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Kleiner Ampfer-Feuerfalter
© Florian Fraaß
Kleiner Ampfer-Feuerfalter
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Eingestellt:
Aufgenommen: 2014-06-11
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Hallo !

Vor 3 Tagen besuchte ich eine weiter entfernte Sumpfwiese, auf welcher ich den Kleinen Ampfer-Feuerfalter/Lilagold-Feuerfalter herumfliegen sah. Bei Temperaturen über 30 °C war auch abends an Offenflügelaufnahmen nicht zu denken. Dabei finde ich diese kleinen Falter mit ihren unfassbar tollen Flügelfarben wunderschön. Schon als Kind haben mich diese tollen Falter in Bestimmungsbüchern begeistert. Man dachte sich damals: „Den will ich unbedingt mal sehen.“
Neben dem Sehen wuchs nun auch der Wunsch nach einem halbwegs brauchbaren Foto. Doch sind diese hektischen Falter tagsüber mit der Kamera kaum zu erwischen. Die einzige Möglichkeit für ein Foto mit geöffneten Flügeln sah ich in dem Moment, wenn die Falter morgens für eine kurze Zeit ihre Flügel zum Energietanken öffnen. Also bin ich gestern um 3.45 Uhr aufgestanden und habe mich um 4 Uhr früh auf den Weg zur Wiese aufgemacht. Um 4.45 Uhr angekommen – die Temperaturen lagen bereits bei 20°C – erhoffte ich mir einen reich gedeckten Faltertisch. Schließlich sah ich 2 Tage vorher bestimmt 10 Feuerfalter in der Wiese. Die Nacht waren schwere Gewitter, vielleicht krochen sie ins Gras. Man wird dann doch etwas nervös, aber noch 75 min fand ich endlich 2 Falter. Glücklicherweise waren es 2 Männchen. Die Weibchen sind nämlich braun-orange und schillern nicht. Ganz vorsichtig brachte ich die 2 Falter aus dem hohen Gras ein paar Meter weiter an einen abgemähten Randbereich. Hier konnte man als Fotograf absolut nichts kaputt machen, während man im hohen Gras eine riesige „Fotografenwanne“ hinterlassen hätte. Das Wandernlassen des Grashalmes mit dem Falter war ein echtes Geduldsspiel, da bei dieser Wärme die Falter auch schon so früh abhauen können. Ganz vorsichtig stabilisierte ich den Halm mit einer Klammer gegen Wind und nun galt es zu warten, bis die ersten Sonnenstrahlen auf den Falter fielen. Dann hat man die Chance, dass er kurz seine Flügel öffnet. Vielleicht für 20 oder 30 Sekunden. Und genau für diesen Moment war man um 4 Uhr aufgebrochen. Der Falter kletterte wenig später auf die Spitze seines Grashalmes und machte auf. Aufgeregt stellte ich Stativ und Kamera ein und versuchte, den kleinen Kerl abzulichten. 2-3 Fotos waren drin, dann hob er schon ab (es waren mittlerweile 25°C) und startete in seinen Faltertag. Das hier gezeigte Bild ist das Ergebnis dieses ganzen Aufwandes für die wenigen Sekunden der geöffneten Flügel. Nun mögen Kritiker sagen, der ganze Aufwand sei ja moralisch zweifelhaft, weil ich den Halm um einige Meter versetzt habe und damit ein echtes Naturdokument inkl. echter Fotografenwanne und echter platt gedrückter Falterwiese zu einem Foto aus der „Scheinwelt“ degradiert habe Bild: Lächelndes Gesicht Dies tut meiner Freude aber keinen Abbruch. Diese unglaublichen Farben begeistern mich einfach. Und am wichtigsten ist mir persönlich, dass ich einfach Freude an der Natur haben kann. Als die Sonne dann da war, sah ich von Außen auf der Wiese bestimmt 10 Feuerfalter herumfliegen. Wo die sich alle nur versteckt hatten …

Noch eine kurze Info zur Art: Der Lilagold-Feuerfalter wird manchmal auch als Kleiner Ampfer-Feuerfalter bezeichnet. Die Raupen fressen gerne an Ampfer. Er lebt vor allem in Feuchtwiesen und in Waldnähe. Vereinzelt gibt es auch Vorkommen auf Kalk-Trockenrasen. Die Art fliegt meist im Juni und ist relativ klein. Wie auch andere Feuerfalter ist er mit den Bläulingen verwandt. Die spektakulären Schillereffekte der Flügel werden durch Lichtbrechungen erzeugt. Leider ist diese Art ziemlich selten geworden und wird auf der Roten Liste als „stark gefährdet“ eingestuft.

Viele Grüße !

Florian

Technik:
NIKON CORPORATION NIKON D7000, 105mm (entsprechend 157mm Kleinbild)
1/25 Sek., f/8.0, ISO 100
Manuell belichtet, Korrektur -0.7, Automatischer Weißabgleich, 1/80 Aufhell-Blitz, Stativ, SVA, Kabelauslöser
Fotografischer Anspruch: Fortgeschritten ?
Natur: Beeinflußte Natur ?
Größe 467.7 kB 1200 x 800 Pixel.
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Beste Tophit-Platzierung: 2 Zeigen
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