Die Kieskuhle
© Jens Kählert
Die Kieskuhle
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Eigentlich hat so ein Foto hier nichts zu suchen, aber unter "Dokumentarisches" möchte ich mal einen Lebensraum zeigen, der mir schon zu vielen hier gezeigten Fotos verholfen hat. Das ist sie also, "meine" Kieskuhle oder "unsere" Kieskuhle, Pascale, denn du warst ja auch schon mit mir dort. Vielleicht mag dieses Bild das eine oder andere Forumsmitglied animieren, nach ähnlichen Biotopen in seiner Umgebung Ausschau zu halten. Das Suchschema sieht so aus: Sandentnahmestelle, nährstoffarm, mit einem kleinen Gewässer drin, das möglichst im Laufe des Sommers fast austrocknet, am besten von Wald umgeben (Windstille!). In dieser Kieskuhle gibt's je nach Jahreszeit eine Menge zu sehen und zu fotografieren: mehrere Libellenarten, darunter die Kleine Pechlibelle (zurzeit leider wieder verschwunden), die Südliche Binsenjungfer (siehe mein letztes Bild), die Gemeine Winterlibelle (in SH etwas Besonderes), die Gefleckte Heidelibelle, in diesem Jahr sogar eine Frühe Heidelibelle, dazu Wespenspinnen, jede Menge Rundblättriger Sonnentau (sowohl auf Sandboden als auch in dichten Moospolstern eingebettet) und bestimmt noch viele andere Arten, deren besondere Bedeutung ich nicht erkenne (Raubfliegen, Falter …). Pascale und ich hielten uns hauptsächlich 2-3 cm rechts vom rechten Bildrand auf, dort wachsen die nettesten Bestände des Sonnentaus. Das Gewässer trocknet im Spätsommer bis auf eine kleine Restpfütze aus, was das Artenspektrum der Wasserinsekten stark beeinflusst. Auf dem trocken gefallenen Boden färbt sich die ehemals unter Wasser stehende Vegetation seltsam rot. Am oberen Rand der Grube (links im Bild) stehen dichte Bestände des Jakobskreuzkrauts, an ihm fressen im Sommer Tausende von Blutbär-Raupen. Weiter rechts und zum hinteren Teil dieser Kieskuhle hin gedeiht Heidekraut, ebenfalls in großen Mengen. Dieses Kleinod liegt etwa 16 km von meinem Wohnort entfernt, in einer Viertelstunde bin ich da. Bleibt nur noch zu hoffen, dass die menschlichen Eingriffe (Sandentnahmen) andauern, denn sonst unterliegt das Gebiet der natürlichen Sukzession. Es würde bald verbuschen, das Gewässer vermutlich von Pflanzen überwuchert werden und austrocknen. Vor Jahren konnte ich diese Entwicklung an einem anderen Gewässer beobachten. Heute dominieren dort die Große Pechlibelle, die Hufeisen-Azurjungfer, die Blaugrüne Mosaikjungfer & Co; die besonderen Arten sind allesamt verschwunden.
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Natur: Naturdokument ?
Fotografischer Anspruch: Fortgeschritten ?
Technische Angaben: zeigen
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egal
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Rubrik
Mensch und Natur:
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