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Großer Blaupfeil

Großer Blaupfeil
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Der ist ja gar nicht blau!?

Der Name dieser Libellenart trifft nur auf die Männchen des Großen Blaupfeils
(Orthetrum cancellatum) zu, genauer gesagt auf die älteren Männchen.
Denn deren Hinterleib ist mattblau gefärbt. Bei Weibchen und jungen Männchen
hat er eine gelbliche bis braune Farbe und ist durch zwei deutliche,
schwarze Längsbinden gekennzeichnet. Der Brustkörper ist bei beiden
Geschlechtern braun gefärbt. Die Gesamtlänge dieser äußerst attraktiven
Libellenart kann bis zu 5 cm betragen, die Flügelspannweite bis zu 10 cm!
Große Blaupfeile leben an offenen oder locker bewachsenen Uferzonen
größerer Gewässer. Sie kommen nicht nur in Bulgarien vor, sondern sind von
Europa (außer Nordskandinavien, Schottland und Nordrussland) und Vorderasien
bis nach Nordafrika verbreitet. Auch in den Lagunen des Naturschutzgebietes Poda
kann man sie finden.
In Deutschland ist der Große Blaupfeil nach dem Bundesnaturschutzgesetz seit
1980 besonders geschützt. Die größte Bedrohung des Blaupfeils entsteht durch
die zunehmende Zerstörung natürlicher Uferzonen und ganzer Feuchtgebiete.

Wie jagt der Große Blaupfeil?
Während der Jagd sitzt der Große Blaupfeil auf einer Ansitzwarte knapp über
der Wasseroberfläche und unternimmt Jagdflüge auf verschiedene Insekten, wie
Fliegen, Käferlarven oder Mücken. Andere Libellen werden aus dem
Jagdgebiet vertrieben. Dazu unternimmt er regelmäßige Kontrollflüge durch
sein Jagdgebiet. Wie alle Großlibellen ist auch der Große Blaupfeil ein
ausgesprochener Luftakrobat. Er erreicht im Flug hohe Geschwindigkeiten, kann
plötzlich in der Luft stehen bleiben oder scharfe Wendungen fliegen.

Häufiger Sex im Fliegen…
Die ersten Großen Blaupfeile findet man ab Mai. Beim Aufeinandertreffen eines Männchens und
eines Weibchens kommt es meist direkt zur Paarung. Diese wird im Flug vollzogen und dauert etwa
fünf bis zehn Minuten. Direkt nach der Paarung legt das Weibchen 20 bis 30 Eier ins Wasser ab. Das
Männchen überwacht die Eiablage und verteidigt das Weibchen gegen Angreifer. Die Larven schlüpfen
zwei bis drei Wochen nach der Eiablage. Sie leben zwei bis drei Jahre lang als käferähnliche
Wesen im Uferschlamm oder im Bewuchs unter Wasser. In dieser Zeit ernähren sie sich räuberisch und
erbeuten sogar Kaulquappen und kleine Fische.

Verwandlungskünstler
Die Larven werden nicht kontinuierlich größer, sondern müssen sich häuten. Ihre
harte Außenhaut kann nicht mit dem weichen Inneren des Insektenkörpers
mitwachsen. Im Mai schließlich kommt es zur Metamorphose: Die wasserlebende
Larve kriecht an einem Schilfblatt empor und häutet sich ein letztes Mal. Das
Ergebnis der letzten Häutung ist eine zunächst noch weiche, farblose Libelle. Sie
muss erst aushärten und bekommt auch erst langsam ihre endgültige Färbung.
In der Zeit direkt nach der Häutung ist die Libelle äußerst verletzlich und leichte
Beute für Vögel und andere große Insekten. Auch ihre Flügel müssen sich erst
entfalten und aushärten. Häufig findet man an den Gewässerrändern die letzte
leere Hülle der Larven, die so genannte Exuvie.
Wie bei vielen Insekten lebt auch bei den Blaupfeilen das Imago, also die ausgewachsene, geflügelte Form,
nur wenige Monate. Die Libelle verbringt einen einzigen Sommer damit, sich möglichst erfolgreich
und zahlreich fortzupflanzen. Im September neigt sich das Leben der Libelle dem Ende zu, bis Ende
September sind auch die letzten ausgewachsenen Tiere verschwunden. Die Erhaltung der eigenen Gene
hängt ganz vom Glück oder Unglück ab, das den Nachkommen während ihrer zwei bis drei jährigen
Larvenzeit wiederfährt. Info BGSV

Technik:
150mm/2,8 RAW 1/30s f/11 ISO200 Stativ
Natur: Naturdokument ?
Größe 248.5 kB 950 x 630 Pixel.
Platzierungen: Teilnehmer Makro des Monats Februar 2008
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