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Sonnenaufgang am CdV

Sonnenaufgang am CdV
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https://naturfotografen-forum.de/data/o/36/184704/thumb.jpghttps://naturfotografen-forum.de/data/o/36/184704/image.jpg
Eingestellt:
JK ©
Noch ein Mitbringsel von meiner letzten Tour nach Südfrankreich im Oktober: ein Weibchen einer Bronzenen Prachtlibelle (Calopteryx haemorroidalis) vom Canal de Vergières vor der aufgehenden Sonne.

Wie geht sowas? Während meine älteren Fotos ähnlicher Machart (Guten Morgen. liebe Sonne! und Lebensabend) reine Naturdokumente sind, handelt es sich hier um eine arrangierte Aufnahme. Es ist aber kein "Sandwich", sondern das, was ich im Kamerasucher gesehen habe. Der Binsen-Fruchtstand, auf dem die Libelle in jener kühlen Nacht (ca. +8° C) ruhte, wurde so ausgerichtet und fixiert, dass das Tier genau vor der aufgehenden Sonne zu liegen kam. An der Libelle selber wurde nichts "manipuliert".

Das Zeitfenster für solche Aufnahmen ist extrem kurz: Nachdem die Sonne aufgegangen ist, nimmt ihre Leuchtkraft enorm schnell zu. Nach wenigen Minuten ist bereits die Grenze der 1/8000 Sekunde erreicht. Abblenden darf man nicht, sonst wird die Sonnenscheibe kleiner und bekommt auch noch hässliche Ecken von der Form der Blende. Eine Unterbelichtung (hier –1 1/3 Stufen) ist nötig, damit die schwarzen Teile auch schwarz bleiben und die hellen nicht überbelichtet werden. Man glaubt gar nicht, wie schnell die Sonne ihre Position ändert, also ist auch noch ständiges Stativrücken und eine Höhenanpassung notwendig, um die Libelle während der Aufnahmeserie genau vor der Sonne zu platzieren. Das Fokussieren ist äußerst schwierig, weil man gegen die helle Sonne fast nicht erkennen kann, wann die Konturen der Libelle scharf sind. Also schieße ich mehrere Aufnahmen mit leicht unterschiedlichen Fokussierungen ganz schnell hintereinander und suche nachher am PC-Monitor das beste Ergebnis aus. Trotzdem sind unscharfe Ränder (rötliche Säume) nicht zu vermeiden: Am Libellenkörper werden die Lichtstrahlen gebeugt, ähnlich wie an den Blendenlamellen unserer Objektive. (Daher gibt's ja auch die Regel der "förderlichen Blende", die uns sagt, wie weit man die Blende schließen darf, damit der Anteil der gebeugten Strahlen nicht zu hoch ist und das Ergebnis nicht zu sehr beeinträchtigt.) Schärfen bringt hier nichts außer unschönen Säumen und Treppchen, also wurde darauf verzichtet. Tautropfen auf der Libelle wären vielleicht noch ganz nett gewesen, aber der Taupunkt wurde in jener Nacht nicht unterschritten. Vielleicht im nächsten Jahr am selben Ort ...

Technik:
Canon 40D + Sigma 150 mm/2.8, 1/8000 Sek., f2.8, ISO 100, Belichtungskorrektur -1 1/3, Stativ
Fotografischer Anspruch: Fortgeschritten ?
Natur: Beeinflußte Natur ?
Größe 249.2 kB 900 x 600 Pixel.
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