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Sehr vergänglich - Engelshaar
© Andreas Wronna
Sehr vergänglich - Engelshaar
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Liebes Forum,

ich wünsche euch alles Gute und allzeit gutes Licht für das neue Jahr!

Dieses Bild habe ich heute auf dem Rückweg meiner vergeblichen Suche nach Winterlibellen gemacht. Das Phänomen, das hier zu sehen ist, ist kein gewöhnlicher Rauhreif, sondern das dem Folksmund bekannte Engelhaar, das auch als Haareis bekannt ist. Ein sehr verängliches Gebílde - so vergänglich wie das Jahr 2016 am heutigen Tag. Das von mir verwendete Objektiv ist für mich eine Premiere. Es ist das völlig überteuerte Kaleidoskop aus den 50er Jahren, ein Troplan mit 100mm Brennweite. Warum - das mag man sich fragen, wenn man bedenkt, dass ich sonst mit dem technisch doch ziemlich perfekten "Sigma 150 OS" unterwegs bin. Ich habe mir das Objektiv zu Weihnachten als "Therapie" selbst verordnet. Ein Therapieansatz weg von zu kleinen ABMs und ein Schärfe die das Auge tränen läßt. Wenn ich meine Bilder im Schnelldurchlauf durchblättere, wirkt eines ingendwie wie das andere. Mein erster guter Vorsatz für das nächste Jahr lautet also: Weniger technische Perfektion und dafür etwas mehr Kreaktivität. Vielleicht kann ich dass kreative Potenzial dass das Trioplan verspricht, später mal auf ein "richtiges" Objektiv übertragen...

Hier noch ein paar Hintergrundinfos zum Engelshaar:

Laut Wikipedia hat sich sogar Alfred Wegener 1918 mit dem Phänomen befasst und einen Schimmelpilz im Holz als Ursache vermutet. Diese Annahme wurde 2008 von Christian Metzler bestätigt: Demnach wird Haareis durch das Myzel winteraktiver Pilze (u. a. Schlauch- und Ständerpilze) ausgelöst, deren aerober Stoffwechsel (Dissimilation) Gase produziert, die das im Holz vorhandene leicht unterkühlte Wasser an die Oberfläche verdrängen. Dort gefriert es und wird durch nachdrängende, beim Austritt aus dem Holz ebenfalls gefrierende Flüssigkeit weitergeschoben. Dies geschieht ausschließlich bei Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt, wenn das Wasser im Holz noch nicht gefroren ist, es an der geringfügig kälteren Umgebungsluft jedoch gefriert. Eine Randbedingung für die Haareisbildung ist außerdem hohe Luftfeuchtigkeit: Wenn die Luft nicht mit Wasserdampf gesättigt ist, sublimieren die feinen Eiskristalle kurz nach ihrer Bildung an der Holzoberfläche, so dass keine langen Haareiskristalle entstehen können.

Viele Grüße: Andreas

Autor: ©
Eingestellt:
Aufgenommen: 2016-12-31
Fotografischer Anspruch: Experimentell ?
Technische Angaben: zeigen
Dateigröße: 781.6 kB, 1500 x 1000 Pixel.
Technik:
Stativ + Makroschlitten, 7D MarkII, Trioplan 100mm, ISO 100, f=2,8, 1/160 Sek
Ansichten: 47 durch Benutzer, 213 durch Gäste
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