Ein gewöhnungsbedürftiges Äußeres, aber eine wissenschaftliche Sensation
© Ingolf Kunze
| Eingestellt: | 2026-03-15 |
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| Aufgenommen: | 2026-03-06 |
| IK © | |
| Auf dem Bild ist eine 1,5-2 mm große Weiße Fliege, auch bekannt als Mottenschildlaus (Familie Aleyrodidae), zu sehen. Obwohl sie „Fliege“ genannt wird, ist sie eigentlich näher mit Blattläusen und Schildläusen verwandt. Ihr Aussehen erinnert an winzige weiße Motten, da ihre Flügel und ihr Körper mit einem feinen, weißen Wachsstaub bedeckt sind, um einer Austrocknen entgegen zu wirken. Sie sitzen meistens in Gruppen auf der Blattunterseite von Pflanzen und saugen. Wenn man die Pflanze leicht schüttelt, fliegen sie oft in kleinen, weißen Wolken auf. Ein faszinierender und wissenschaftlich bahnbrechender Erfolg gelang 2021 bei der Tabakmottenschildlaus (Bemisia tabaci) es wurde tatsächlich ein horizontaler Gentransfer von einer Pflanze auf ein Tier nachgewiesen. Dies war das erste Mal, dass man ein funktionelles Gen einer Pflanze im Erbgut eines Insekts gefunden hat. Die Pflanzen nutzen dieses Gen (BtPMaT1) normalerweise, um ihre eigenen Abwehrgifte (Phenolglykoside) zu neutralisieren, damit sie sich nicht selbst vergiften. Durch den „Diebstahl“ dieses Gens vor etwa 35 Millionen Jahren kann die Tabakmottenschildlaus die Gifte der Pflanzen beim Fressen einfach entschärfen. Das ist einer der Hauptgründe, warum sie so extrem viele verschiedene Pflanzenarten (über 600) befallen kann – sie hat quasi den Generalschlüssel zur pflanzlichen Vorratskammer geklaut. Es wird vermutet, dass ein Virus als „Gen-Taxi“ fungiert hat. Dieser Nachweis hat die Sicht auf die Evolution verändert und bietet neue Bekämpfungsmöglichkeiten. Forscher haben bereits Tomatenpflanzen so modifiziert, dass sie eine RNA produzieren, die genau dieses „geklaute“ Gen in der Laus ausschaltet (RNA-Interferenz). Wenn die Laus dann an der modifizierten Pflanze saugt, wird ihr Schutzmechanismus deaktiviert und sie stirbt an den natürlichen Giften der Pflanze. Später wurden noch 49 weitere Gentransfers bei dem Tier nachgewiesen. Nachdem die erste Studie 2021 so durch die Decke ging, haben Forscher weltweit angefangen, die Genome von hunderten Insekten systematisch nach „fremder“ DNA zu durchsuchen und wurden vielfältig fündig. Z.B. haben einige Schmetterlingsarten Gene von bestimmten Viren „geschnappt“, die sie heute nutzen, um sich vor bestimmten parasitären Wespen zu schützen. Grüße Ingolf |
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| Technik: | OM Digital Solutions OM-1MarkII, OM 90mm F3.5 + MC-20 1/250s, F/10, ISO 1250, 180mm (etwa 361mm Kleinbild) M, Manueller Weißabgleich 0.23m Distanz |
| Bearbeitung | Gestempelt Tiefenschärfe verändert |
| Fotografischer Anspruch: | Dokumentarisch ? |
| Dokumentarischer Anspruch: | Ja ? |
| Größe | 1.4 mB 3000 x 2240 Pixel. |
| Platzierungen: |
Beste Tophit-Platzierung: 25 Zu den Tophits
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| Ansichten: | 43 durch Benutzer124 durch Gäste |
| Schlagwörter: | mottenschildlaus aleyrodidae |
| Gebiet | Niedersachsen |
| Rubrik Wirbellose: |
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Re: Ein gewöhnungsbedürftiges Äußeres, aber eine wissenschaftliche Sensation
2026-03-15
Robert Goppelt
Moin Ingolf
Dein Bericht ist spannender als der Tatort am Sonntag Abend.
Wie immer bin ich begeistert von deiner Geschichte hinter dem Bild. DANKE.
BG Robert
Dein Bericht ist spannender als der Tatort am Sonntag Abend.
Wie immer bin ich begeistert von deiner Geschichte hinter dem Bild. DANKE.
BG Robert
Re: Ein gewöhnungsbedürftiges Äußeres, aber eine wissenschaftliche Sensation
2026-03-15
Barbara Fimpel
Ach gottchen, so ein wirklich winziges Wesen, toll, Ingolf, dass du es uns hier vorstellst
Gut gelungene Doku, vor allem dass du es so gross hier zeigen kannst, denn 2 mm sind schon beachtlich klein
LG Barbara 😊 👋
Gut gelungene Doku, vor allem dass du es so gross hier zeigen kannst, denn 2 mm sind schon beachtlich klein
LG Barbara 😊 👋
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Re: Ein gewöhnungsbedürftiges Äußeres, aber eine wissenschaftliche Sensation
2026-03-15
Matthias Schön
Hallo
Ingolf
Ingolf
sehr schöne Geschichte zum Bild man lernt immer wieder dazu und es gibt immer wieder neue Entdeckungen die einen Interessieren.