Schriftart wählen

Schriftgröße wählen

Zeilenabstand wählen

Kleptoparasitismus

Kleptoparasitismus
  • Hintergrundfarbe ändern
  • Kontextmenü-Emulation abschalten
* ** *** ****
©...
https://naturfotografen-forum.de/data/p/442/2211992/fast-thumb.jpghttps://naturfotografen-forum.de/data/o/442/2211992/image.jpg
Eingestellt:
Aufgenommen: 2026-07-21
IK ©
An der Spitze ihres schnabelartig verlängerten Kopfes besitzt die Gemeine Skorpionsfliege (Panorpa communis) beißend-kauende Mundwerkzeuge.  Obwohl der Kopf langgezogen wie ein Saugrüssel wirkt, handelt es sich anatomisch um eine Verlängerung der Kopfkapsel. Ganz vorne am Schnabelende sitzen die gewöhnlichen Werkzeuge des kaufähigen Insektenmundes. Das Weibchen hat, wie hier auf dem Bild zu sehen, ein kleines Legerohr am Hinterende hervorragen.
Die Skorpionsfliege nutzt die Beißwerkzeuge vor allem für Aas (tote oder geschwächte Insekten) oder zum Abzwacken von Beute aus Spinnennetzen (Kleptoparasitismus). Sie trinkt aber auch gerne Nektar. Gerade die Doldenblütler haben sehr freiliegende Nektarien. Die Skorpionsfliege muss also keine langen Blütenröhren überwinden. Sie schabt oder leckt den leicht zugänglichen Nektar mit ihren Mundwerkzeugen ab.
Dass Skorpionsfliegen im Netz einer Kreuzspinne landen, ohne selbst als Imbiss zu enden, ist eine kleine biologische Meisterleistung. Während andere Insekten hilflos verkleben, bewegen sie sich im Radnetz fast so sicher wie die Spinne selbst.
Das verdanken sie einer Kombination aus anatomischen Anpassungen, cleverer Lauftechnik und chemischem Schutz.
Die Cuticula (die äußere Körperschicht) an den Beinen der Skorpionsfliege ist mit einer speziellen Lipidschicht überzogen. Das verringert die Haftung des Spinnenleims drastisch. Ihre Tarsen (Fußglieder) verfügen über bewegliche Krallen. Damit greift sie nicht stumpf in die Leimtropfen, sondern hangelt sich oft an den Trockenfäden (den Radialspeichen des Netzes) entlang, die keine Klebstofftröpfchen tragen.
Sollte doch einmal etwas Klebstoff an den Beinen haften bleiben, streift die Skorpionsfliege diesen extrem schnell ab oder zieht ihre Beine durch die Mundwerkzeuge, um den Leim mechanisch zu säubern, bevor er aushärtet.
Die Skorpionsfliege verlässt sich keineswegs nur auf Passivität. Landet sie im Netz, vermeidet sie das typische panische Zappeln gefangener Fliegen. Da die Spinne Beute primär über Vibrationen wahrnimmt, löst die Skorpionsfliege oft gar keinen Angriffstrieb aus.
Kommt die Spinne doch herbei, weiß sich die Skorpionsfliege zu verteidigen. Sie teilt mit ihren Mandibeln kräftige Bisse aus oder spritzt ein dunkles, unangenehm schmeckendes Speichelsekret ab. Viele Spinnen ziehen sich nach dem ersten Kontakt irritiert zurück und überlassen dem Piraten die Beute.
Grüße Ingolf
Technik:
OM Digital Solutions OM-1MarkII, OM 90mm F3.5 + MC-20
1/1250s, F/7.1, ISO 1250, 180mm (etwa 361mm Kleinbild)
M, Manueller Weißabgleich
0.79m Distanz
Bearbeitung Gestempelt Tiefenschärfe verändert
Fotografischer Anspruch: Fortgeschritten ?
Größe 784.8 kB 1500 x 1120 Pixel.
Platzierungen:
Beste Tophit-Platzierung: 47 Zu den Tophits
Ansichten: 20 durch Benutzer17 durch Gäste
Schlagwörter:
GebietNiedersachsen
Rubrik
Wirbellose: