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Ein Paradebeispiel aus dem Themenkreis "Mensch und Natur":
Die Purpurschwalbe (Progne subis) - engl. Purple Martin.

Ursprünglich war diese fast schwarze Schwalbenart in Nordamerika wohl nicht sehr häufig. Natürliche Brutplätze sind Baumhöhlen, Kaktushöhlen oder Felsspalten.

Mittlerweile brütet nahezu die vollständige östliche Population dieser Schwalbenart in künstlichen Nisthilfen, wie in diesem "Martins-house". Es ist in den USA sehr beliebt entsprechende Nisthilfen zu stellen, macht die Art aber auch im hohen Maße abhängig vom Menschen. Bereits vor Eintreffen der Europäer sollen die Ureinwohner angeblich begonnen haben für die Schwalben ausgehöhlte Kürbisse als Nisthilfen aufzuhängen. Das wurde dann konsequent weiter verfolgt. Inzwischen gibt es in den USA zwei Gesellschaften, die sich ausschließlich um diese Vogelart und die Nisthilfen kümmern.

Das Ergebnis ist heute, dass einerseits die Schwalbe zum extremen Kulturfolger geworden ist, sie sehr häufig geworden ist, aber die Bestände ohne menschliche Hilfe drastisch zusammenbrechen würden. Andererseits aber auch, dass diese Erfolgsgeschichte Probleme mit sich bringt. So hat der Mensch ja gerade in Nordamerika sehr gerne neue Tierarten eingebürgert (vermutlich war der Bedarf der Europäer da, vertraute Arten auch in der Neuen Welt um sich zu haben). Eingebürgerte Haussperlinge und Stare machen den Schwalben diese künstlichen Nisthilfen streitig und obsiegen oft. Dennoch ist der Bestand der Purpurschwalbe in Nordamerika durch künstliche Nisthilfen in Spheren vorgedrungen, die in die Millionen Brutpaare geht. Sie sind Zugvögel und verbringen den Winter in Südamerika. Auf dem Weg nach Süden sammeln sie sich in horrenden Scharen. So ist es vorgekommen, dass riesige Schwärme auf der Rast in Mexiko dafür sorgten, dass Stromleitungen und Masten unter dem Gewicht der Millionen-Schar zusammenbrachen - was logischerweise die Mexikaner nicht gerade erfreute - also wurden kurzerhand große Mengen der Purpurschwalben "vernichtet"...

"Mensch und Natur" halt... bzw. das, was wir daraus gemacht haben: "Plastophile Schwalben", bei vielen beliebt, bei anderen gehasst. Ein "Spielball" menschlicher Interessen, Sympathien und Antipathien. Die Schwalben können nix dafür, sie verhalten sich so, wie sie können und wollen - nur nicht mehr wirklich "natürlich".

Gruß, Thorsten
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Habs von dieser Teichseite digikope fotografiert
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