Lasst uns leben
© Sigurd Treske
Lasst uns leben
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Auf den ersten flüchtigen Blick ist die Mara noch ein Paradies der Tiere. Doch der Anschein trügt. Obwohl offiziell verboten, wird uneingeschränkt, ohne jede Notwendigkeit Off Road (kreuz und quer) gefahren.
Von oben betrachtet wird die Mara von Tausenden von Fahrspuren durchzogen. Die Schäden an der Vegetation sind unübersehbar. Wenn der Boden vom Regen aufgeweicht ist, entstehen tiefe besonders gravierende Bodenzerstörungen. Für jagende Geparde sind diese Spurrinnen besonders gefährlich. Darin können sie sich die Beine verletzten. Im Regelfall das Ende für den Gepard.

Zitat zu einem Foto von Geparden hier im Forum.
„Beeindruckend war auch die Zuschauermenge. Als wir an dieser Stelle ankamen, waren links der Geparden auf ca. 50 Meter Distanz um die 25 Jeeps kreisförmig angeordnet.“
Zitatende

Sicherlich waren es etwas später 30 oder 40 Fahrzeuge. Es gibt zwar keine Jeeps im Safarigeschäft in Afrika. Viele japanischer Kleinbusse und Geländewagen, überwiegend Toyota. Das macht den Vorgang für die Tiere nicht erträglicher.
Wird hier übersehen, dass es sich um lebende Tiere handelt?
Ist die Grenze zur Tierquälerei bereits überschritten?
Muss man da wirklich noch mitmachen?

Die armen Geparde sind von Fahrzeugen eingekesselt. In einer oder zweier Reihen. Was die schlecht oder überhaupt nicht eingestellten Motoren der Safarifahrzeuge durch Rußpartikel und Abgase den wehrlosen Tieren zufügen, ist nur zu erahnen. Da jeder die Tiere von vorn fotografieren möchte, werden sie auch noch umkreist. Das geht den ganzen Tag. Etwas Ruhe gibt es wenn die Touristen zu den Mahlzeiten in den Camps sind. Geparde verhungern in der Mara weil sie nicht mehr ungestört jagen können.

Besonders verwerflich ist, weil viele Aufnahmen von einem jagendem Gepard haben möchte neben den Tieren herzufahren. Sich hinter, oder zwischen Beutetier und Gepard zu stellen. Man möchte den Gepard im vollen Lauf auch von vorn aufnehmen.
Die „Krönung des Schlimmen“ ist wenn sich mehrere Fahrzeuge bei einer Gepardin mit Babys aufhalten. Löwen und Hyänen in der Nähe haben schon lange gelernt, wo sich mehrere Auto bewegen ist etwas Interessantes für sie. Kaum sind die Touristenfahrzuge weg werden sie sich an diese Stelle begeben. Die Mutter kann fliehen. Die Babys haben keine Chance sie werden als Nahrungskonkurrenten getötet. Später wird die verzweifelte Mutter bei ihren toten Babys sein. Davon werden natürlich keine Fotos gemacht.

Es ist nicht erstaunlich, dass sich der Gepardenbestand in der Mara in den letzten zehn Jahren erheblich verringert hat. Nur 20 bis 30 Prozent werden erwachsen. Prognosen besagen, wenn es so weitergeht, dass es voraussichtlich in 10-15 Jahren in der Mara keine Cheetahs mehr gibt. Die verbliebenen Tiere werden immer mehr von Fahrzeugen umkreist, eingekesselt. Tagsüber erbarmungslos verfolgt und belagert. Gnadenlose Tierquälerei für ein paar Fotos. Die Frage ist berechtigt:
Welchen Stellenwert haben unter diesen Bedingungen gemachte Fotos?
Kann man diese Fotos noch als Naturdokumente ansehen?
Muss wirklich bei jeder über Funk gemeldeten Tiersichtung dahin gerast werden?

Was schreibt der bekannte Wildlifefotograf Uwe Skrzypczak dazu:
Zitat:
“als alle anderen Fahrzeuge weg waren, vorsichtig auf Nahdistanz heranzugehen, um die durch die Masse der Fahrzeuge hervorgerufene Angst und Panik in den Augen des Geparden zu fotografieren“.
Zitatende
Zitat:
Mein Fahrzeug werden Sie am Mara-River auch
nie vor dem Start eines Rivercrossings an den Ausstiegsstellen der Gnuherden sehen. Dieses sensationslustige, touristische Verhalten fuhrt dazu, das die Gnus
von den flachen Furten auf Tiefwasser ausweichen und dabei zu Hunderten
und manchmal sogar zu Tausenden für ein paar Fotos ertrinken.
Zitatende

Was muss kurzfristig geschehen:
1. Konsequentes Verbot des Off Road Fahrens und aktive Überwachung durch die Ranger. Spürbare Geldstrafen für die Fahrer. Erster Verstoß 2.000 Shilling. Wird sofort von den Rangern kassiert. Damit die auch motiviert sind, dürfen sie 50 % behalten. Beim dritten Verstoß wird der Fahrer für die Mara gebannt.

2. Verbot, über Funk andere Safarifahrzeuge über Tierstände zu informieren.
Dadurch keine Massenanhäufungen von Fahrzeugen.

3. Kein Zugang mehr für die großen Trucks (Lkw). Sie zerstören nachhaltig die Pisten.
Veranstalter aus der Region oder die Parkverwaltung sollten die Safarifahrten in kleinen Fahrzeugen durchführen, was zusätzliche Einnahmen bringt.

4. Verbot über Funk andere Fahrzeuge über Tierstände zu informieren. Dadurch keine Massenanhäufungen von Fahrzeugen


5. Erhöhung der Parkgebühren um mindestens 30 Prozent, damit zusätzliche Ranger bezahlt werden können

6. Wer unbedingt die Pisten verlassen möchte, kann ein Off-Road/Fotografen-Permit erwerben. Kosten pro Fahrzeug und Woche 1.000 US Dollar

Diese Maßnahmen hätten keinen messbaren, nachteiligen Einfluss auf die Besucherzahlen. In allen kenyanischen vom KWS (Kenya Wildlife Service) verwalteten Parks, ist das Off Road Fahren verboten und wird eingehalten. In Tanzania ist es ebenfalls seit Jahren verboten. Tanzania hat Kenya in den Besucherzahlen sogar überrundet.

Die Mara verträgt mehr Besucher, wenn die Punkte 1. bis 6. durchgesetzt werden. Nach meinen Vermutungen und verlässlichen Meldungen befinden sich Fahrzeuge im Reservat, ohne das für die Besucher Parkgebühren entrichtet wurden. Durch Kontrollen wie in den anderen kenyanischen Parks könnten sicherlich bis zu zehn Prozent Mehreinnahmen erzielt werden.

Ein wenig tröstlich ist, es gibt auch andere Naturfotografen Z.B. Alfred Tschui.
Er schreibt am 25.10.2011 zu seinem Leopardenfoto:
Zitat:
Ich habe so meine Probleme, wenn ich sehe, wie die Leoparden in der Masai Mara von Touristenfahrzeugen umstellt werden. An einem Tag sahen wir sage und schreibe 18 Fahrzeuge im Halbkreis um einen Busch stehen. Das kanns ja wohl nicht sein. Da wir grundsätzlich an diesem Umstellen nicht teilnehmen - im Wissen halt nicht immer alles fotografieren zu können - bin ich umso dankbarer für diese persönliche Begegnung.
Zitatende.

Den Safariveranstaltern kann ich keinen Vorwurf machen. Würde sich einer tiergerecht verhalten, hätte er schnell keine Kunden mehr. Selbst nicht den Touristen, die den Fahrer bedrängen nah an die Tiere heranzufahren, damit sie mit ihren Knipsen die Tiere formatfüllend aufnehmen können.
Die Fahrer unterliegen dem Zwang des Trinkgeldes. Ihre Entlohnung ist zum Leben zu wenig und zum Sterben zu viel.

Alle Mitglieder/Leser, denen die Erhaltung der Tierwelt in der Mara am Herzen liegt bitte ich: Der Fahrer soll das Funkgerät ausschalten. Keine Meldungen über Sichtungen über Funk weitergeben. Es ist der erste Schritt, die Massierungen von Fahrzeugen bei den Katzen zu reduzieren/weitgehend zu vermeiden.

Dieses ist kein Appell die Mara nicht zu besuchen. Ganz im Gegentei. Besuchen Sie diesen „Noch – Garten Eden“.
Damit die Mara auch für kommende Generationen ein Paradies der Tiere bleibt, muss relativ schnell etwas geschehen.
Im Januar werde ich, ich bin zuversichtlich dass der WWF und die Zoologische Gesellschaft Frankfurt dabei sind, eine Aktion starten damit für die Mara die gleichen Regularien Gültigkeit haben, wie für die Nationalparks in Kenya.
Die Aktion wird breit gefächert sich an den Präsidenten der Republik Kenya, den Präsidenten des KWS (Kenya Wildlife Service), die KTO und die Community in Narok wenden.

Sigi
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Natur: Naturdokument ?
Fotografischer Anspruch: Dokumentarisch ?
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Technik:
Canon 7D, 1/800 sec, F 10.0, ISO 640, Brennweite 100 mm, Originalbreite 5.184, Originalhöhe 3.456 Pixel
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Säugetiere:
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