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Erlenblattkäfer (Agelastica alni)

Erlenblattkäfer (Agelastica alni)
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Eingestellt:
Aufgenommen: 2025-11-28
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Der Erlenblattkäfer ist ein ausgesprochener Nahrungsspezialist, ist fast strikt an Erlen gebunden (v. a. Schwarzerle).
Sowohl Larven als auch adulte Käfer fressen überwiegend Erlenblätter. Andere Gehölze werden nur ausnahmsweise genutzt. Bei Massenauftreten können ganze Erlenbestände innerhalb weniger Tage fast vollständig „skelettiert“ werden. Typisch sind Blätter, bei denen nur noch die Blattadern stehen bleiben. Aber wichtig: Die Bäume treiben danach fast immer wieder aus – der Käfer tötet Erlen praktisch nie. Er ist also eher ein temporärer Stressfaktor, kein echter Schädling im forstlichen Sinn.
In warmen Jahren schafft die Art 2–3 Generationen. Überwintert wird als fertiger Käfer im Bodenstreu. Im Frühjahr erscheinen sie oft massenhaft gleichzeitig – daher wirken Ausbrüche manchmal sehr plötzlich.
Die Larven können aus aufgenommenen Pflanzenstoffen Abwehrsekrete bilden. Dadurch sind sie für viele Fressfeinde unattraktiv – ein schönes Beispiel für chemische Koevolution zwischen Pflanze und Insekt.
Die Populationsdichte schwankt extrem: Trockene, warme Frühjahre führt zu starke Vermehrung, nasse, kühle Jahre führt zu Einbruch der Bestände. Deshalb gibt es Jahre, in denen man den Käfer kaum sieht – und andere, in denen ganze Auenwälder voll davon sind.
Obwohl er manchmal massenhaft auftritt, wird er gut reguliert durch: Schlupfwespen (Parasitoide der Larven), räuberische Wanzen, Vögel wie Meisen, Pilzkrankheiten bei feuchter Witterung.

Die Population leidet seit den 1990er Jahren an dem „Erlensterben“, vor allem bei der Schwarzerle, Ursache ist überwiegend ein pilzähnlicher Erreger der Gattung Phytophtora. Er befällt Wurzeln und Stammfuß der Erlen. Es entstehen Rindendefekte und Absterben der Feinwurzeln. Gerade die Auenlandschaften sind betroffen, man versucht gegenzusteuern durch Anpflanzen von Grauerlen und gemischte Bepflanzung von Ufern, statt nur Erlen.

Grüße Ingolf

Technik:
OM Digital Solutions OM-1MarkII, OM 90mm F3.5
1/100s, F/5.6, ISO 200, 90mm (etwa 180mm Kleinbild), , Blitz
M, Manueller Weißabgleich
Bearbeitung Gestempelt Tiefenschärfe verändert
Fotografischer Anspruch: Dokumentarisch ?
Dokumentarischer Anspruch: Ja ?
Größe 808.1 kB 2500 x 1875 Pixel.
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