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https://naturfotografen-forum.de/data/p/395/1977909/fast-thumb.jpghttps://naturfotografen-forum.de/data/o/395/1977909/image.jpg
Eingestellt:
VH ©
Im Jahr 2020 wurde erstmals in Deutschland in der Nähe von Freiburg und vor meiner Haustür Kirbys Heuschreckenjäger-Grabwespe [Prionyx kirbii] festgestellt. Ich gehe zwar davon aus, daß die Art schon etwas länger anwesend war, aber solange sie niemand mit Sachverstand entdeckt, kann sie auch nicht zur Kenntnis genommen werden.

Obwohl diese Grabwespe vom Körperbau der Heuschreckensandwespe [Sphex funerarius] ähnelt, ist sie doch deutlich kleiner. Durch die charakteristische Abdomenzeichnung mit den elfenbeinfarbenen Tergitbinden ist sie aber unverwechselbar.

Die wärmeliebende Art, die ihren Ursprung in Südeuropa, Nordafrika und Asien hat, ist ein absoluter Langschläfer. Erst in der prallen Mittagssonne wird sie so langsam munter. Das hatte zur Folge, daß ich die Aktionsbilder nur unter für mich äußerst unangenehmen Rahmenbedingungen machen konnte. Aber wer das eine will, muß bekanntlich das andere mögen.

Im Gegensatz zu den erwähnten Heuschreckensandwespen legt Prionyx kirbii die Brutröhren nicht in Gemeinschaften an.

Ganz im Gegenteil konnte ich beobachten, daß die Weibchen einen gewissen Umkreis um die ‚Baustelle‘ recht vehement gegen Eindringlinge verteidigen.

Wenn die Brutröhre ausgehoben ist, begibt sich das Weibchen auf Beutesuche. Ich fand es interessant, daß Heuschrecken in unmittelbarer Nähe rigoros ignoriert wurden. Die paralysierten Opfer wurden grundsätzlich aus größerer Entfernung (bis zu 15 m) herangeschleppt. Das Opfer wird an den Fühlern festgehalten und zwischen den Beinen transportiert.

Ist die Grabwespe an der Brutröhre angelangt, wird die Heuschrecke abgelegt und der Eingang nochmals ausgiebig kontrolliert und ggf. nachgebessert. Erst wenn alles perfekt zu sein scheint, beginnt der Eintrag. Hierzu kriecht die Wespe in die Röhre und zieht die Heuschrecke hinter sich her.

Das verläuft allerdings nicht immer so leicht, wie es sich anhört. Mehr als einmal mußte ich mich als Helfer betätigen, da die Heuschrecke sich so im Eingang verkeilt hatte, daß es für die Grabwespe kein Vor oder Zurück mehr gab.

Ist die Heuschrecke endlich in der Brutkammer platziert, legt die Grabwespe ein Ei auf ihr ab, krabbelt aus der Röhre und verschließt den Eingang mit einem bereitgelegten Steinchen oder einem festen Sandklumpen. Anschließend wird rundherum noch etwas Sand verteilt, um alle Spuren zu beseitigen.

Schönes Wochenende.

VG Volker

PS: habe gerade festgestellt, daß die verlinkten Bilder verkleinert werden. Das beeinflußt natürlich die Qualität etwas. In Zukunft werde ich das berücksichtigen.

Technik:
APS-C, 100 mm, Blende 8
Fotografischer Anspruch: Fortgeschritten ?
Dokumentarischer Anspruch: Ja ?
Größe 259.2 kB 601 x 800 Pixel.
Platzierungen:
Beste Tophit-Platzierung: 1 Zu den Tophits
Teilnehmer "Wirbellose"-Bild des Monats Februar 2023
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