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Blutrote Heidelibelle

Blutrote Heidelibelle
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Eingestellt:
TS ©
Eine Frontalansicht einer recht frisch geschlüpften Blutroten Heidelibelle (Sympetrum sanguineum), dasselbe Exemplar wie hier: Draufsicht, allerdings nach Wegbiegen der Hintergrund-Binse.

Diejenigen, die mich schon ein bisschen kennen, wissen, dass ich Bilder hier im Forum auch gerne mal mit einer "kleinen Biostunde" verbinde... Bild: Lächelndes Gesicht

Hier also (im speziellen für meine "neue Schülerin" Pascale):

Insektenfacettenaugen setzen sich aus zahlreichen Einzellinsenaugen (Ommatidien) zusammen. Ein klein bisschen kann man sie mit den "Pixeln" eines Kamerachips vergleichen, denn jedes einzelne ergibt nur einen "Hell-/Dunkel-/Farbpunkt".

Ich glaube die "Weltrekordler" sind die Großlibellen (Anisoptera), bei denen ein komplettes Facettenauge aus bis zu 30.000 sehr kleinen Einzelaugen bestehen kann. Jenes wirft uns Fotografen, die im Makro-Bereich arbeiten, gerne vor das "verflixte" Problem jene Struktur auch noch im Foto auflösen zu können. Noch viel mehr wird es problematisch diese sehr feine Struktur dann möglichst auch noch in einem 250kB-Webbildchen bei max. 1000Pixel Kantenlänge darzustellen. Eine schwierige Aufgabe, die nicht selten fehl schlägt und das nicht zuletzt bei einer Großlibelle aus folgendem (auch biologischen) Grund:

Die Einzelaugen der Oberseite sind sogen. Superpositionsaugen, diese sind deutlich größer, als die Einzelaugen der Unterseite. Jene sind sogen. Appositionsaugen. Auf den genauen Aufbau und den morphologsichen Unterschied verzichte ich hier mal, um den Text nicht zu sehr "aufzublähen". Der funktionale Unterschied ist aber interessant, wie ich finde:

Die oberen, größeren Superpositionsaugen fangen sehr viel mehr Licht ein, lösen zeitlich Bewegungen sehr viel deutlich auf, liefern aber ein "unscharfes, grobes" Bild.
Die unteren, kleineren Appositionsaugen fangen deutlich weniger Licht ein, lösen zeitlich Bewegungen weniger deutlich auf, liefern aber ein "schärferes, detailierteres" Bild.
Der physikalische Bezug zur Fotografie ist, wie ich finde, sehr deutlich.

Für die Biologie der Libelle hat das folgende Bedeutung:
Von oben kommen am ehesten die Feinde. Hier ist es wichtig deren schnelle Bewegungen, auch bei schlechtem Licht möglichst gut wahrzunehmen. Wie der genau aussieht usw. ist egal. Wichtig ist zu erkennen: Da kommt was, egal was, kann gefährlich sein, schnell weg hier...
Die Beute der Libelle wird mit den Beinen gefangen, also mit den unteren (zahlreicheren) Einzelaugen anvisiert. Da diese sehr klein ist, ist es wichtig sie im Flug möglichst genau ausmachen zu können (auflösen zu können), um sie zu greifen. Da nicht sehr viel Licht dabei einfällt, sind Libellen auch gerne eher in den lichtstarken und sonnigen Stunden unterwegs. Hier haben sie neben Temperatur- auch Lichtvorteile, was den Beutefang angeht. Das diese Flugjagd, von allen Erläuterungen mal abgesehen, absolut beeindruckend und bemerkenswert ist, muss ich wohl nicht extra erwähnen. Bild: Lächelndes Gesicht

Aus diesem Ganzen ergibt sich ein physikalisch-biologisches "Komglomerat", warum es leichter möglich ist die obere Hälfte der Komplexaugen einer Libelle im Foto aufzulösen (hier im Bild der braune Bereich mit Superpositionsaugen), als die unteren (hier der grüne "matschige" Bereich mit Appositionsaugen).

Ich hoffe dieser kleine "Exkurs" war ganz interessant, hat zudem genug Bezug zur Natur-Fotografie und das Bild dazu gefällt.
Ich freue mich über Kommentare. Bild: Lächelndes Gesicht

Gruß, Thorsten

Edit - 20:50 Uhr:
Zu den Sätzen: "Von oben kommen am ehesten die Feinde. Hier ist es wichtig deren schnelle Bewegungen, auch bei schlechtem Licht möglichst gut wahrzunehmen. Wie der genau aussieht usw. ist egal. Wichtig ist zu erkennen: Da kommt was, egal was, kann gefährlich sein, schnell weg hier..."

noch eine Ergänzung:

Wenn man als Libellen-Fotograf (aber das gilt auch für andere Insekten) für ein Foto das Tier "abschatten" möchte, um "hartes Licht" zu vermeiden...: Keine "hektischen Bewegungen" machen, ganz, ganz langsam vorgehen, mehr oder weniger natürliche und für die Insekten "unbedenkliche" Schattenwürfe immitieren (wie sich z.B. durch belaubte Äste im Wind entsehen...) dann kann es klappen, dass das Insekt (z.B. die Libelle), keine Gefhar darin erkennt und für das "Schattenfoto" sitzen bleibt. Bild: Lächelndes Gesicht

Technik:
Nikon P5100 + Dia-Projektor-Objektiv, 26mm (~125mm KB), f7,3, 1/49stel, frei Hand, ISO64, -0,7 LW, EBV: 3°-Drehung nach rechts, Ausschnitt 3:2, Schärfen und Entrauschen
Fotografischer Anspruch: Fortgeschritten ?
Natur: Beeinflußte Natur ?
Größe 162.5 kB 900 x 600 Pixel.
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Wirbellose:
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