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Ostschermaus

Ostschermaus
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Eingestellt:
Aufgenommen: 2011-06-04
TS ©
Moin,

nachdem es zusehends schwierig wird in diesem Forum noch neue heimische Vogel-/Amphibien-/Reptilien-/Tagfalter- oder Libellenarten zu zeigen, fokussiere ich hiermit mal auf die heimischen Säugetiere Bild: Lächelndes Gesicht

Dieses ist eine Schermaus, auch Große oder Ostschermaus (Arvicola terrestris) genannt, die in Deutschland häufig ist, meines Wissens aber im Forum noch nicht vorgestellt wurde.

Schermäuse sind die größten einheimische Wühlmäuse. Der wissenschaftliche Name 'terrestris' (also landbewohnend) ist etwas verwirrend, denn es gibt sowohl aquatisch wie auch terrestrisch lebende Populationen und Übergangsformen zwischen beiden. Offenbar sind dieses Ökotypen, die nicht genetisch fixiert und mit Unterarten gleichzusetzen sind. Es kann beide Formen überall geben. Dieser 'Kollege' gehört offenbar der aquatischen Form an.

Auf den ersten Blick sind sie leicht mit Ratten zu verwechseln, denen sie in Größe und Gewicht ähneln. Wühlmaustypisch sind die Ohren aber recht klein und unscheinbar sowie der Schwanz relativ kurz. Sie sind üblicherweise dämmerungs- und nachtaktiv und vorwiegend Vegetarier, allerdings mit einem 'großen Appetit'. Die aquatische Form ernährt sich vorwiegend von Wasserpflanzen sowie deren Wurzeln und Knollen. Die terrestrische ebenfalls von vergleichbaren 'Vorräten', so dass besonders diese in Gemüse- oder Baumplantagen zum Schädling werden kann. Aus diesem Grund ist sie daher auch (im Ggs. zu den meisten anderen heimischen Säugetieren, die nicht dem Jagdrecht unterliegen) nicht nach Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützt.

Die Nester und unterirdischen Bauten-Gänge der aquatischen Form liegen meist im Uferbereich oder z.B. auf Seggenbulten. Hier kann sie (ähnlich dem Bisam) auch zu Problemen mit Hochwasserschutz an Deichen führen. Die terrestrische Form lebt meist unterirdisch in Gängen und Bauten und wirft kleine Hügel ähnlich dem Maulwurf auf, mit dessen Bauten die Erdhügel leicht verwechselt werden können.

Die Ostschermaus ist von der britischen Insel und Nordspanien im Westen über ganz Europa bis Mittel-/Ostasien weit verbreitet und idR häufig. Nach deutscher Roter Liste gilt sie als ungefährdet. Im Südwesten Europas wird sie von der nahe verwandten, sehr ähnlichen Westschermaus (Arvicola sapidus) abgelöst, von der allerdings nur terrestrische Formen existieren.

Ich habe gestern Abend das Tier auch noch bei seiner 'Gefräßigkeit' filmen können, so dass ich Euch das Video hier als Ergänzung zum Bild noch gerne verlinken möchte:

Schermaus - Video
[ACHTUNG: avi - 22,1 MB - je nach Leitung evtl. lange Ladezeiten!]

Man sieht, wie in 'Windeseile' die Krebsscheren dahin gerafft werden. Allerdings dürfte es sich bei diesem Bestand auch um einen angesalbten (= angepflanzten) handeln, so dass der 'Schaden' nicht wirklich einer ist. Es waren drei Schermäuse anwesend, die sich in der Dämmerung von uns überhaupt nicht beeindrucken ließen.

Ich hoffe es ist ganz interessant und grüße
Thorsten

PS: Zur Foto-Quali noch: Das Foto (und Video) entstand bei schon sehr schummerigen Licht an einem Teich im Wald nach 20 Uhr. Ich habe nicht entrauscht und war relativ überrascht, dass mit der Kompakt-Knipse auch bei ISO800 noch halbwegs 'Brauchbares' zustande kam Bild: Lächelndes Gesicht.

PPS: Das Video hat auch Ton, wer sich an einem Vogelstimmen-Quiz beteiligen möchte, ist herzlich eingeladen Bild: Lächelndes/zwinkerndes Gesicht

Technik:
Canon Powershot SX20 IS + Marumi Acromat +5, 100mm (entspricht 560 mm KB-Äquivalent), 1/40stel, f5,7, ISO 800, -0,7 LW, frei Hand - IS, Kamera auf Geländer aufgelegt, Ausschnitt 3:2 aus 4:3 (Breite unverändert); EBV: Kleinere Korrekturen an Tiefen/Lichtern, Sättigung, Farben + nachgeschärft; 20:10 Uhr, Schatten im Wald
Fotografischer Anspruch: Dokumentarisch ?
Natur: Naturdokument ?
Größe 398.7 kB 900 x 600 Pixel.
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