Kleine Hirschart aus Fernost
© Dieter Eichstädt
Kleine Hirschart aus Fernost
* ** *** **** Vollbild
©...
https://naturfotografen-forum.de/data/o/60/302558/thumb.jpghttps://naturfotografen-forum.de/data/o/60/302558/image.jpg
In der motivarmen Novemberzeit konnte ich im Wildgatter Klövensteen bei Hamburg, Sikahirsche in der Brunft beobachten. Diese Wildart ist vielen völlig unbekannt, obwohl sie auch in Deutschland in freier Wildbahn vorkommt. Nachfolgende Information über diese interessante Wildart konnte ich auf verschiedenen Websites finden:

Das ursprüngliche, natürliche Verbreitungsgebiet des Sikawildes, von dem es 13 Unterarten gibt, liegt in Ostasien und zwar sowohl auf dem Festland vom Ussurigebiet über die Mandschurei bis nach Korea als auch auf den japanischen Inseln und Formosa. Ende des 19. Jahrhunderts wurde Sikawild in Europa eingebürgert. Nach Deutschland gelangte es zuerst im Jahre 1893 in das Gebiet um den Möhnesee, später ins Weserbergland und an den Hochrhein. Das nördlichste Sikawildvorkommen der Bundesrepublik Deutschland befindet sich im Nordosten des Landes Schleswig-Holstein mit etwa 300 Stück der japanischen Unterart Cervus nippon nippon.

Das Erscheinungsbild des Sikawildes will ich nur ganz kurz streifen. Im Sommer ist die Grundfarbe rotbraun mit deutlichen Tupfen (außer am Träger). Im Winter verwischen die Punkte, die Decke der Hirsche wird schwarz und die der weiblichen Tiere graubraun. Ein schwarzer Aalstrich verläuft von den Lauschern bis zur Wedelspitze. Der weiße Spiegel ist groß und schwarz umrandet, er wird zur Warnung gespreizt. Die Haarbürste über den Metatarsaldrüsen an den Hinterläufen ist hell gefärbt. Der Haarwechsel findet im Mai bzw. im Oktober statt.

Von der Körpergröße her ist das Sikawild wenig kleiner als Damwild und größer als Rehwild. Ein reifer Hirsch wiegt vor der Brunft bis zu 70 kg aufgebrochen. Alttiere wiegen aufgebrochen ca. 35 kg und Kälber ca. 20 kg.

Zum Verhalten ist zu bemerken, dass sich die Brunft über einen langen Zeitraum hinziehen kann. Sie liegt zwischen September und Dezember, die Hauptbrunftzeit aber in der 2. Oktoberhälfte. Der Hirsch schlägt dann Brunftkuhlen aus und suhlt häufig. Der Brunftschrei ist ein drei- bis viermal wiederholtes lang gezogenes Pfeifen. Bei einem Platzhirsch stehen meist nur wenige Tiere, zu Kämpfen kommt es selten, aber zu imponierenden Drohgebärden. Die Kälber werden im Juni gesetzt, Zwillinge kommen kaum vor. Mit einem kurzen, durchdringenden Pfiff können Hirsche und Tiere bei Störungen schrecken.

Im Regelfall geht die Geweihentwicklung vom Spießer über den Sechser zum Achter. Die Gablerstufe wird meistens übersprungen, häufig sogar auch schon die Sechserstufe, was als Zeichen steigender Qualität zu sehen ist. Die Sikahirsche Schleswig-Holsteins zeigen eine ausgeprägte Tendenz, die Achterstufe zu überschreiten und Geweihe mit zehn, zwölf und mehr Enden auszubilden.
Das Sikawild kommt in seinen ostasiatischen Heimatgebieten in mehreren Unterarten vor und ist dort im Bestand gefährdet. Deshalb sind die europäischen Sikabestände eine wichtige genetische Reserve, auch für die evtl. Neubesiedelung ehemaliger Vorkommen wie es z.Zt.in Vietnam geschieht.
Angesichts dieser Möglichkeiten und Notwendigkeiten ist es artenschutzmäßig unverantwortlich und nicht vertretbar, wenn von Naturschutzverbänden die Ausrottung von nicht heimischen Tierarten gefordert wird.
Autor: ©
Eingestellt:
Natur: Gefangenes/Zahmes Tier ?
Technische Angaben: zeigen
Dateigröße: 336.6 kB, 1000 x 664 Pixel.
Technik:
Nikon D300,Sigma 2,8 120-300 mm, Bl. 2,8 - 4 , 1/160sek, ISO-Automatik, Einbeinstativ
Ansichten: 9 durch Benutzer, 354 durch Gäste
Schlagwörter:, , ,
Rubrik
Säugetiere:
←→