Maculinea nausithous
| Eingestellt: | 2013-02-10 |
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| Aufgenommen: | 2012-07-24 |
| AS © | |
| Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling, eine Art des Anhangs II der FFH-Richtlinie; in Leipzig gibt es noch ein paar intakte Populationen. Folgende spannende Biologie: Die Eiablage erfolgt zur Flugzeit der Falter im Juli und August ausschließlich einzeln oder in kleinen Gruppen in bereits rot gefärbte, ältere Blütenköpfe der Wirtspflanze Großer Wiesenknopf. Diese Blüten dienen als Balz- und Schlafplatz, zur Eiablage und Nektaraufnahme. |
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| Technik: | Canon EOS 5D Mark II, 150mm 1/800 Sek., f/4.5, ISO 250 Belichtungsautomatik, Manueller Weißabgleich |
| Fotografischer Anspruch: | Fortgeschritten ? |
| Natur: | Naturdokument ? |
| Größe | 171.3 kB 667 x 1000 Pixel. |
| Platzierungen: |
Beste Tophit-Platzierung: 31 Zu den Tophits
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| Ansichten: | 10 durch Benutzer327 durch Gäste254 im alten Zähler |
| Schlagwörter: | dunkler wiesenknopf-ameisenblaeuling maculinea nausithous moorblaeuling |
| Rubrik Wirbellose: | |
Re: Maculinea nausithous
toller Begleittext, es ist immer wieder faszinierend wie solche komplexen Prozesse und Abläufe funktionieren.
Aber auch dein Bild in diesem warmen Licht und der großzügigen Gestaltung gefällt mir sehr gut.
VG
Ines
Re: Maculinea nausithous
ja, ich bin von dieser Lebensweise auch immer wieder fasziniert. Da ich in
meiner Region einige Stellen kenne, an denen dieser hübsche Falter vorkommt,
ist er für mich kein Unbekannter. Du zeigst uns hier mal eine ganz andere,
aber gelungene Darstellung.
LG Volker
Re: Maculinea nausithous
ganz herzlichen Dank für Deinen instruktiven Text. Da lacht das Entomologenherz !
Das Vorkommen der Art ist an das Vorhandensein der wichtigsten Nahrungspflanze des großen Wiesenknopfes (Sanguisorba officinalis) gebunden. Seine Blüten müssen solange stehen bleiben, bis sich die Raupen entwickelt haben. Im 3/4 Raupenstadium (ca Mitte September) lassen sie sich von den Blütenköpfen zum Wiesenboden fallen und warten, bis sie von den Ameisenarten Myrmica rubra oder Myrmica scabrinodis gefunden werden (die Ameisennester müssen sich in ca. 1,5-2 m Umkreis vom Wiesenknöpfchen befinden sonst werden die Räupchen nicht gefunden). Sie können dann nur hoffen, nicht von einer anderen Ameisenart als Futter davongetragen zu werden. Die Raupe wird intensiv von der Ameise betrillert und reagiert mit der Abgabe eines Sekrets aus ihrem Nektarorgan. Die Ameise packt daraufhin die Raupe und trägt sie ins Nest (Adoption), wo sie in den Brutkammern ihres Wirts überwintert. Die Raupen sind in der Lage, den Nestgeruch der Ameisen zu imitieren. Einmal im Ameisennest untergebracht, werden sie von den Ameisen wie die eigene Brut gepflegt, obwohl sie sich bis zur Verpuppung räuberisch von deren Eier und Larven ernähren. Im Gegenzug revanchieren sie die Räupchen mit der Abgabe von Nektarsekret (enthält Fruktose, Saccharose, Trehalose , Glucose und Proteine) aus ihrer Newcomerschen Drüse an die Ameisen, die diese ausgewogene Kost sehr schätzen. Ob die Raupe im Nest kleptoman lebt, d.h. die Raupe von den Ameisen gefüttert wird (Kropfinhalt der Ameisen wird über das Labrum an die leicht aufgerichteten Raupen übergeben) oder selbst Ameisenlarven/Eier vertiglt ist immer noch nicht mit letzter Sicherheit geklärt. Nach dem Schlüpfen aus der Puppe im Folgejahr Anfang Juli muss der Schmetterling sofort das Ameisennest verlassen, da jetzt die Tarnung nicht mehr funktioniert und er leicht zur Beute wird. Die Vorteile für das Überleben, die der Schutz der Ameisen bietet haben offensichtlich im Laufe der Evolution die Nachteile dieser Assoziationen aufgewogen. Deshalb ist die trophobiotische Symbiose zwischen den Bläulingen und den Ameisen eindeutig von der Selektion begünstigt.
Einen beauftragten Bauern der auf einem Traktor über die Wiesen in meinem Makrogebiet fuhr (führt die Mahd schon seit drei Generationen hier durch) habe ich gemeinsam mit Benjamin befragen können, nach welchen Vorgaben er mäht. Es war Mitte August und er hatte alles einschließlich der Wiesenknöpfe in den Randzonen ( um Bauminseln herum) abgemäht und dies zur Eiablagezeit des Ameisenbläulings. Er informierte uns , der Naturschutzbehörde (laut Gutachten 2006) sei das Vorkommen in den von ihm gemähten Zonen nicht bekannt, außerdem wäre der Ameisenbläuling in den östlichen Bereichen des Rabengrundes recht häufig. Wir schlugen vor den Zeitpunkt der Mahd unbedingt zu ändern (auf Anfang bis Mitte September wenn die Raupe abholbereit ist) und grössere Bestände des Wiesenknopfes in den Randzonen stehen zu lassen. Eine entsprechende Biotopkartierung mit empfohlenen Schutzmassnahmen habe ich mittlerweile der unteren Naturschutzbehörde Wiesbaden zukommen lassen.
Gratulation zu dieser feinen Naturaufnahme, die den kleinen Bläuling schön dort zeigt, wo er sich wohlfühlt.
LG
Thomas
LG
Thomas
Re: Maculinea nausithous
interessante Info und schönes Bild
gruss Steffi
Re: Maculinea nausithous
Viele Grüße,
Marko