Nur eine Blattlaus, aber ein interessanter Hintergrund.
© Ingolf Kunze
| Eingestellt: | 2026-03-29 |
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| Aufgenommen: | 2026-03-01 |
| IK © | |
| Die Schalottenlaus (Myzus ascalonicus) überwintert im Freiland als Larve und als adultes Tier an der Erdbeere, wobei sie Temperaturen bis -20°C überstehen können. Im Mai und Juni suchen geflügelte Formen Sommerwirte auf, wodurch sich die Population an der Erdbeere verringert und schließlich verschwindet. Im Sommer erfolgt dann eine Rückwanderung und die ungeflügelten Formen verbleiben bis zum kommenden Frühjahr an der Erdbeere (anders als der Name sagt ist die Gemüsezwiebel nur der Zwischenwirt). Sie ist ein echter Überlebenskünstler. Im Gegensatz zu vielen anderen Blattläusen, die den Winter als Ei verbringen, überwintert die Schalottenlaus oft als lebendes Tier (meist ungeflügelte Weibchen). Sie bevorzugt mildere Temperaturen und ist daher oft schon sehr früh im Jahr – manchmal bereits im Februar oder März – aktiv. Sie vermehrt sich meist durch Jungfernzeugung (im Gegensatzt zu anderen Läusen), was bedeutet, dass sie extrem schnell Kolonien bilden kann, ohne auf die langwierige Partnersuche angewiesen zu sein. Flügel haben bei Blattläusen nichts mit dem Geschlecht zu tun, sondern mit der Reiselust und Platzmangel. Die Ungeflügelten (Aptere) sind die sesshaften „Vermehrungsmaschinen“, die man meistens in dichten Kolonien auf der Pflanze siehst. Die Geflügelte (Alatae) entstehen, wenn es der Laus zu eng wird oder die Qualität der Pflanze nachlässt. Wenn eine Kolonie zu groß wird, produzieren die Weibchen Nachkommen, die Flügel entwickeln. Sie haben zwei kleinere Röhrchen am Hinterleib (Siphonen), wo sie bei Stress eine Abwehrsubstanz ausstoßen (sieht man auf der Seitenansicht im Attachment). Botaniker fürchten die Schalottenlaus weniger wegen ihres Hungers, sondern wegen ihrer Rolle als „Briefträger“ für Krankheiten. Sie ist eine der effizientesten Überträgerinnen von ca 20 schädlichen Pflanzenviren, wie z.B. die Erdbeerrandscheckung-Virus (Strawberry mottle virus). Da sie so früh im Jahr aktiv ist und ständig die Pflanze wechselt (besonders die geflügelten Exemplare), infiziert sie ganze Bestände, bevor der Gärtner überhaupt das erste Mal zur Gießkanne greift. Ich habe im Attachment für die Interessierten noch eine seitliche Ansicht hochgeladen. Grüße Ingolf |
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| Technik: | OM Digital Solutions OM-1MarkII, OM 90mm F3.5 + MC-20 1/100s, F/10, ISO 200, 180mm (etwa 361mm Kleinbild), , Blitz M, Manueller Weißabgleich 0.23m Distanz |
| Bearbeitung | Gestempelt Tiefenschärfe verändert |
| Fotografischer Anspruch: | Dokumentarisch ? |
| Dokumentarischer Anspruch: | Ja ? |
| Größe | 635.9 kB 3365 x 2513 Pixel. |
| Platzierungen: |
Beste Tophit-Platzierung: 14 Zu den Tophits
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| Ansichten: | 61 durch Benutzer113 durch Gäste |
| Schlagwörter: | schalottenlaus myzus ascalonicus |
| Gebiet | Niedersachsen |
| Rubrik Wirbellose: | |
Re: Nur eine Blattlaus, aber ein interessanter Hintergrund.
2026-03-30
Benutzer 1880481
Hallo Ingolf,
ein echter Hingucker! Habe ich in dieser Art und Weise noch nie zu sehen bekommen.
Die frontale Ausrichtung, die tollen Details, der Ansitz und die Hintergrundfarben ergeben ein wirklich tolles Makro!
VG, Ricky
Re: Nur eine Blattlaus, aber ein interessanter Hintergrund.
2026-03-30
Otto Ganss
Hi Ingolf
ein tolles Makro mit einem noch feineren Hintergrund.
Gruss
Otto
Re: Nur eine Blattlaus, aber ein interessanter Hintergrund.
2026-03-29
Georg Scharf
Hallo Ingolf,
ich liebe diesen Abbildungsmaßstab und ich mag auch das Motiv ganz besonders. Die Schärfe ist gigantisch !!!
Grüße Georg
ich liebe diesen Abbildungsmaßstab und ich mag auch das Motiv ganz besonders. Die Schärfe ist gigantisch !!!
Grüße Georg
Re: Nur eine Blattlaus, aber ein interessanter Hintergrund.
2026-03-29
Michael Scharf
Hallo Ingolf,
eine sehr ausführliche Beschreibung zu diesem Wesen, aber vor allen ein
astreines Makro!
VG Michael