Östliche Moosjungfer (Paarung) - Meine Nr. 70
| Eingestellt: | 2026-05-26 |
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| Aufgenommen: | 2026-05-26 |
| AW © | |
| Heute ist für mich ein ganz besonderer Tag. Ich versuche schon seit vielen Jahren die verschiedenen Arten, die Deutschland heimisch sind, zu fotografieren. Mittlerweile habe ich 70 Arten in brauchbarer bis sehr guter Qualität auf den Chip gebannt. Die letzte neue Art in meinem Fundus ist Jahre her. Für dieses Jahr habe ich mir vorgenommen, meine Liste zu ergänzen. Recherche im Winter. Planung im Frühjahr und dann die Suche Ende Mai. Das ist jedes Mal eine Herausforderung. Fragen wie: "Kann ich mich am Zielort ungestraft und mit gutem Gewissen bewegen?" "Wie sieht das Habitat genau aus?" "Bin ich zur rechten Zeit im Jahr / am Tag unterwegs?" Aufregung und eine zweistündige Suche bei 30 Grad im Schatten. Ein Gewässerchen nach dem anderen nehme ich in Augenschein. Ich sehe Vierflecks, Falkenlibellen, Schilfjäger, ne Menge kleine und große Moosjungfern und so weiter. Der Schweiss rinnt bei der hohen Luftfeuchtigkeit und langsam merke ich, das ich etwas Wesentliches vergessen hatte: Wasser zum trinken. Leichter Schwindel kommt auf, lange würde ich mir das nicht mehr zumuten können. Dann entdecke ich von Hauptpfad abgehend einen Wildwechsel oder ist es ein Trampelpfad? Und dieser kaum erkennbare Pfad stammte tatsächlich von jemanden, der sich auskannte. Er verlor sich an einem Kolk bei einer kleinen Birke am Gewässerrand. Genau da kam dieser Zauber auf: Eh, die ist doch anders? Und die auch. Und dort eine Paarung. Schnell die Kamera vor das Auge und hastig ein paar Bilder gemacht. Hineingezoom und YEESS! Es ist die lange gesuchte Östliche Moosjunger in Bayern. Jetzt ruhig noch ein paar vernünftige Aufnahmen machen, bevor der Wassermangel mich zur Umkehr zwingt. Doch plötzlich sehe ich fast keine mehr. War ich so ungestüm, das ich alle verscheucht hatte? Nach einiger Zeit der Besinnung merkte ich dass sie alle hinter mir in den jungen Birkenschößlingen saßen. Und so kam ich dann doch noch zu meinen Bildern. Sie sind OK, denn das Licht war gnadenlos, aber für alle weiteren Tage meines Lebens weis ich genau wann, wo und wie ich sie finde. Und das nächste Mal bei bedecktem Himmel mit ausreichend Wasser zum Trinken. Und genau so baute sich über 20 Jahre das Wissen auf, das es mir heute oft leicht macht bestimmte Arten zum fotgrafieren zu finden. Das macht das Hobby für mich aus. PS: Wer genau hinsieht, erkennt am Ende des Abdomens des Weibchens ein paar Libelleneier. Ich vermute dieses Männchen war nicht ihre erste Liebschaft... Viele Grüße: Andreas |
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| Technik: | Olympus OM-D E-M1 MarkII / ED 50-200mm 2,8 pro + MC20 - 1/400s / Blende 5,6 / ISO 200 Lightroom: Entrauscht, kleine Anpassungen der Helligkeit, der Schatten und 10% mehr Sättigung Photoshop stufenweise verkleinert und unscharf maskiert. Als JPG gespeichert |
| Fotografischer Anspruch: | Fortgeschritten ? |
| Dokumentarischer Anspruch: | Ja ? |
| Größe | 781.8 kB 2000 x 1500 Pixel. |
| Platzierungen: |
Beste Tophit-Platzierung: 30 Zu den Tophits
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| Ansichten: | 44 durch Benutzer97 durch Gäste |
| Rubrik Wirbellose: | |
Was mich jedoch wundert ist das du sie noch nicht gesehen hattest, sind die in Bayern doch noch so selten? Hier in NL waren sie lange Jahre abwesend, bis sie plötzlich eine sehr stabile Population gegründet haben, seit dem tauchen sie immer mehr und mehr auf. Sogar einmal bei mir in der nähe an einem Dorfweiher (welcher jedoch extrem sauberes Wasser hat, und stark an ein Niedermoor erinnert).
Viel Spaß noch in der Saison!
Joseph
vielen Dank für Deinen Kommentar. In der Roten Liste Bayerns wird die Östliche Moosjungfer (Leucorrhinia albifrons) in die höchste Gefährdungskategorie 1 (Vom Aussterben bedroht) eingestuft. Die Art ist deutschlandweit stark gefährdet. Ist schon etwas ganz besonderes sie einmal zu Gesicht zu bekommen.
Viele Grüße: Andreas
Das hört sich erstmal sehr gut an, heisst aber auch Schweiß und Schmerz.
Wenn man aber den persönlichen Libellen-Fundus, oder auch den anderer Motive erweitern kann, werden Schmerzen ganz schnell zu einem Wohlgefühl.
Ich kenne das irgendwo her....und es wird im Alter auch nicht einfacher 😅👍
Glückwunsch zu Bild und Text....ich lese ihn mir immer gerne komplett durch....es lohnt sich !!👌
L.G Stefan
da kann ich dich nur beglückwünschen zu dem Fund und dem feinen Bild.
Dein Wissen und deine Erfahrung,gepaart mit deiner Ausdauer,haben letztlich wieder zum Erfolg geführt.
Schwindel ist allerdings an einem Gewässer schon bedenklich!!!!
Eine Paarung generell mit Offenblende zu fotografieren,und das mit der Brennweite,
da ist dir mein Respekt sicher.
Erstaunlich finde ich auch den MC20 an dem Objektiv (welches übrigens 50-200 f 2.8 pro heißt,nicht 4.0).
Ich fand bisher bei jedem Objektiv,dass er zu viel Schärfe kostet.
Die doppelte Brennweite istt natürlich auch für den Stabi nicht sehr förderlich,wo das Zielen dabei
sowieso schwieriger ist.
Gruss
Otto
danke für den Hinweis. 2,8 ist natürlich richtig. Bei dem Adapter ging ich genau wie Du davon aus, das die Qualitätsverluste zu gross sind. Sie sind auch da, fallen aber nicht so unangenehm auf wie bei dem 40-150mm. Ich würde vorrangig den 1,4 Konverter nehmen, sofern ich nicht auf der Pirsch nach (für mich) neuen Arten bin. Denn bei neuen Arten überwiegt der Vorteil der Distanz - zumindest für meinen Geschmack
Viele Grüße: Andreas
den 2-fach Adapter mochte ich mit dem 40-150mm gar nicht, weil er einfach zu viel Schärfe "gekostet" hat. Nun hatte ich mit der grundsätzlich schärferen Linse 50-200mm noch mal einen Versuch gewagt. Dabei kam das Bild von dem Grantauge von gestern heraus. Das hat mich schon ziemlich verblüfft. Aus rund 2m Entfernung ein 35mm Granatauge in der Qualität festhalten zu können. Das ist aber nichts für Ungeduldige, denn die enorme Brennweite erfordert eine gute Zielgenauigkeit, eine gewisse Zeit für das Suchen in der Tiefe des Raumes und eine ruhige Hand. Ausserdem ist die kleinste Blende 5,6 und damit muss man mit der ISO hoch, wenn nicht grade die pralle Sonne scheint. Da ich aber gerne nach seltenen Libellen suche, gibt mit diese Kombination den nötigen Abstand. Der 1,4 Konverter behält aber definitv seine Berechtigung. Noch ein Effekt beim 2-fach Konverter: Der Abbildungsmassstab dürfte damit auch für Zwerglibellen formatfüllend reichen...
Viele Grüße: Andreas
Grüße Ingolf