Weihnachtszeit ist Sternenzeit
© Ines Mondon
Weihnachtszeit ist Sternenzeit
* ** *** **** Vollbild
©...
https://naturfotografen-forum.de/data/o/309/1548450/thumb.jpghttps://naturfotografen-forum.de/data/o/309/1548450/image.jpg
Weihnachtszeit ist Sternenzeit und heute möchte ich euch über besondere Sterne Berichten. Das Thema hat mit Fotografie, aber nichts mit Naturfotografie zu tun, aber der Adventskalender erlaubt ja auch mal ein bisschen über andere Dinge zu berichten. Und heute möchte ich euch etwas über Sternenkinder erzählen, ein Thema, was nicht nur zur Weihnachtszeit passt, aber gerade jetzt in dieser besonderen Zeit ein bisschen mehr unter die Haut geht. Mark und ich sind Teil der Organisation „Dein Sternenkind“, einer Organisation, welche es sich zur Aufgabe macht, Sternenkinder kostenlos für die Eltern zu fotografieren. Sternenkinder sind Kinder, welche vor, während, oder kurz nach der Geburt sterben. Diese Babys werden von uns, wenn die Eltern es wünschen, fotografiert und die Eltern erhalten dann die Bilder. Es mag für einige etwas seltsam klingen, dass man tote Kinder fotografiert, aber es ist in Wahrheit eine so wertvolle Erinnerung für die Familien, nicht an den Tod, sondern an ein Familienmitglied, welches eben nicht in ihrer Mitte aufwachsen kann. Es gibt nur eine Chance, es ist das erste und das letzte Bild von kleinen Menschlein, die den Sprung in die Welt nicht geschafft haben. Manche von ihnen waren krank, viele einfach nur viel zu früh, manche haben trotz moderner Intensivmedizin den Kampf als Frühchen verloren, für viele bleibt die Frage nach dem „Warum“ für immer unbeantwortet. Eines haben sie alle gemeinsam, sie wurden mit Freude und Hoffnung erwartet und sie werden geliebt von ihren Eltern, Geschwistern und Großeltern. Die Fotografen von „Dein Sternenkind“ sind innerhalb der Organisation vernetzt, es gibt eine „Alarmapp“, ein geschlossenes Forum innerhalb dessen die Kommunikation stattfindet, wer von den Fotografen zu welcher Zeit einen Einsatz übernehmen kann innerhalb des eigenen Alarmkreises. Wir, als Fotografen, arbeiten komplett ehrenamtlich. Es werden keine Fahrtkosten, Aufwandsentschädigungen gezahlt und wir übernehmen auch alle Kosten für die Herstellung der Bilder, eines Mediums für die digitalen Daten, kleinen Erinnerungsstücken, Verpackung, Versand… usw. Für uns ist es eine Herzenssache und eine ehrenamtliche Arbeit die so unglaublich wertvoll ist. Visuelle Erinnerungen verblassen mit der Zeit, für die Eltern sind schöne und ästhetische Bilder eines der wenigen Dinge die bleiben, eine Erinnerung, die nicht verblasst. Auch Hebammen und Schwestern machen manchmal Bilder, aber die sind häufig sehr „dokumentarisch“ und nicht geeignet sie auch mal anderen zu zeigen. Aber diese Eltern wollen ihre Trauer auch teilen, sie wollen der Oma das Enkelchen zeigen, welches sie nicht aufwachsen sieht, sie wollen auch Bilder, welche sie sich hinstellen können. Diese Eltern sind stolz auf ihre Kinder, sie sind auch glücklich über ihre Kinder, bei all der Trauer.
Im Anhang seht ihr das gleiche Bild, versehen mit Sternchen und Namen. Das sind die Kinder, welche Mark und ich seit Beginn der letzten Adventszeit fotografiert haben. Ein Jahr, 31 Namen. 31 Namen, 31 Schicksale, 31 Familien die in dieser besonderen Zeit jetzt, auch viel Dunkelheit spüren. Wenn diese Eltern abends in den Himmel schauen, wird ihr Kind stets der hellste Stern am Himmel sein. Einige der von uns fotografierten Babys, waren kurz vor, oder zum Entbindungstermin gestorben. Alles war vorbereitet, ein Schicksal, welches für Eltern die dunkelste Stunde ihres Lebens ist. Dass wir in diesen dunklen Stunden, diese Eltern ein kleines Stück begleiten dürfen, dass sie uns vertrauen, dass wir als eine der ganz wenigen Menschen diese Kinder kennenlernen und fotografieren dürfen, das erfüllt auch mit großer Dankbarkeit. Und mit Demut, Demut vor dem Leben und vor dem Tod. Es erfüllt auch mit Dankbarkeit für das eigene Leben, es lässt die „großen“ Probleme mit denen man kämpft ein bisschen kleiner erscheinen, vieles wird zur Nichtigkeit und der Wert des Lebens wird noch bewusster.
Es kostet Kraft, es kostet Mut, es kostet Zeit, natürlich auch Geld, es kostet Empathie, aber es ist vor allem Menschlichkeit, welche man gibt. Es werden immer Fotografen gesucht, bundesweit, auch in Österreich und der Schweiz. Besonders in Norddeutschland gibt es noch zu wenige Fotografen. Trotzdem ist seit 2016 kein Elternpaar ohne Bilder geblieben, die sich welche gewünscht haben. Aber vielleicht kann der ein oder andere hier sich vorstellen Teil dieser Gemeinschaft zu werden. Ihr könnt mich jederzeit kontaktieren, falls ihr Fragen dazu habt.
Wir wünschen euch eine schöne Adventszeit und wenn der Vorweihnachtsstress zu groß wird, falls ihr meint, alles wäre doch so schlimm und schwierig… denkt auch an die Menschen, die ihr Liebstes verloren haben, an Menschen, die in „freudiger Erwartung“ waren, aber diese jäh zerstört wurde. Seht euch die Namen an, jeder Name ein Schicksal. Und diese 31 Namen sind nur ein ganz kleiner Teil, es ist unser Teil, es sind Marks und meine Sternchen, die wir begleiten durften.
Glaubt mir, diese Bilder, Bilder die wir nie verkaufen dürfen, die in keinem Portfolio auftauchen, Bilder die allein den Eltern gehören, Bilder die manchmal erst nach Wochen, oder Monaten angeschaut werden, die nie veröffentlicht werden (es sei denn, die Eltern tun oder wollen es), es sind die wertvollsten und die wichtigsten Bilder, die wir je gemacht haben oder je machen werden.
Danke fürs lesen. :-) Das Bild wurde am Mauna Kea auf Big Island gemacht.
Autor: ©
Eingestellt:
Aufgenommen: 2018-10-11
Technische Angaben: zeigen
Dateigröße: 502.7 kB, 1000 x 668 Pixel.
Technik:
Brennweite 14mm, entsprechend 14mm Kleinbild
6/1 Sekunden, F/1.8, ISO 1600
manuell Belichtung, manueller Weißabgleich
ILCE-7RM2
14mm F1.8 DG HSM | Art 017
Ansichten: 410 durch Benutzer, 705 durch Gäste
Rubrik
Adventskalender:
←→
Rubrik
Farben und Formen:
←→
Hier war ein gelöschtes oder deaktiviertes, oder für Sie unlesbares Objekt.