Schriftart wählen

Schriftgröße wählen

Zeilenabstand wählen

Gewöhnliche Schuppenwurz (Lathraea squamaria)

Gewöhnliche Schuppenwurz (Lathraea squamaria)
  • Hintergrundfarbe ändern
  • Kontextmenü-Emulation abschalten
* ** *** ****
©...
https://naturfotografen-forum.de/data/o/168/843034/thumb.jpghttps://naturfotografen-forum.de/data/o/168/843034/image.jpg
Eingestellt:
Aufgenommen: 2013-04-19
FF ©
Hallo !

Heute möchte ich mal ein Foto einer ganz sonderbaren Pflanze zeigen. Allzuoft war sie hier im NFF auch noch nicht vertreten. Es handelt sich um die Gewöhnliche Schuppenwurz (Lathraea squamaria). Diese Pflanze aus der Familie der Sommerwurzgewächse ist ein Vollschmarotzer, welcher auf den Wurzeln von bestimmten Baumarten schmarotzt (z.B. Buche, Erle, Hasel). Vereinfacht gesagt profitiert die Schuppenwurz davon, dass die Bäume im Frühjahr ihre Pflanzensäfte und Wasser nach oben pumpen. Die Schuppenwurz "zapft" dann diese Transportwege an und dies ermöglicht ihr selber zu blühen und Nährstoffe aufzunehmen. Jedoch muss eine Schuppenwurz mind. 10 Jahre alt sein, bevor sie das erste mal - meist im März oder April - blüht. Die Blütentriebe sind dann im zeitigen Frühjahr als "rosa-rote Zahnbürsten-Würste" zwischen altem Laub zu entdecken. Laien sind dann oft der Meinung, dass es sich hier um eine Orchideenart handelt (sie verwechseln sie mit der Nestwurz, welche ebenfalls kein Blattgrün hat, aber nicht Bäume anzapft, sondern in Symbiose mit Bodenpilzen lebt und außerdem erst im Mai blüht), aber die Schuppenwurz ist keine Orchidee. An ihrem tiefen und reich verzweigten Rhizom (Wurzelstock) befinden sich sog. Speicherschuppen. Von diesen leitet sich der Name Schuppenwurz ab. Die nicht häufige Schuppenwurz besiedelt vor allem feuchte Laubwälder, Schluchtwälder oder Auwälder. Hier steht sie oft sehr schattig. Da die Pflanze kein Chlorophyll besitzt und ihre Nährstoffe ausschließlich von der Wirtspflanze erhält, kann sie sehr schattige Standorte besiedeln. Nachdem die Pflanze verblüht ist, verschwindet sie wieder vollkommen im Boden.
In meinem Heimatort kann man die Schuppenwurz an bestimmten Stellen noch regelmäßig finden. Das hier gezeigte Foto entstammt aus der Nähe eines Flusses (Ölschnitztal), wo die Pflanzen auf feuchtem Grund vergesellschaftet mit Roter Pestwurz, Buschwindröschen, Ausdauerndem Silberblatt oder Waldschlüsselblumen vorkommen. Die Pflanzen stehen jedoch nur vereinzelt, ab und an in kleinen Gruppen.
Nun noch kurz etwas zu dem hier gezeigten Foto: die Pflanze fiel mir auf, da sie für eine Schuppenwurz eine außergewöhnlich schöne Blütenfarbe hatte. Zumeist blühen die Pflanzen mehr oder weniger fleischfarben. Diese hier gefiel mir wegen ihrer "gescheckten" Blütenfarbe (ganz selten kann es sogar weiße Exemplare geben). Die grünen Blättchen im Hintergrund sind austreibende Blätter des Ausdauernden Silberblatts (Lunaria rediviva), welches in diesem Biotop in Massen vorkommt. Bis auf das Aufräumen von etwas störendem "Miniunrat" (vertrocknete Grashälmchen oder Miniholzstöckchen) ist das Motiv völlig unbeeinflusst. Die Kombination "Hellbraunes Laub - gescheckte Schuppenwurz - frische grüne Blättchen im HG) hat mir bei diesem Motiv besonders gut gefallen. Entstanden ist das Foto um die Mittagszeit bei bewölktem Himmel.
Ich hoffe, ich konnte diese sonderbare Pflanze etwas näher bringen, sie ist sicher bei genauem Hinschauen hier und da zu entdecken.

Viele Grüße !

Florian

Technik:
NIKON CORPORATION NIKON D7000, 105mm (entsprechend 157mm Kleinbild)
1/160 Sek., f/3.0, ISO 250, Bohnensack
Belichtungsautomatik, Automatischer Weißabgleich
Fotografischer Anspruch: Fortgeschritten ?
Natur: Naturdokument ?
Größe 392.6 kB 1200 x 800 Pixel.
Ansichten: 14 durch Benutzer575 durch Gäste433 im alten Zähler
Schlagwörter:
Rubrik
Pflanzen und Pilze: