Königin des Unterholzes
| Eingestellt: | 2008-07-28 |
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| HB © | |
| Die majestätischen Radnetzspinnen der Gattung Nephila bevölkern im Sommer und Herbst die Wäider Ost- und Südostasiens in wahren Kolonien. Dieses Exemplar (Nephila maculata) ist eine unter ca. 20, die mit Netzen von bis zu 2,5 Metern Durchmesser einen Banyanbaum komplett beherrschen. Die Körperlänge misst ca. 6 cm, und außer der fantastischen Zeichnung nicht nur auf der hier gezeigten Unterseite (der Kopfschild trägt ein "Logo", das einem Totenkopf sehr ähnelt) faszinieren mich besonders die wie mit schwarz eloxiertem Metall gepanzerten Beine, die dem Tier eine sehr futuristisch-martialische Aura geben. Und in der Tat ist Nephila die Königin des Waldes: außer Hirsch- und Nashornkäfern gibt es kaum ein Insekt, das sich nicht vor ihrem Netz fürchten sollte. Der soziale Status dieser Spinnenart wird übrigens ähnlich wie bei Haien durch Mitesser angezeigt - was dem Hai der Pilotfisch, sind den Nephila die kleineren Spinnenarten, die sich am Netzrand aufhalten und auf Fetzen lauern, die vom Tisch der Queen abfallen. Leider war es am Samstag windig - man kann sich vorstellen, wie die Spinne im Zentrum ihres Riesennetzes noch vom kleinsten Windhauch geschaukelt wurde. Makroaufnahmen mit rahmenfüllenden Fresswerkzeugen waren also leider nicht drin. Ich probier's aber weiter. |
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| Technik: | Pentax K10D, SIGMA 70-300mm F4.0-5.6 DG APO, 1/45 Sek, f/5.6, ISO 400, 300 mm, Makromodus, Stativ, IR-Auslöser |
| Fotografischer Anspruch: | Anfänger ? |
| Natur: | Naturdokument ? |
| Größe | 172.0 kB 547 x 749 Pixel. |
| Ansichten: | 433 durch Gäste490 im alten Zähler |
| Schlagwörter: | nephila pilipes radnetzspinne spinne |
| Rubrik Wirbellose: | |
Re: Königin des Unterholzes
danke für die netten Worte. 195 kommentarlose Hits sind für mich eher ein positives Indiz, nämlich darauf, dass die naturhistorisch höchst fazinierenden Spinnen trotz ihres üblen Leumunds selbst auf viele arachnophobe Zeitgenossen einen schwer zu ignorierenden Magnetismus ausüben - ähnlich einem Autobahnunfall oder einem brennenden Haus, von dem man die Augen einfach nicht abwenden kann. Bestreiter dieser Theorie mögen sich dieses Video anschauen, in dem ein etwas größeres Exemplar der o.g. Art sich an einem frisch eingenetzten Vogel gütlich tut. Haarsträubend? Klar. Naturwissenschaftlich von höchstem Interesse? Und wie!
Da der Wind immer noch bläst (gerade wieder ein Taifun durchgerauscht), sollte ich mich vielleicht erst mal an einem anderen nützlichen Arachnoiden versuchen: einer Wolfsspinne, die unter dem Kleiderschrank in unserem Schlafzimmer haust und selbiges wunderbar mückenfrei hält. Leider kommt sie nur ab Mitternacht heraus und patrouilliert dann bis zum Morgengrauen die Zimmerdecke ab. Ich seh mich schon rittlings auf einer Klappleiter mit angebrachtem Klemmstativ hinter dem Biest herhoppeln, um seine acht Augen 1:1 auf den Sensor zu bannen....
Schönen Gruß
Hans
Re: Königin des Unterholzes
195 Hits und noch kein Kommentar. Sehr traurig. Denn dein Bild zeigt einmal mehr als deutlich wie bunt und facettenreich die Tierwelt doch sein kann. Aber Spinnen haben, so denke ich, im allgemeinen keinen guten Leumund. Ich finds dennoch grandios wie du die Spinne abgelichtet hast und natürlich auch deine sehr ausführliche Beschreibung zur Spinne. Sicherlich kein einfaches Unterfangen bei den von dir beschriebenen Bedingungen diese Spinne abzulichten.
Man würde sich vielleicht Wünschen das die angeschnittenen Beine noch drauf wären, dann würde aber die Nähe zur Spinne nicht mehr gegeben sein. Also muss man auch hier Kompromisse finden.
Ich freu mich schon wenn du hier die Fresswerkzeuge dieser interessanten Spinnenart präsentierst.
Mit besten Grüßen
Falco