Exoprosopa rivularis
| Eingestellt: | 2026-08-04 |
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| ME © | |
| Dieses hübsche Insekt gehört zu der Familie der Wollschweber (Bombyliidae). Einen deutschen Namen gibt es nicht, und auch Infos zu diesem Insekt gibt es weder auf Deutsch noch auf Spanisch. Ich sah es zum ersten Mal vor einigen Tagen. LG, |
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| Fotografischer Anspruch: | Fortgeschritten ? |
| Dokumentarischer Anspruch: | Ja ? |
| Größe | 554.8 kB 1200 x 871 Pixel. |
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Beste Tophit-Platzierung: 40 Zu den Tophits
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| Ansichten: | 73 durch Benutzer86 durch Gäste |
| Schlagwörter: | exoprosopa rivularis spanien |
| Rubrik Wirbellose: | |
Re: Exoprosopa rivularis
LG, Heike
Re: Exoprosopa rivularis
Im Grundsatz folgt Exoprosopa rivularis dem typischen Verhaltensmuster der Wollschweber, unterscheidet sich aber in einigen prägnanten Punkten deutlich von den bekannteren Vertretern wie etwa dem Großen Wollschweber (Bombylius major):
Während Vertreter der Gattung Bombylius mit ihrem extrem langen Rüssel wie Kolibris im Schwebflug vor Blüten stehen und Nektar trinken, besitzen Exoprosopa-Arten einen deutlich kürzeren Rüssel. Sie landen zur Nahrungsaufnahme direkt auf den Blüten oder am Boden.
Exoprosopa rivularis ist eine extrem thermophile Art. Man sieht die Tiere sehr häufig flach auf sonnenbeschienenem, trockenem Boden, Felsen oder Steinen sitzen, um Körperwärme zu tanken. Bei Hitze fliegen sie extrem schnell und ruckartig dicht über dem Boden.
GRüße Ingolf
Re: Exoprosopa rivularis
Wissen du über Insekten draufhast. Auch die Erklärung zu Michaels Bild...fantastisch!
LG,
Marion
Re: Exoprosopa rivularis
Ingolf
Re: Exoprosopa rivularis
Liebe Grüsse,
Marion
Re: Exoprosopa rivularis
ich habe da letztes Jahr in Griechenland was fotografiert, dachte an eine dunkle Schwebfliegenart.
Vielleicht ist es aber auch so was ähnliches wie solch ein Wollschweber, oder eine andere Fliegenart?
Hier der Link zum Bild unbekannte_Fliegen
Kann man die näher bestimmen?
LG Michael
Re: Exoprosopa rivularis
ja, das sind tatsächlich auch Wollschweber (Familie Bombyliidae).
Es handelt sich hierbei um Vertreter aus der Gattung Lomatia (oft als Saumschweber oder Trauerwollschweber bezeichnet, wie etwa Lomatia sabaea).
Während man beim Begriff Wollschweber meist zuerst an die kugelig-flauschigen Arten mit langem Rüssel denkt (wie den Großen Wollschweber Bombylius major), zeichnet sich die Gattung Lomatia durch ein anderes Erscheinungsbild aus:
Der Hinterleib ist langgestreckt und flach mit feinen, hellen Querbändern auf den Segmenten.
Die leuchtend orange-fuchsroten Haarpolster seitlich am Thorax bilden einen starken Kontrast zum dunklen Körper.
Die Flügel sind am Vorderrand oft leicht dunkel getönt, und der Rüssel ist deutlich kürzer als bei Bombylius-Arten.
Griechenland und der ostmediterrane Raum sind ein wahrer Hotspot für Arten der Wollschweber-Gattung Saumschweber (Lomatia). Während in Mitteleuropa nur sehr wenige Arten vorkommen (wie Lomatia lateralis), gibt es im Mittelmeerraum deutlich mehr nahe verwandte Arten.
In Griechenland sind besonders häufig anzutreffen:
1. Lomatia polyzona: Sehr charakteristisch für den Balkan und die griechischen Inseln. Diese Art hat genau diese ausgeprägten, feinen gelb-weißen Hinterleibsbinden sowie die dichten, warmen fuchsroten/orangen Haarpolster an den Seiten des Brustabschnitts (Thorax).
2. Lomatia sabaea oder Lomatia belzebul: Ähnliche mediterrane Vertreter mit teils geringfügigen Unterschieden in der Flügelzeichnung oder Bindenbreite.
Die Gattung Lomatia gehört zwar zur Familie der Wollschweber (Bombyliidae), vertritt dort aber eine eigenständige Unterfamilie (Lomatiinae). Anders als ihre runden, hummelartigen Verwandten sind Saumschweber schlank gebaut und ihre Larven leben meist parasitisch an den Larven/Puppen von Schwarzkäfern (Tenebrionidae) oder Heuschreckeneiern.
Das Weibchen (oben/links): Zeichnet sich durch die extrem breiten, scharf abgegrenzten gelb-weißen Binden auf den Hinterleibssegmenten und eine etwas hellere, flächigere orange Behaarung am Thorax aus.
Das Männchen (unten/rechts): Wirkt deutlich dunkler. Die Binden auf dem Hinterleib sind viel dünner bzw. reduzierter, und die orange-rote Behaarung am Thorax ist kompakter und geht eher in ein tiefes Rostrot/Schwarz über.
Auch bei den Augen lässt sich der Dimorphismus (wie bei den meisten Fliegen) gut erkennen: Beim Männchen stoßen die Facettenaugen auf der Kopfoberseite fast zusammen, um während des Flugs Partnerinnen oder Reviere besser zu erkennen. Beim Weibchen sind die Augen deutlich durch eine breite Stirnspalte getrennt.
Bei vielen Lomatia-Arten ist dieser farbliche und zeichnerische Unterschied zwischen den Geschlechtern tatsächlich so ausgeprägt, dass Männchen und Weibchen historisch gelegentlich sogar als zwei verschiedene Arten beschrieben wurden. Eine hervorragende Aufnahme, die diesen Unterschied perfekt nebeneinander dokumentiert!
Eine zweifelsfreie Bestimmung der genauen Art allein anhand des Fotos ist in dieser artenreichen und komplexen Gattung leider nicht möglich.
Sicher festlegen lässt sich das Tier auf Gattungsebene als Lomatia sp. (Saumschweber), wobei Lomatia polyzona die plausibelste Tendenz für Griechenland ist.
Grüße Ingolf
Re: Exoprosopa rivularis
Mal wieder mehr als ausführlich 👌
Dann werde ich mir das Bild mal richtig vornehmen, und in meinem Vorrat der bearbeiteten Bilder legen.
Dann kommt es irgendwann mal als Beitrag...
VG Michael
Re: Exoprosopa rivularis
ein schöner Fund.
Wahrscheinlich hättest Du ihn, wie ich, noch lieber in der rechten unteren Ecke angeordnet.
Grüße
Joachim
Re: Exoprosopa rivularis
Schön immer wieder neue, unbekannte Arten hier im Forum zu entdecken!
lG
Robert
Re: Exoprosopa rivularis
ich hätte das Insekt für ein dunklere Schwebfliegenart gehalten.
Danke für die Vorstellung mit dieser klaren Aufnahme, bei der man auch
die Struktur in den Flügeln schön erkennt.
LG Michael