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Eingestellt:
Aufgenommen: 2014-06-07
AW ©
Liebes Forum,

ich habe heute die Zwerglibellen besucht, die ich vor ein paar Jahren nur 30 Autominuten von zu Hause entdeckt hatte. Ich war heute Vormittag bei bestem Sonnenschein dort. Es mutet schon komisch an, wenn man bei diesen Sommertemperaturen mit Gummistiefeln, Regenhose und Regenjacke losstapft. Regenhose und Jacke sind die Garantie dafür, dass die Mücken ganz bestimmt nicht durch die Kleidung stechen können. Ich habe dort schon erlebt, dass ich selbst durch Jeansstoff gestochen wurde.
Kurz vor der Anfunft am Gewässer ziehe ich dann Regenhose und Jacke an und reibe alle übrigen offenen Körperstellen und die Haare mit tropentauglichem Mückenspray ein. Es reichen dann ein paar Schritte und der Schweiss fängt an zu laufen. Und wieder hatte ich ein Detail vergessen: Das Schweissband für die Stirn. Denn nun läuft mir die ganze Mückenabwehrsuppe in die Augen und diese beginnen zu brennen. Zum Glück habe ich eine Packung Taschentücher dabei, mit denen ich mir nun ständig die Stirn abtupfe. Endlich bei den Zwerglibellen angekommen, muss ich ganz weit runter. Mein Kopf zieht sich also aus dem Steckmückenorbit zurück und taucht in die Kriebelmückenhemisphäre ein. Diese Libellen sind zum einen sehr klein (25 mm) und noch dazu sehr scheu. Wenn sie sich gestört fühlen, ziehen sie sich sehr unfotogen ins das Dickicht zurück. Einziger Vorteil: Sie fliegen selten weiter als 50cm. Wenn ich nun den Fotoapparat an mein bebrilltes rechtes Auge halte, bleiben mir ein paar Sekunden, bis das Brillenglas durch Kondensation zum Milchglas wird. Ist nicht so wild. Ich sehe ja noch die Konturen und kann mich auf das kleine rote Autofokusquadrat einigermaßen verlassen. Lieber mal ein paar Auslösungen mehr machen und später aussuchen. Das Wasser aus dem Boden steigt durch mein Körpergewicht langsam aus den Moospolstern und flutet meine Stiefel auf denen ich mich Schneidersitz niedergelssen hatte. Die Socken sind nass. Ich richte mich fluchend auf. Schwindel wegen des Wärmestaus in diesen Klamotten. Dann der Blick auf den Monitor. Alles in der Schärfezone drin? Das ist dann der Lohn für alle die Mühe.

Zwerglibellen sind klein, aber ich meine sie sind die schönsten unter unseren Libellen. Schaut sie euch einmal genau an. Metallicgrüner Körper, gemischt mit einem wunderschönen Blassblau. Elfenbeinweisse Flügelmale und wasserblaue Augen die mich immer ein wenig an unseren Planeten erinnern...

Fast genauso herrlich wie diese Fototour war die Dusche danach. Aber nur fast...

Viele Grüße: Andreas

Technik:
Aus der Hand, Digitale SLR, Makroobjektiv 150mm, ISO 100, f=2,8, 1/640 Sek
Fotografischer Anspruch: Fortgeschritten ?
Dokumentarischer Anspruch: Ja ?
Größe 772.5 kB 1499 x 1000 Pixel.
Ansichten: 36 durch Benutzer178 durch Gäste
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