Naturgewalten
© Kerstin Langenberger
Naturgewalten
* ** *** **** Vollbild
©...
https://naturfotografen-forum.de/data/o/126/633788/thumb.jpghttps://naturfotografen-forum.de/data/o/126/633788/image.jpg
Stell dir vor, du hättest drei Flüsse durchquert und befändest dich abseits der Zivilisation nur fünf Kilometer vom Krater des aktiven Eyjafjallajökull entfernt. Es ist Mitternacht im frühsommerlichen Island, die Temperaturen liegen knapp über dem Gefrierpunkt. Glühende Lavabrocken in der Größe von Autos werden hunderte von Metern aus dem Berg geschleudert, die Schockwellen donnern wie Blitzschläge und lassen den gesamten Körper vibrieren. Ab und an bebt die Erde, ganz leicht nur aber deutlich spürbar, und riechen die Windböen nach verfaulten Eiern. Tosend wie ein riesiger Wasserfall dreht sich eine weiße Wasserdampfwolke spiralförmig in den Himmel: das Resultat des Kontaktes zwischen Feuer und Eis, zwischen Lava und Gletscher.

Und nun stell dir vor, du hättest nicht die geringste Angst, sondern würdest dich so sicher und geborgen fühlen, wie nie zuvor im Leben: ganz alleine, fernab von Straßen, Autos und Zivilisation, nur mit deinem Rucksack und dem Zelt im Schatten des lebenden Berges ausharrend. Dann wüsstest du, wie ich mich fühlte, als ich dieses Foto machte - und danach die Kamera wieder vergaß und einfach nur dasaß, eingewickelt in meinen Schlafsack, auf der Moräne des Gletschers, als einziger Mensch weit und breit.

Ob sich irgendjemand diesem Erlebnis entziehen könnte? Ob irgendjemand Worte fände im Angesicht dieser Naturgewalten?
Bilder können nicht einmal annähernd übermitteln, was ich fühlte, als ich Zeuge der Schöpfung unseres Planeten wurde. Was ist der Mensch schon angesichts dieser Kräfte? Was erdreisten wir uns eigentlich, uns für den Mittelpunkt der Welt zu halten, wir, die wir oft völlig vergessen haben, was Respekt und Uneigennützigkeit sind? Wie dumm sind wir nur, uns in unseren selbstgemachten Problemen zu verlieren und das Staunen zu verlernen?
Fragen wie diese gingen mir durch den Kopf, völlig ohne Wertung und negative Emotionen, gefangen in der Erhabenheit des Augenblicks. Hätte ich es gekonnt, dann hätte ich in genau diesem Moment die Zeit angehalten.
Autor: ©
Eingestellt:
Aufgenommen: 2010-05-02
Natur: Naturdokument ?
Fotografischer Anspruch: Professionell ?
Technische Angaben: zeigen
Dateigröße: 168.5 kB, 900 x 600 Pixel.
Technik:
D700, Nikkor 80-200/2.8 auf 100mm/5.6. 11 Sekunden auf ISO 800
Ansichten: 28 durch Benutzer, 453 durch Gäste
Schlagwörter:, , , , , , ,
Rubrik
Landschaften:
←→
Hier war ein gelöschtes oder deaktiviertes, oder für Sie unlesbares Objekt.
Hier war ein gelöschtes oder deaktiviertes, oder für Sie unlesbares Objekt.
Hier war ein gelöschtes oder deaktiviertes, oder für Sie unlesbares Objekt.