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In freier Wildbahn (!) im Kanha NP / Indien
© Heike Sommer
In freier Wildbahn (!) im Kanha NP / Indien
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https://naturfotografen-forum.de/data/o/363/1819358/thumb.jpghttps://naturfotografen-forum.de/data/o/363/1819358/image.jpg
...ist dieses Foto entstanden. Diese Begegnung ist mir bis heute sehr präsent im Gedächtnis und wird es auch immer bleiben. Es war eine meiner oder vielleicht sogar die intensivste Tierbegegnung, die ich jemals hatte!

Wir waren auf Pirschfahrt im Kanha Nationalpark in Indien und fuhren um eine Kurve, als wir ein großes Tigermännchen ein Stück weit vor uns auf dem Weg stehen sahen. Unser Fahrer stoppte sofort. Die Fahrer dürfen den Tigern nicht zu nah „auf die Pelle rücken“ und auch nicht Offroad fahren, was auch gut so ist. Da harte Strafen bei Missachtung drohen, u. a. Entzug der Fahrerlizenz im Nationalpark und hohe Geldstrafen, halten sie sich auch daran.

Wir beobachteten den leider mit dem Rücken zu uns stehenden Tiger eine Weile - er markierte und flehmte.

Auf einmal zischte unser Guide „there´s another one!!!“ - und tatsächlich: unmittelbar neben uns bewegte sich plötzlich ein weiteres großes Tigermännchen im schönsten Licht der gerade aufgegangenen Sonne aus dem dichten Bambuswald auf den Weg - also auch auf uns - zu! Keiner hatte ihn davor bemerkt, wir waren alle auf den anderen Tiger vor uns auf dem Weg fixiert gewesen. Man untertreibt ja den Abstand gerne mal und es fällt mir auch schwer, zu schätzen, aber wenn ich das Bild hier hochlade, zeigt es eine Entfernung von 4 Metern an. Das wird wohl hinkommen. Ich hatte eine 300 mm Festbrennweite und das Bild ist völlig ungecroppt. Ich schoss gerade mal eine Handvoll Bilder, von denen nur dieses eine wirklich scharf war.

Ich liebe dieses Bild einfach über alles und ich denke, solche Momente erlebt man wirklich nur ganz selten im Leben und viel Glück und Zufall müssen da auch mitspielen! Da ich nur Sekundenbruchteile zum reagieren und keinerlei Zeit hatte, bewusst zu komponieren, bin ich heilfroh, dass mir dennoch ein vernünftiger Ausschnitt gelungen ist und ich nicht im Eifer des Gefechts die Ohren o. ä. angeschnitten habe.

Der Tiger nahm keinerlei Notiz von uns, passierte uns und die beiden Männchen verschwanden dann im Bambuswald neben der Straße. Beide hatten sichtbare Kampfspuren.

Als die Tiger verschwunden waren, brach ich in Tränen aus. Ich weiß nicht, ob das jemand nachvollziehen kann, aber ich war einfach dermaßen überwältigt von der Intensität des Moments, das können keine Worte wirklich beschreiben! Diese unglaublich majestätischen und wunderschönen Tiere in freier Wildbahn und so nah zu sehen und deren Schönheit, Wildheit und Größe erleben zu können, ist wahrlich unbeschreiblich!! Ich denke oft an diesen wunderschönen Kerl und wüsste so gerne, ob er noch lebt und ob es ihm gut geht.

Angehängt habe ich auch noch ein Foto von der Situation, als wir noch Tiger Nr. 1 vor uns auf der Straße beobachteten, bevor Tiger Nr. 2 neben uns auftauchte. Die Jeeps vor ihm hielten in respektvollem Abstand, der Tiger hatte sich selbst auf die Jeeps zubewegt ohne Notiz von ihnen zu nehmen. Er war vollauf damit beschäftigt, Duftmarken aufzunehmen (flehmen) und zu setzen (markieren).

LG, Heike

Autor: ©
Eingestellt:
Aufgenommen: 2016-03-07
Dokumentarischer Anspruch: Ja ?
Fotografischer Anspruch: Fortgeschritten ?
Technische Angaben: zeigen
Dateigröße: 966.7 kB, 1200 x 798 Pixel.
Technik:
PENTAX K-3, smc PENTAX-DA* 300mm F4 ED [IF] SDM
1/400s, F/5, ISO 800, 300mm (etwa 450mm Kleinbild)
Blendenvorwahl, +0.3 Korrektur, Manueller Weißabgleich
4m Distanz
Ansichten: 243 durch Benutzer, 252 durch Gäste
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