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Faulbaum-Bläuling (Celastrina argiolus) mit Fluggast

Faulbaum-Bläuling (Celastrina argiolus) mit Fluggast
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Eingestellt:
Aufgenommen: 2026-07-03
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Der Faulbaum-Bläuling (Celastrina argiolus) unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht von typischen Bläulingen. Die meisten Bläulinge sind strikt an Magerrasen, naturnahe Wiesen oder Heideflächen gebunden. Der Faulbaum-Bläuling hingegen ist ein Wald- und Strauchbewohner. Weil er sich auch hervorragend an menschliche Siedlungsbereiche angepasst hat, wird er im englischen Sprachraum („Holly Blue“) und zunehmend auch bei uns oft als Gartenbläuling bezeichnet. Er flattert unbeschwert durch Parks, Friedhöfe und Gärten – oft hoch oben im Kronenbereich von Hecken und Bäumen.
Wer im zeitigen Frühjahr (oft schon Mitte bis Ende April) den ersten zarten blauen Schmetterling sieht, blickt fast immer auf einen Faulbaum-Bläuling. 
Während viele andere Bläulinge als Raupe oder Ei überwintern und entsprechend lange im Frühjahr für ihre Entwicklung brauchen, überwintert diese Art bereits als fertig entwickelte Gürtelpuppe am Boden. Sobald die ersten warmen Tage kommen, schlüpft der Falter sofort. 
Viele Bläulinge führen eine hochgradig abhängige, teils parasitische Lebensweise mit Ameisen (sie lassen sich in Nester schleppen und fressen dort die Ameisenbrut). Der Faulbaum-Bläuling wählt den diplomatischen Weg. Seine Raupen besitzen Drüsen am Hinterleib, mit denen sie ein zuckerhaltiges Sekret absondern, um Ameisen anzulocken. Die Ameisen nutzen diese „Tankstelle“ und verteidigen die Raupe im Gegenzug erbittert gegen Fressfeinde und kleine Parasiten (wie Schlupfwespen oder Milben).  Diese Symbiose ist für den Faulbaum-Bläuling freiwillig. Findet die Raupe keine Ameisen, entwickelt sie sich auf der Pflanze einfach ganz normal und gesund alleine weiter. 
Auf dem Flügel erkennt man einen kleinen blinden Passagier. Wahrscheinlich ist es eine frische L1-Larven von Weichwanzen. Hier liegt kein Parasitismus vor. Da die Eiablage vieler Weichwanzen oft an den Knospen und Blüten stattfindet, auf denen der Bläuling sitzt, kreuzen sich die Wege der frisch geschlüpften Nymphe und des Falters schlicht im selben Mikrohabitat.
Grüße Ingolf
Technik:
OM Digital Solutions OM-1MarkII, OM 90mm F3.5 + MC-20
1/320s, F/10, ISO 400, 180mm (etwa 361mm Kleinbild)
M, Manueller Weißabgleich
0.82m Distanz
Bearbeitung Tiefenschärfe verändert
Fotografischer Anspruch: Dokumentarisch ?
Dokumentarischer Anspruch: Ja ?
Größe 1.4 mB 3728 x 2784 Pixel.
Platzierungen:
Beste Tophit-Platzierung: 30 Zu den Tophits
Ansichten: 56 durch Benutzer89 durch Gäste
Schlagwörter:
GebietNiedersachsen
Rubrik
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