Der „wahre Schneefloh“
© Ingolf Kunze
| Eingestellt: | 2026-02-10 |
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| Aufgenommen: | 2026-02-05 |
| IK © | |
| Karl-Henz Epperlein hat ja vor kurzem den sehr seltenen Winterhaft hier im Forum gezeigt, der wegen seiner Springkünste auch Schneefloh genannt wird. Viel häufiger sieht man im Schnee aber die winterresitenten Springschwänze, die z.T. massenhaft auftreten können und ähnlich springen und deshalb im Umgangsdeutsch auch als Schneeflöhe bezeichnet werden. Hier sieht man ein ca. 2-3mm langen Vertreter der Gattung Isotoma. Die wissenschaftlich interessanteste Eigenschaft dieser Familie, sie ändern ihr Aussehen je nach Jahreszeit. Ein und dasselbe Tier kann im Winter anders aussehen als im Sommer. Sie häuten sich auch als erwachsene Tiere weiter (was für Insekten untypisch ist, aber für Urinsekten normal). Dabei bilden sich oft „Zähne" an ihrer Sprunggabel, um im Schnee und Eis mehr Halt zu haben oder es entsteht eine Bestachelung des Körpers und es bilden sich (wie man auf dem Bild sehen kann ) auch länger Häkchen an den Füßen. Früher dachten Forscher oft, sie hätten zwei verschiedene Arten vor sich, bis man erkannte, dass es sich um saisonale Varianten (Cyclomorphose) derselben Art handelt. Es gibt bei dieser Art noch eine Ecomorphose, bei starker Trockenheit und hohen Temperaturen baut sich das Tier um, es werden die Mundwerkzeuge stark reduziert, oft sogar verschwinden die Geschlechtsorgane und der Rumpf verändert sich um die Verdunstung zu reduzieren. Die Nahrungsaufnahme wird komplette eingestellt. Ändern sich die Umweltbedingungen wieder, wird durch eine erneute Häutung das ursprüngliche Aussehen schnell wiederhergestellt. Grüße Ingolf |
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| Technik: | OM Digital Solutions OM-1MarkII, OM 90mm F3.5 + MC-20 M, Automatischer Weißabgleich, Naturlicht |
| Fotografischer Anspruch: | Dokumentarisch ? |
| Dokumentarischer Anspruch: | Ja ? |
| Größe | 969.2 kB 3232 x 2414 Pixel. |
| Platzierungen: |
Beste Tophit-Platzierung: 33 Zu den Tophits
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| Ansichten: | 17 durch Benutzer12 durch Gäste |
| Schlagwörter: | schneefloh isotoma springschwanz |
| Gebiet | Niedersachsen |
| Rubrik Wirbellose: | |
Interessant: " Die Nahrungsaufnahme wird komplette eingestellt. "
Und wo kommt dann die Energie zum überleben her.
Hat der/die oder das das mittlere Bein verloren?
Das Bild ist wieder ein großes Plus für die OM II und 3,5 90 +2,0 TC.
Ich bin wirklich beeindruckt. Wenn das hier so weiter geht.....
Dein Text ist hoch interessant und macht Lust sich viel mehr mit der Materie zu beschäftigen.
Allein die Strategien und in welcher Umwelt/Umgebung die sich anpassen ist schon irre.
Da sieht man was ein Mensch doch für ein Weichei ist. Ausnahmen bestätigen die Regel.
Wenn heute den 13-30 Jährigen das IN streikt, ist Weltuntergang, jedenfalls bei vielen.
Bin begeistert vom Bild und
schönen Abend
BG Robert
Hallo Robert, dass Bild ist kein Stack, sondern ein „one Shot“. Das Bein ist direkt in die Kamerrichtung angehoben.
Bei Trockenheit schrumpfen die Tiere massiv zusammen und sehen aus wie kleine, vertrocknete Rosinen oder Staubkörnchen. Damit ihre Zellen beim Austrocknen nicht kollabieren, ersetzen sie das Wasser in ihren Zellen durch einen speziellen Zucker namens Trehalose (dieser Zucker ist auch das Kältemittel im Winter!). Dieser Zucker kristallisiert nicht (was die Zellen zerstören würde), sondern wird fest wie Glas ("Vitrifizierung"). Er stützt die Zellwände von innen. In diesem Zustand ist der Stoffwechsel komplett auf Null. Sie sind biologisch gesehen scheintot. Sobald es regnet, saugen sie sich wie ein Schwamm wieder voll, der Zucker löst sich, und sie hüpfen innerhalb von Minuten oder Stunden weiter, als wäre nichts gewesen.
Sie schalten also aktiv in einen physiologischen Ruhezustand (Diapause). Dabei wird der Stoffwechsel auf ein absolutes Minimum heruntergefahren. Dadurch können sie längeren Phasen überstehen.
Ich arbeite sehr gerne mit OMii und Macro 90mm mit MC20.
Grüße Ingolf
Bei Trockenheit schrumpfen die Tiere massiv zusammen und sehen aus wie kleine, vertrocknete Rosinen oder Staubkörnchen. Damit ihre Zellen beim Austrocknen nicht kollabieren, ersetzen sie das Wasser in ihren Zellen durch einen speziellen Zucker namens Trehalose (dieser Zucker ist auch das Kältemittel im Winter!). Dieser Zucker kristallisiert nicht (was die Zellen zerstören würde), sondern wird fest wie Glas ("Vitrifizierung"). Er stützt die Zellwände von innen. In diesem Zustand ist der Stoffwechsel komplett auf Null. Sie sind biologisch gesehen scheintot. Sobald es regnet, saugen sie sich wie ein Schwamm wieder voll, der Zucker löst sich, und sie hüpfen innerhalb von Minuten oder Stunden weiter, als wäre nichts gewesen.
Sie schalten also aktiv in einen physiologischen Ruhezustand (Diapause). Dabei wird der Stoffwechsel auf ein absolutes Minimum heruntergefahren. Dadurch können sie längeren Phasen überstehen.
Ich arbeite sehr gerne mit OMii und Macro 90mm mit MC20.
Grüße Ingolf