Der Winter ist hart...
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Eingestellt: | 2011-02-13 |
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B4 © | |
...für die Lemminge in Jotunheimen. Dieser arme Nager tauchte im Frühsommer 2010 aus dem Schnee auf und erinnerte mich ein wenig an Ötzi. Eine schöne Ruhestätte auf dem Stein unter der Kyrkja hat er aber gefunden... Den Winter verbringen die niedlichen und angriffslustigen Nager nicht im Winterschlaf sondern in Gängen unter dem meterdicken Schnee. Die Population schwankt bekanntermaßen sehr stark, es gibt Jahr in denen sieht man kaum mal einen und in anderen Jahren laufen sie einem massenweise über die Füße. Sehr unangenehm kann es sein aus Versehen auf einem Lemmingbau zu zelten. Sie fordern Tribut anhand angeknabberter Kekse, die unvorsichtigerweise in der Apsis liegen gelassen wurden! |
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Technik: | Lumix LX3, 5.1mm (24mm KB), F4, ISO80, 1/40sec, Freihand |
Natur: | Naturdokument ? |
Größe | 290.8 kB 1000 x 608 Pixel. |
Ansichten: | 8 durch Benutzer277 durch Gäste613 im alten Zähler |
Schlagwörter: | jotunheimen kyrkja lemming nagetier norge norwegen |
Rubrik Landschaften: |
Mfg.Frank
habe Deine Fotos auf der Homepage angeschaut. Wetterglück hast Du leider wirklich nicht gehabt... Aber schön sind sie trotzdem. Ich habe letztes Jahr nur einen(!) lebenden Lemming gesichtet. Bekannte, die später dort waren, erzählten dagegen von "Massen"...
Gruß, Jens
Ich möchte gern auf dein Foto zurückkommen, auch wenn ich euern 'Exkurs' interessant, informativ und sehr wichtig finde (wenn für mich auch nicht neu).
Gestern war es mir zu spät, dir noch zu schreiben, Jens, doch möchte ich es heute unbedingt nachholen.
Dein Bild fiel mir angenehm auf, weil du einen Aspekt der Natur zeigst, der hier im Forum - nach meinem Empfinden - eher ungewöhnlich scheint.
Ich bin erst seit gut 1 Monat dabei und doch fällt mir sehr auf, dass im überwiegenden Mass die schöne, ästhetische Seite der Natur gezeigt wird.
Schade, denn Natur ist für mich mehr, sei ist auch dunkel, sie ist auch z.B. Tod eines Lebewesens. Das zu deiner Bildidee und der -aussage.
Wenn ich mir dein Bild selbst anschaue, so würde ich es mir gern weniger plakativ, 'anprangernd' wünschen, einfach subtiler.
Was ich mir z.B. gut vorstellen könnte wäre, die Schärfeebenen zu vertauschen: Berg scharf und mumifizierten Lemming unscharf (selbstverständlich klar erkennbar, das wäre sicher die Kunst).
So würdest du mir als sensible Betrachterin deines Bildes zutrauen, dass ich die Botschaft verstehe, auch wenn du sie feiner rüber bringst.
Wie gesagt, grundsätzlich bin ich sehr froh, dass du solch ein Bild fotografiert hast und hier einstellst!
LG, Barbara
vielen Dank für Deine Auseinandersetzung mit dem Foto. Deine Ratschläge nehme ich dankbar auf, die Kritik an der Plakativität ist wohl angebracht, gut das Du es schreibst. Ich werde jetzt sicherlich nicht bei nächster Gelegenheit den nächsten toten Lemming suchen um ein besseres Foto mit subtilerer Botschaft zu schießen, lieber schaue ich den Lebenden zu! Aber falls sich die Gelegenheit ergeben sollte versuche ich es mal... ;)
Gruß, Jens
So war das auch gemeint
Ausserdem liegen sie ja auch bei uns nicht so einfach in der Gegend rum...
LG, Barbara
der Kampf ums Überleben ist im Winter für viele Tierarten schon sehr hart, so reguliert sich die Natur selbst.
Dehalb möchte ich die Gelegenheit nutzen um ein Problem aufzuzeigen welches Euch nicht unbekannt sein wird. Winter bedeutet für viele Tiere "Notzeit" (alle Lebensfunktionen brennen auf "Sparflamme"), jede Störung in ihrem Lebensraum kann zum Tod führen. Viele Störfaktoren (Silvesterknallerei, Skitouren mit anschließender Abfahrt durch die Wälder, freilaufende "unkontrollierbare" Hunde und vieles mehr) fordern jeden Winter hunderte Opfer! Den ambitionierten Naturfotografen setzt man richtiges, rücksichtsvolles Verhalten voraus und ich sehe es als Pflicht dieses Wissen weiterzugeben. Sehr interessant und zielführend kann die Arbeit mit Kindern sein, z.B. eine "Naturexkursion" mit einer Schul- oder Kindergartengruppe.
Danke Jens, finde ich gut das Du ein solches Bild zeigst - wollte es nicht für meinen Artikel "missbrauchen" aber ich fand es als gut passend dafür.
Gut Licht!
MfG. Christian
ich freue mich sehr, einen positiven Kommentar zu diesem Bild zu bekommen. Habe mich nach über 200 Hits ohne Anmerkung schon gefragt, ob ich vielleicht ein ungeschriebenes Gesetz des Forums überschritten habe, dass hier nur lebende Tiere in toller Pose gezeigt werden dürfen!? ;)
Mir selber ist auch klar, dass ich allein durch das Betreten dieser empfindlichen Natur einen Einfluss auf Pflanzen und Tiere ausübe. Das Zelt auf dem Lemmingbau ist da nur ein Beispiel… Aber wenn sich kein Mensch an diesen „letzten Wildnisgebieten“ oder auch Nationalparks erfreuen würde, wären sie wahrscheinlich schon längst nicht mehr da und z.B. der Wasserkraft oder welcher Nutzung auch immer zum Opfer gefallen. Ich glaube da ist das versehentliche Zertrampeln einer Blüte im weglosen Gelände oder ein erschreckter Lemming das geringere Übel.
Leider gibt es aber in Sachen „Selbstregelung der Natur“ viel Heuchlerei, z.B. in einem norddeutschen Nationalpark: Dort werden seit Jahren in der Kernzone(!) Treibjagden abgehalten, die wohl eher dem Lustempfinden einiger Menschen dienen als dem angeblichen Naturschutz. Dem Gedanken der unberührten, sich selbst überlassenen Natur eines Nationalparks entspricht das eher nicht. Überall stehen in der Kernzone Ansitze, die von den immer weniger werdenden offiziellen Wegen nicht zu sehen sind (es soll nach Außen der Eindruck vermittelt werden, die Natur reguliert sich selbst). Nicht einmal ihre leer geschossenen Patronen nehmen einige der Herrschaften wieder mit, Stacheldrahtzäune liegen umgefallen im Moor und werden einigen Tieren sicherlich zum Verhängnis. Überall hängen diese gelb-roten Markierungsschnipsel, die den richtigen Weg zum Ansitz zeigen, und so weiter…
Was ist dagegen ein einsamer Fotograf, der mal ein paar schöne Fotos schießen will?
Das musste ich jetzt mal loswerden, ist aber sicherlich nichts Neues für einige hier. Das Ganze entfernt sich zwar immer mehr von dem gezeigten Foto, aber Du hast da eine wichtige Sache angesprochen…
Gruß, Jens