Ein unwirklicher Pfützenbesucher
| Eingestellt: | 2026-08-04 |
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| Aufgenommen: | 2026-08-03 |
| B2 © | |
| Dieses Bild ist für mich mehr als nur eine Aufnahme eines Flussuferläufers. Es steht für die Unberechenbarkeit der Natur und dafür, dass die größten Überraschungen oft dann passieren, wenn man längst nicht mehr mit ihnen rechnet. Aber von Anfang an. Ich wohne mitten in der Stadt. Direkt neben unserem Haus liegt ein Friedhof. Einige alte Bäume, etwas Gestrüpp, ein paar Brunnen, Rasenflächen und Wiesen, nichts Besonderes auf den ersten Blick. Während der heißen Wochen begann ich dort, in einer ruhigen Ecke, immer wieder eine kleine Pfütze anzulegen. Vor allem wollte ich den Gartenvögeln eine Gelegenheit zum Trinken und Baden bieten und sie dabei beobachten. Schon bald wurde die kleine Wasserstelle gut angenommen. Blaumeisen, Kohlmeisen, Buchfinken, Rotkehlchen und Stieglitze kamen regelmäßig vorbei. Gelegentlich schaute eine Amsel vorbei, seltener eine Klappergrasmücke, Mönchsgrasmücke oder ein Grauschnäpper. Nur die Spechte, allen voran der Grünspecht, auf den ich besonders hoffte, ließen sich nie blicken. Als ich am Montagabend wieder dort saß und die warme Luft auf möglichst viele badefreudige Vögel hoffen ließ, machte sich zunächst Ernüchterung breit. Blaumeisen und Kohlmeisen waren in großer Zahl da, ansonsten passierte fast nichts. Ich hatte das Tarnnetz bereits auf den Rucksack gelegt und war gedanklich schon beim Zusammenpacken. Da erschien doch noch ein junges Rotkehlchen. Ich legte mich noch einmal auf den Boden, machte einige Aufnahmen und beobachtete es einen Moment. Kurz darauf flog es davon. "Feierabend", dachte ich. Ich wollte mich gerade aufrichten, als rechts aus dem dichten Gebüsch ein grau-weißer Vogel auf die kleine Grasfläche lief. Zunächst konnte ich ihn nicht richtig erkennen. Also blieb ich einfach sitzen. Und dann die Überraschung. Ein Flussuferläufer. Mitten auf einem Berliner Friedhof. An meiner kleinen Pfütze. Er lief am Rand entlang, schnappte nach Insekten, trank, badete und putzte sein Gefieder, leider nicht immer an den fotogensten Stellen. Rund 25 Minuten blieb er dort, verschwand immer wieder kurz im Gras und kehrte jedes Mal zurück. Ich konnte kaum glauben, was ich da gerade erlebte. Bis schließlich die Katze aus der Nachbarschaft auftauchte. Sie setzte dem Flussuferläufer nach. Er hob sofort ab und verschwand so schnell, wie er gekommen war. Es war ein völlig unwirklicher Moment. Mit vielen Arten hätte ich gerechnet. Vielleicht mit einem Sperber. Vielleicht mit einer ungewöhnlichen Drossel. Aber ein Flussuferläufer? Mitten in der Stadt, an einer selbst angelegten Pfütze auf einem Friedhof? Damit hätte ich nie gerechnet. Genau deshalb liebe ich die Naturfotografie. Man kann planen, beobachten und hoffen. Aber manchmal schreibt die Natur ihre ganz eigenen Geschichten und genau diese Momente sorgen für dieses unbeschreibliche Gefühl aus Überraschung, Freude und Glück. |
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| Technik: | NIKON Z 9, NIKKOR Z 600mm f/4 TC VR S 1/2000s, F/4, ISO 4500, 600mm |
| Fotografischer Anspruch: | Fortgeschritten ? |
| Größe | 1.4 mB 2500 x 1667 Pixel. |
| Platzierungen: |
Beste Tophit-Platzierung: 13 Zu den Tophits
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| Ansichten: | 33 durch Benutzer24 durch Gäste |
| Rubrik Vögel: | |
Re: Ein unwirklicher Pfützenbesucher
Gruß angelika
Re: Ein unwirklicher Pfützenbesucher
wunderbar ... sowohl dein Bild, als auch deine aufregende Geschichte dazu!
Gruß Wolfgang
Re: Ein unwirklicher Pfützenbesucher
eine wunderbare und interessante Geschichte mit einer grossartigen
Aufnahme mit unheimlicher Wirkung in einheitlichen Farbtönen !!!!
Als Krönung noch diese Spiegelung, was für ein Augenschmaus, bravo !!!!
Beste Grüsse, Albert
Re: Ein unwirklicher Pfützenbesucher
ein schönes Bild und ein interessanter Text. An einer Pfütze habe ich noch keinen Flussuferläufer gesehen, aber wie dein Beispiel zeigt ist - fast - nix unmöglich in der Natur.
Gruß
Thorsten
Re: Ein unwirklicher Pfützenbesucher
eine krasse Geschichte und ein wunderbares Bild mit super schöner Farbharmonie.
Die Klarheit im Bild ist mega!
Gruss
Otto