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Altruismus - ND

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https://naturfotografen-forum.de/data/o/8/40658/thumb.jpghttps://naturfotografen-forum.de/data/o/8/40658/image.jpg
Eingestellt:
TS ©
Kleiner Exkurs in biologische Zusammenhänge und in eine vielleicht für einige interessante Verhaltensweise.
(Der Text wird länger… sorry!... Wer nicht lesen mag... kein Problem... einfach weiterklicken!)

Die Qualität des Fotos ist schlecht, es ist auch nur ein Schnappschuss, ehrlich gesagt. Daher diese Kategorie (die ja wohl dafür da ist).
Es ist eine Fütterungsszene des Teichhuhns (Gallinula chloropus). Das Küken hat gerade einen Futterbrocken von dem anderen Teichhuhn bekommen.
Was ist aber daran so besonderes? Streng genommen nicht viel, denn es ist ein typisches Verhalten des Teichhuhns (und wäre es auch beim Blesshuhn).
Dennoch... Der "Futtergeber" ist nicht ein Elternteil, sondern ein Geschwister aus der ersten Brut. Das Küken stammt aus der zweiten Brut derselben Eltern.
Dieses Verhalten (die Mit-Aufzucht der Geschwister aus einer späteren Brut) wird in der Biologie als Altruismus bezeichnet. Altruismus ist eine "selbstlose Handlung". Das ältere Teichhuhn investiert Zeit und Energie, um einem anderen Individuum das Überleben zu erleichtern, ohne selbst (scheinbar) einen Nutzen davon zu haben. Es ist das genaue Gegenteil von Egoismus, der in der Tierwelt weit häufiger zu beobachten ist.
Die auf Darwin zurückgehende Evolutionstheorie fußte in erster Linie auf dem "Egoismus-Gedanken" (survival of the fitest, der fiteste überlebt). Wer egoistisch ist und sich damit die bessere Überlebenschance auch auf Kosten anderer (auch seiner Geschwister und Eltern) schafft, der überlebt den "stuggle of life", den Überlebenskampf, und hat bessere Chancen sich fortzupflanzen. Die Genetik war zu Darwins Zeiten noch ein unbekannter Begriff, obwohl Mendel schon seine Versuche zur Vererbung gemacht hatte. Damals kannte kaum einer Mendel, keiner wusste um die Bedeutung seiner Entdeckung. Gene waren noch nicht entdeckt und so wusste auch Mendel und damit Darwin nicht was es damit auf sich hat.
In seine eigenen Nachkommen zu investieren hat seinen Grund. Man gibt seine eigenen Gene durch Paarung zu 50% an seine Nachkommen weiter. Für die meisten Tierarten liegt hierin der Sinn des Lebens, wenn man es mal so plakativ darstellen möchte. Egoistisch sein, alle anderen ausstechen und sich dann erfolgreicher fortpflanzen als die anderen, seine Gene (die daher das Erfolgsrezept beinhalten) verbreiten und weitergeben…. Das ist eigentlich der Hintergedanke der Evolutionstheorie.
Es geht (wie uns die Natur beweist) und wir heute durch wissenschaftliche Erkenntnisse verstehen können, aber auch anders. Und das ist kein Widerspruch zu Darwins Theorie!
Dieses Teichhuhn zeigt es. Der Begriff, den es heute dafür gibt ist der, der genetischen Fitness. Wenn man so will steuern die Gene die Evolutionsprozesse und Altruismus funktioniert bei bestimmten Tierarten auch, nein besser sogar, als Egoismus.
Ein extremes Beispiel sind die Honigbienen. Sie zeigen ein extremes altruistisches Verhalten. Sie sterben sogar dafür, dass sie durch selbstlose Handlung (Angreifer stechen) ihre Geschwister retten. Der Grund ist: Sie sind mit ihren weiblichen Geschwistern genetisch näher verwandt, als sie es mit ihren eigenen Nachkommen wären.
So auch dieses Teichhuhn. In dem kleinen Geschwister stecken vermutlich annähernd so viele (seiner eigenen) Gene, wie sie in seinen eigenen Nachkommen vorhanden wären. Es macht daher Sinn auf diesem Wege zu versuchen, die genetische Fitness zu stärken. Das es funktioniert beweist die Biologie einiger Arten, wie des Teichhuhns.
Möglicherweise ist altruistisches Verhalten auch eines der „Erfolgsrezepte“ des Menschen in der Evolution (neben anderen vorteilhaften evolutiven Entwicklungen). Noch heute gibt es „Familien-Fehden“ und den Spruch „Blut ist dicker als Wasser“.

So,……. langer Text, und zum Thema „Fotografie“ im Forum: Thema verfehlt!... Bild: Lächelndes/zwinkerndes Gesicht)
Es ist ein Bild zur Vorsilbe der Forumsbezeichnung!

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Vögel: