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"Vorteile und Nachzüge" der Digiscopie - ND

"Vorteile und Nachzüge" der Digiscopie - ND
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… oder umgekehrt… "Vorzüge und Nachteile"… Bild: Lächelndes/zwinkerndes Gesicht

Ein kleiner Erfahrungsbericht zur "Digiscopie", der Naturfotografie mit Spektiv + Kompaktkamera. Zugegebenermaßen bisher auf noch relativ wenigen persönlichen Erfahrungen fußend. Bild: Lächelndes Gesicht

Auf der "Haben-Seite" schlägt natürlich in erster Linie die enorme Brennweite zu Buche. 2.000-4.000mm kann man sehr gut damit abdecken. Was wiederum den Vorteil hat, dass man (in erster Linie) Vögel vor der Linse hat, die man sonst nicht so einfach "bekommt". Die Brennweite überwindet die Fluchtdistanz vieler Arten und ein formatfüllendes Ergebnis ist gut möglich. Deshalb (und daher dieses Beispiel der sich genüsslich in Sicherheit wiegenden und mich völlig ignorienden Uferschnepfe) zeigen die Motive auch oft ein völlig "unberührtes" Verhalten während der Aufnahme. Singende Vögel sind z.B. kein Problem. Auf diese Distanz wird man nicht als "Störenfried" wahrgenommen. Oftmals sieht man den Vögeln förmlich an, dass sie den Fotografen schon genau sehen (ob nun im Tarnzelt oder nicht) und sie recht skeptisch sind. Sie schauen genau in die Kamera, machen sich dünn und schlank, sind auf dem Absprung, recken den Hals usw. Das bleibt bei der Digiscopie weitgehend aus. Die Uferschnepfe (z.B.) aus dem Meldorfer Speicherkoog (wer ihn kennt, wird wissen, welche Stelle es ist), habe ich fotografiert, indem ich an der Straße geparkt habe, ausgestiegen bin und mich dort eine Weile gemütlich hingehockt habe. Andere Fotografen kamen vorbei und dotr stehen auch oft Ornis zum gucken, der Verkehr ging die ganze Zeit an mir vorbei, auch Motorradfahrer, die dann gerne man >100 km/h und >100dBA drauf haben. Die Vögel an dieser Stelle kennen es nicht anders. Bei besonderen "Störungen" schauen sie auf oder sie fliegen auch weg, die Straßennähe meiden sie überwiegend. Ich kann Entfernungen schwer schätzen, aber 20-30m war sie mindestens weg. Was ich damit ausdrücken möchte, ist: Mit anderer Optik hätte ich kein Bild machen können. Die Alternative hätte gelautet: Kein Foto.

Nachteile sind eindeutig die nicht mit den sehr guten DSLR-Bildern mithaltenden Qualität der Bilder (zumindest bisher mein Eindruck). Die kleinen Kompakt-Digiknipsen (so sehr sie sich auch bemühen) kommen da natürlich nicht mit. Dazu kommt die Optik des Spektivs, was weitere "Probleme" schaffen kann. Auch die Beschränkung auf +/- starre Motive ist ein Minuspunkt. "Action" lässt sich zwar einfangen, aber nur sehr begrenzt, nur in dem Fall, in dem sich so was auf einen Ort konzentriert. Flugaufnahmen z.B. fallen (bis auf Glückstreffer) vollständig aus. Man muss sich bewusst sein, dass man darauf verzichtet. Auch sonst ist der Ausschuss relativ hoch. Vielleicht jedes 10. Bild wird auch unter günstigen Bedingungen was.

Unklar ist mir bisher, wie es sich mit der Verwacklungsgefahr verhält. Ohne Stativ geht ein digiscopes Bild natürlich gar nicht und an der Nordsee z.B. sind windstille Tage oder Momente logischerweise eher dünn gesät. Obwohl an dem Spektiv schon erkennbar "gerüttelt" wurde, habe ich dieselbe oder sogar fast eine bessere "Trefferquote", als in der windstillen Feldflur bei Hamburg. Auch zu dem "Licht", also zu den Belichtungszeiten kann ich noch nichts wirklich sagen. Ich war nur mehr als einmal erstaunt, dass trotz schlechter Lichtverhältnisse einige "ordentliche" Ergebnisse dabei abfielen und das auch z.B. im Wald, wo ich bisher nur wenig getestet habe. All das bei geringen ISO-Werten an der Kamera. Meine bisher getesteten Digi-Knipsen fangen zwar schon schnell an zu rauschen, aber ich vermute, dass auch mit ISO200 noch ganz ordentliche Ergebnisse möglich sind.

Was "kommt raus"?

Eine Abwägung! Will ich das technisch "perfekte" Bild – in jeder fotografischen Hinsicht? Oder will ich Fotos machen, die mir sonst nicht möglich sind, dafür aber fototechnische Schwächen haben?

Beides hat seine Berechtigung! Ich habe mich entschieden! Bild: Lächelndes Gesicht

Gruß, Thorsten

PS: Sorry, viel Text… 

PPS: Noch mehr Text... fast vergessen... Bild: Lächelndes/zwinkerndes Gesicht
Was man hier sieht ist im Übrigen wie die Uferschnepfe aus ihrer Bürzeldrüse das ölige Sekret entnimmt und damit ihr Gefieder einreibt und pflegt. Es dient sehr vielen Vogelarten zur "Geschmeidigkeit" der Federn, insbesondere bei Vögeln in/am/ums Wasser ist es sehr ausgeprägt, denn es verhilft auch die Federn wasserabwesend zu machen... Mit einem sehr langen Schnabel ist das schon problematisch, es werden teilweise auch die Füße dafür benutzt... das Ganze aber nur am Rande als "Nachtrag" Bild: Lächelndes Gesicht

Technik:
Canon Powershoz 570IS + Galaxster. Ca. 2120mm, 1/250stel, f 6,3, ISO 80. Zwischen den Aufnahmen liegen 4 sek. Beide Bilder identisch bearbeitet. 3:2-Schnitt und nur oben einen Streifen weggeschnitten, Breite unverändert. Schrittweise verkleinert, schrittweise geschärft, entrauscht.
Größe 176.2 kB 750 x 1000 Pixel.
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Vögel: