Die Alpenüberquerer
© Ingolf Kunze
| Eingestellt: | 2026-07-27 |
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| Aufgenommen: | 2026-07-06 |
| IK © | |
| Das ist ein Weibchen der Gewöhnlichen Langbauchschwebfliege (Sphaerophoria scripta) an einer Blüte der Schwarzen Königskerze als Nektarquelle. Wie mancher Zugvogel legt auch diese kleine Schwebfliege enorm weite Strecken zurück. Sie gehört zu den echten Wanderinsekten. Im Frühjahr ziehen große Populationen aus dem Mittelmeerraum über die Alpen nach Mittel- und Nordeuropa. Im Spätsommer tritt die Folgegeneration oft wieder den Rückflug Richtung Süden an. Die Strecken, die wandernde Schwebfliegen wie Sphaerophoria scripta zurücklegen, sind für ihre Körpergröße von nur etwa einem Zentimeter erstaunlich. Über ihr gesamtes Leben hinweg legen wandernde Tiere Strecken von mehreren hundert bis über 1.000 Kilometern zurück. Manche Tiere fliegen vom Mittelmeerraum oder Nordafrika über die Alpen bis nach Nordeuropa oder Skandinavien. Bei günstigen Winden können Schwebfliegen 100 bis 200 Kilometer an einem einzigen Tag bewältigen. Sie erreichen dabei Fluggeschwindigkeiten von rund 25 km/h. Um solche Strecken zu schaffen, steigen sie gezielt in Höhen von bis zu 1.000 Metern auf, um sich von Thermik und Strömungen tragen zu lassen. Bei Alpenüberquerungen nutzen sie gezielt Bergpässe. Es wandern vor allem die Weibchen die ganz weiten Distanzen. Sie bauen vor dem Flug große Fettreserven auf (anstatt sofort Eier zu entwickeln), was ihnen eine enorme Ausdauer verleiht. Bei warmem Sommerwetter kann die Entwicklung vom Ei über die Larve bis hin zur fertigen Schwebfliege in nur ca. 16 bis 20 Tagen ablaufen. Dadurch bildet die Art Mitteleuropa mehrere Generationen pro Jahr aus und kann rasch auf günstige Nahrungskonditionen reagieren. Die blind umherkriechenden, madenartigen Larven sind gierige Räuber. Eine einzige Larve vertilgt während ihrer Entwicklung hunderte Blattläuse und macht die Art zu einem biologischen Schädlingsbekämpfer im Garten. Die adulten Schwebfliegen ernähren sich ausschließlich von Nektar und Pollen. Durch ihren sehr schlanken Körperbau können sie problemlos auch tiefere Röhrenblüten ansteuern und sind wichtige Bestäuber. Grüße Ingolf |
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| Technik: | OM Digital Solutions OM-1MarkII, OM 90mm F3.5 + MC-20 1/80s, F/10, ISO 320, 180mm (etwa 361mm Kleinbild) M, Manueller Weißabgleich 0.37m Distanz |
| Bearbeitung | Gestempelt Tiefenschärfe verändert |
| Fotografischer Anspruch: | Dokumentarisch ? |
| Dokumentarischer Anspruch: | Ja ? |
| Größe | 1.4 mB 2000 x 1493 Pixel. |
| Ansichten: | 23 durch Benutzer24 durch Gäste |
| Schlagwörter: | gewoehnlichen langbauchschwebfliege sphaerophoria scripta |
| Gebiet | Niedersachsen |
| Rubrik Wirbellose: | |
Re: Die Alpenüberquerer
2026-07-27
Marion Ehrlich
Guten Abend Ingolf,
wieder ein beeindruckendes Bild einer Fliege, die man leicht übersieht, weil man wenig über sie weiss
und sie schnell in die 'Allerweltsmotivkategorie' schiebt. Du zeigst mal wieder hier mit deiner
ausführlichen Erklärung, dass auch diese Fliege sehr hochkomplex strukturiert ist wie eben alle Inskten.
Ein sehr sehenswertes Bild mt einer Superbeschreibung, wie gewohnt!
LG,
Marion
Re: Die Alpenüberquerer
2026-07-27
Michael Scharf
Hallo Ingolf,
eine sehr schöne Aufnahme, die Details der Facettenaugen sind sehr fein abgebildet!
Wieder sehr ausführliche Informationen zu dieser Art.
Ein Wunsch wäre noch etwas mehr von der hübschen Blüte zu sehen.
Aber die Insekten müssen einem auch den Gefallen tun, länger zu verbleiben,
um mehr austesten zu können.
VG Michael
Re: Die Alpenüberquerer
2026-07-27
Ingolf Kunze
@Michael
Guten Abend Michael, es war eine ästhetische Entscheidung. Links würde sonst bei der Königskerze ja der Stängel mit weiten Blüten aneinandergereiht hochlaufen und ich fand, dieses hätte das Bild aus dem Gleichgewicht gebracht. Die Einzelblüte ganz abbilden zu können, hätte sicherlich schöner ausgesehen.😕
GRüße Ingolf
Guten Abend Michael, es war eine ästhetische Entscheidung. Links würde sonst bei der Königskerze ja der Stängel mit weiten Blüten aneinandergereiht hochlaufen und ich fand, dieses hätte das Bild aus dem Gleichgewicht gebracht. Die Einzelblüte ganz abbilden zu können, hätte sicherlich schöner ausgesehen.😕
GRüße Ingolf