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Rakelkrähe

Rakelkrähe
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https://naturfotografen-forum.de/data/o/36/182735/thumb.jpghttps://naturfotografen-forum.de/data/o/36/182735/image.jpg
Eingestellt:
TS ©
Ein Mischling aus einer Rabenkrähe und einer Nebelkrähe, gestern an der Ostseeküste (Fehmarn). Sie ist nicht vollkommen schwarz, hat aber auch nicht die ausgedehnte hellgraue Gefiederfärbung der Nebelkrähe.

Rabenkrähen und Nebelkrähen werden teilweise als Unterarten einer Art (der Aaskrähe) geführt, teilweise wird beiden aber schon der Artstatus zugesprochen.

Nun ist die wissenschaftliche Forschung des Menschen noch nicht alt genug, als dass wir Beweise für die evolutive Entstehung von Arten hätten, Raben- und Nebelkrähen liefern aber sehr viele Indizien, die als Theorie für mich sehr überzeugend sind.

Vermutlich war es so, dass während der letzten Eiszeit ein Teil der Aaskrähen im Westen Europas (das heutige Verbreitungsgebiet der Rabenkrähe) von anderen Aaskrähen im Osten durch die Eismassen isoliert waren. Nachdem die Eismassen geschmolzen waren trafen sie so ca. an der Elbe nach langer Zeit wieder aufeinander. Allerdings unterschieden sie sich mittlerweile äußerlich (Rabenkrähe ganz schwarz, Nebelkrähe mit hellgrauem Körpergefieder), dennoch waren sie sich gegenseitig noch nicht so fremd, dass sie nichts "miteinander haben könnten". Überwiegend paaren sich Rabenkrähen mit Rabenkrähen und Nebelkrähen mit Nebelkrähen. In einem breiten Band östlich der Elbe überschneiden sich die Verbreitungsgebiete und Hybriden aus beiden treten gar nicht mal selten auf, vielleicht sind hier sogar fast alle Hybriden, auch wenn sie äußerlich nicht erkennbar sind. Diese Hybriden sind auch selbst fortpflanzungsfähig (nicht wie Maultiere), dennoch scheinen sie auf den Überschneidungsbereich beschränkt zu bleiben.

Raben- und Nebelkrähen haben den "Sprung" zu eigenen Arten evtl. nicht ganz geschafft, vielleicht waren sie nicht lange genug von einander getrennt, um sich gegenseitig nicht mehr als Partner zu erkennen. Isolationen von möglichst kleinen Gruppen von Individuen, bei denen z.B. Mutationen sehr viel schneller auch populationsrelevante Änderungen des Erscheinungsbildes oder des Verhaltens bewirken können, sind vermutlich eine (von wohl auch noch anderen) "Zugpferden" der Artenentstehung. Nicht zuletzt sind auf vielen Inseln zahlreiche eigene Arten entstanden.

Gruß, Thorsten

PS: Noch zum Bild: Auch Rakelkrähen sind nicht "doof" und auch mit der Digiskopie-Ausrüstung kommt man oft nicht nahe genug an sie heran - hier hätte ich zwar noch ein deutliches Stück weiter reinzoomen können, ich fand die Umgebung aber "hübsch" genug sie mit ins Bild zu nehmen. Zudem saß sie da auch nur ein paar Sekunden Bild: Lächelndes Gesicht

Technik:
Nikon Fieldscope ED82A + 30xDS WW Okular + FSB-6-Adapter + Coolpix P5100, Stativ, Drahtfernauslöser, Kamera-Einstellungen: f2,7, 1/74stel, +/-0 LW, ~1120mm KB-Äquivalent
Fotografischer Anspruch: Fortgeschritten ?
Natur: Naturdokument ?
Größe 247.6 kB 900 x 600 Pixel.
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