts mehr glauben.
  3. Und die Frage, ob Gas gegen Uploadfilter eingetauscht wurde, ist auch interessant. Geschacher dieser Art mag ja kurzfristige Erfolge bringen, aber dass es dazu führen wird, dass das Vertrauen in die beteiligten Politiker und ihre Zuarbeiter wächst, bezweifele ich stark.
  4. Wenn man die Diskussion auf die einfache Formel "Für die Jugend oder für die Verlage" herunterbricht, was sicher nicht ganz richtig ist, aber möglicherweise das ist, was hängen bleiben wird, dann war das heute ein weiterer Schritt zweier Volksparteien auf ihrem Weg in den Abgrund. Ein großer Schritt allerdings.
  5. Was mich wieder einmal an Italien erinnert. Stichwort Fünferpartei, eine 12 Jahre bestehende Koalition von fünf Parteien, die es schafften, gemeinsam in der Bedeutungslosigkeit zu verschwinden. Das klingt eigentlich sehr wünschenswert (ich würde CDU/CSU/SPD/FDP insgesamt auch nicht hinterher trauern), aber nach der Fünferpartei kam Berlusconi. Ihr wisst schon, dieser Politiker, der die Meßlatte für Korruption in der Politik sehr hoch gehängt hat. Und auch ansonsten Bunga Bunga gewesen sein soll.
  6. Oder zählt man darauf, dass das Gedächtnis der Wähler sowieso keine 6 Wochen reicht? Ich glaube, dass das nicht wahr ist, sondern es eher so ist, dass die etwas Älteren oder noch Älteren ihren 'Stammparteien' einiges zu Verzeihen bereit sind. Aber ich glaube nicht, dass das auf die jungen Wähler zutrifft. Und die sind ja wohl nicht wegen Youtube, Right-to-Remix, Memes und so angesäuert, sondern habe auch wegen des Zustands des Planeten und in vielen Fällen auch aufgrund ihrer persönlichen Situation (Wohnungen, Jugendarbeitslosigkeit, mehrere Jahre G8-Schulchaos, und oft auch wegen Regenwasser in den Schulen) nicht wirklich viele Gründe, mit Wohlwollen auf die etablierten Parteien zu blicken.
    Anstelle eines Parteistrategen würde ich nicht auf das schlechte Gedächtnis der Wähler setzen. Siehe Fünferpartei - irgendwann ist der Bogen überspannt. Und der Moment kommt unter Umständen sehr plötzlich.
  7. Wenn man die Diskussion jedoch auf die ebenso einfache Formel "EU gegen Internetkonzerne und insbesondere Google in Form von Youtube" bringt, dann prognostiziere ich keinen Rohrkrepierer, sondern einen Fehlschuß einer kleinen nuklearen Granate in eine Menge Unschuldiger. Sicher, das kann man so machen, aber zielführend ist es nicht.
    Zielführend wäre wohl eher, Google mal Steuern zahlen zu lassen. Aber das geht natürlich nicht, weil der wichtigste Unterstützer von Steuerhinterziehung in der EU ausgerechnet Jean-Claude Juncker ist - der Chef der EU-Kommission.
  8. Dass die Briten mit der EU weniger zu tun haben wollen, kann ich irgendwo schon verstehen. Nur schade, dass sie ihre eigenen Politiker nicht rechtzeitig nach Botany Bay bzw. Port Jackson geschickt haben.
  9. Übrigens glaube ich immer noch fest daran, dass Google der größte Profiteur der 'Reform' werden wird. Welches Unternehmen könnte sonst in der Position sein, mehr oder weniger gute Systeme zu bauen, die überforderten Betreibern von Foren mitteilen, ob ein von Benutzern hochgeladener Inhalt mit einer Wahrscheinlichkeit von soundsoviel Prozent gegen das Copyright verstößt? Okay, Facebook hat auch automatische Systeme für so etwas am Laufen, und sie sind genau so schlecht.
    Ich glaube ja, meine Katzen würden weniger unsinnige Richtlinien verabschieden.


Randnotiz: Ich arbeite im Rahmen des Forums weder mit Google, Facebook oder Amazon zusammen. Und das wird auch so bleiben. Nur um das noch mal wiederholt zu haben.

Das Bild wurde im Üttelsheimer See aufgenommen, wo man viel zu viel Glas findet. Man findet auch zu viel Plastik in Walen. Der Zustand unseres Planeten ist traurig.

Nachtrag (der Teil war beim Kopieren verschwunden):
So wie ich es sehe, ist das neue Urheberrecht nicht der Untergang der Foren, und schon gar nicht dieses Forums, aber es wird über Jahre Rechtsunsicherheit schaffen, bis endlich die höchsten Gerichte Klarheit über die Auslegung der mangelhaften Arbeit des EU-Parlaments geschaffen haben. Bis dahin werden aber viele Betreiber von Systemen, bei denen Benutzer Inhalten hochladen können/sollen, aufgegeben haben. Rechtsunsicherheit, erhöhter Aufwand werden viele dazu bringen, ihre mehr oder weniger ehrenamtliche Tätigkeiten an den Nagel zu hängen.

Und die Reform wird niemandem nützen, der ein kleiner Urheber ist - und vermutlich auch nicht den kleinen Verlagen. Mit Sicherheit wird sie nicht den Journalisten nützen - oder den angestellten Fotografen. Vielleicht ungefähr 0,1 Promille der selbständigen Fotografen.
Niemandem von euch.

Gruß, Uwe
Autor: ©
Eingestellt:
Aufgenommen: 2014-06-25
Dokumentarischer Anspruch: Ja ?
Fotografischer Anspruch: Dokumentarisch ?
Technische Angaben: zeigen
Dateigröße: 168.0 kB, 800 x 533 Pixel.
Technik:
Olympus XZ-1, 6mm (entsprechend 28mm Kleinbild)
1/125 Sek., f/2.2, ISO 100
Belichtungsautomatik, Automatischer Weißabgleich
Ansichten: 272 durch Benutzer, 392 durch Gäste
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