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So schnell endet eine Raubfliege!

So schnell endet eine Raubfliege!
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Eingestellt:
Aufgenommen: 2026-06-24
IK ©
Hier sieht man wie das Weibchen einer Schildbeinige Silbermundwespe (Crabro cribrarius) meine eben vorgestellte Sand-Raubfliege innerhalb von wenigen Sekunden überwältigt hat und wie sie ihren Giftstachel durch die Flügel in das Abdomen versenkte, um die Fliege zu lähmen.
Während die Weibchen (ca. 11 bis 18 mm lang) wie typische, kräftige Grabwespen mit gelb-schwarzer Tigerung aussehen, tragen die etwas kleineren Männchen ein absolut spektakuläres Merkmal. Ihre Schienen (Tibien) der Vorderbeine sind zu riesigen, flachen, schildartigen Platten erweitert. Diese Schilde sind von unzähligen winzigen, hellen Punkten durchsiebt (daher der Artname cribrarius, abgeleitet vom lateinischen Wort für „Sieb“). Lange Zeit rätselte man über den Nutzen. Heute weiß man, es ist ein hochentwickeltes Werkzeug für das Paarungsritual. Wenn das Männchen ein Weibchen begattet, klammert es sich von hinten fest und hält dem Weibchen diese Schilde direkt vor die Facettenaugen. Die Schilde sind leicht lichtdurchlässig. Das Männchen nutzt sie quasi als „Sonnenbrille“ oder optischen Filter für das Weibchen, während es gleichzeitig über spezielle Drüsen an den Beinen beruhigende Pheromone direkt in Richtung ihrer Antennen abgibt. Das besänftigt das oft aggressive Weibchen.
Genau wie die Sand-Raubfliege ist auch Crabro cribrarius eine sandliebende Art. Man findet sie überall dort, wo es lockeren, feinkörnigen Sand gibt.
Das Weibchen gräbt mit seinen kräftigen Mandibeln und den Beinen tiefe Gänge in den horizontalen oder leicht geneigten Sandboden. Diese Gänge können bis zu 30 Zentimeter tief in die Erde führen und verzweigen sich am Ende in mehrere Brutzellen.
Silbermundwespen verdanken ihren deutschen Namen der silbrig glänzenden Behaarung auf der Stirn . Doch für Fliegen bedeutet dieser Silberglanz meist den Tod, denn die Wespen sind extrem spezialisierte Fliegenjäger Sie jagen mit Vorliebe größere Fliegen, insbesondere Fleischfliegen, Schmeißfliegen oder auch Raubfliegen. Die Fliege wird im Flug oder beim Ansitz überrascht, mit einem gezielten Stich gelähmt (nicht getötet!) und im Flug in den Bau gebracht. Pro Brutzelle trägt das Weibchen etwa 5 bis 8 gelähmte Fliegen ein. Auf die letzte Fliege wird ein Ei abgelegt, bevor die Zelle mit Sand verschlossen wird. Die schlüpfende Wespenlarve ernährt sich dann wochenlang von dem frischen Fliegenvorrat.
Die erwachsenen Wespen selbst ernähren sich übrigens rein vegetarisch. Man sieht sie im Hochsommer (ihre Hauptflugzeit liegt zwischen Juni und September) oft beim Nektartrinken auf weißen Doldenblütlern wie der Wilden Möhre oder dem Bärenklau.
Grüße Ingolf
Technik:
OM Digital Solutions OM-1MarkII, OM 90mm F3.5 + MC-20
1/80s, F/10, ISO 80, 180mm (etwa 361mm Kleinbild)
M, Manueller Weißabgleich
0.595m Distanz
Fotografischer Anspruch: Dokumentarisch ?
Dokumentarischer Anspruch: Ja ?
Größe 2.3 mB 3400 x 2539 Pixel.
Ansichten: 51 durch Benutzer95 durch Gäste
Schlagwörter:
GebietNiedersachsen
Rubrik
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