Lebensraum durch Menschenhand geschaffen
© Simone Baumeister
Lebensraum durch Menschenhand geschaffen
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Vorweg:
Ja, ich habe den Bergmolch dort hingesetzt. Aus zwei Gründen:
1. war gerade Amphibienwanderung und kurz vorher wurde in dem Steinbruch massiv Masse von einem Ort zum anderen bewegt und die Amphibien waren so deutlich aus ihrem vorherigen Umfeld umgesetzt worden und hatten nun lange Strecken zum Laichgewässer in Steinbruch vor sich.
2. brauchte ich sowieso ein Belegfoto für Tiere in Uhu-Habitaten.

So habe ich den neu aufgeschütteten Haufen an Steinbrocken und Sand großflächig nach Molchen und Kröten durchsucht, um wenigstens einige retten und zum Laichgewässer zurückbringen zu können.
Kurz vorher habe ich ihn dann für einen Schnellschuss auf diesen Stein gesetzt. Das hat 1 Minute gedauert und der Molch war wohl kurz vorher in seiner Wassertracht sowieso auf Wanderschaft gewesen und danach per Bagger verschleppt worden.

Man kann über Tagebau für Braunkohle oder auch für Sandstein, Kies, Sand, Ton usw. verschiedenster Meinungen sein. Natürlich sind die Wälder, die dafür weichen müssen wichtig und nicht direkt ersetzbar und fehlen für den O2 Ausstoß und das Klima. Andererseits wären viele Tier- und Pflanzenarten wohl ohne diese Tagebaugebiete bereits verschwunden, da diese Habitate natürlicherweise nahezu nicht mehr in unserer Kulturlandschaft vorkommen. Die Uhus z.B., die ich so liebe, waren in den 60er Jahren praktisch ausgestorben und auf einen Bestand von ca. 30 Brutpaare in ganz Deutschland ausgerottet worden. Sie hätten ihren Bestand niemals aus eigener Kraft wieder aufbauen können. Nur durch viele geeignete Habitate in Steinbrüchen, Sandkuhlen, Tongruben, Kiesgruben, Braunkohlegebieten usw. konnten über 20 Jahre lang die Nachzuchten ausgewildert werden. Dafür wurden sogar mit schwerem Geschütz große Quader aus den Steinwänden rausgeschlagen, um Nischen und Felsvorsprünge zu schaffen.
Ebenso geht es den Amphibien, die in diesen kargen Habitaten leben. Und Orchideen findet man auch sehr oft in und um Steinbruchgegende oder Kalkbrüchen.
Es ist die Wahl zwischen Pest und Cholera. Und ich bin da immer sehr Zwiegespalten gewesen, als die Menschen zB. für den Habacher Forst auf die Straße gingen. Ja, Wald muss geschützt werden. Aber die durch Abbau entstehenden Gebiete brauchen wir ebenfalls. Und trotzdem werden diese oft sogar aufgeschüttet.... aus Sicherheitsgründen.
Autor: ©
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Aufgenommen: 2018-04-12
Fotografischer Anspruch: Fortgeschritten ?
Technische Angaben: zeigen
Dateigröße: 459.8 kB, 1000 x 667 Pixel.
Technik:
Brennweite 35mm
1/20 Sekunden, F/10, ISO 1600
Belichtungsautomatik, Korrektur 1/1, automatischer Weißabgleich
Canon EOS 5D Mark IV
EF16-35mm f/4L IS USM
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Mensch und Natur:
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