|
Das war vor einigen Jahren eine berühmt gewordene Untersuchung des MIT(Massachusetts Institute of Technologie). Die Forscher um Phillip Isola und Aude Oliva haben wissenschaftlich untersucht, was ein Foto im Gedächtnis der Menschen verankert. Der offizielle Titel des wissenschaftlichen Berichts lautet: "What makes a photograph memorable?" Veröffentlicht u. a. in den "IEEE Transactions on Pattern Analysis and Machine Intelligence". Eine allgemein verständliche Zusammenfassung des Berichts findet man direkt im "MIT News Office". Das Kernergebnis zeigt überraschende Regeln dafür, was ein Bild unvergesslich macht. Nun werde ich hier nicht die Studie hinschreiben, aber einige Hauptpunkte sind sicher nicht zuviel des Guten. Schönheit ist nicht gleich Erinnerung! Das wohl spannendste Ergebnis war, dass ein Foto nicht zwingend "schön" oder "angenehm" sein muss, um im Kopf zu bleiben. Ästhetische Urteile und die Einprägsamkeit(Memorability) sind zwei völlig verschiedene Dinge. Menschen schlagen Landschaften (wunderschöne,weite, Landschaftsfotos sind laut der Studie am schnellsten wieder vergessen). Universelle Wirkung....Einprägsamkeit ist eine intrinsische Eigenschaft des Bildes selbst. Unabhängig vom persönlichen Hintergrund der Testpersonen blieben fast immer dieselben Bilder im Gedächtnis. So viel zur Studie in Kurzform. Was mich selber angeht, so haben sich in meinem Langzeitgedächtnis nur wenige Fotos dauerhaft eingeprägt. Ganz oben steht dabei ein Foto des jungen Radomir Jakubowski. "Fallende Steine". Nix berühmtes und dazu noch getrickst, aber die Idee fand ich genial. Mit besten Grüßen |
Re: "What makes a photograph memorable?"
Emotionen stehen oft im Vordergrund, Technik alleine macht kein gutes Bild.
Bilder, die uns lange beschäftigen, berühren meist tiefe menschliche Empfindungen, Freude, Trauer, Mut, Empörung, Staunen oder Zärtlichkeit. Ein Blick, eine Geste oder eine Haltung kann mehr transportieren als jede Erklärung.
Ein Foto wird unvergesslich, wenn es fühlt, verdichtet und nicht ganz zu Ende erzählt. Technik hilft, aber der Kern ist der Moment, in dem etwas Menschliches sichtbar wird, das größer ist als der einzelne Frame.
Gruß Alex
Re: "What makes a photograph memorable?"
Die MIT-Studie verwechselt echtes Erinnern mit simplem Wiedererkennen.Im Labor wurden Testpersonen Bilder im Sekundentakt um die Ohren gehauen. Ein Foto mit einem optischen Trick, einer Gefahr oder einem sexuellen Reiz bricht die Logik und „schreit“ biologisch am lautesten. Das Gehirn schlägt kurz Alarm, weshalb man es Sekunden später per Knopfdruck wiedererkennt. Das ist ein rein mechanischer Reflex, kein Abspeichern.Dein echtes Gedächtnis funktioniert über Relevanz und Betrachtungsdauer. Ein faszinierendes, schönes Bild fesselt dich länger als ein paar Millisekunden. Erst durch diese Zeit haben deine Synapsen überhaupt die Chance, das Foto dauerhaft einzubrennen.Die Studie misst also nur das kurzfristige visuelle Auffallen, während dein Gedächtnis auf nachhaltige Aufmerksamkeit anspringt. Deswegen bleiben die schönen Bilder im Kopf und der Labor-Quatsch wird aussortiert.
Aber sicherlich Fotos mit i Tüpfelchen wie eine Mücke auf einem Frosch bleiben auch in Erinnerung
Nur ein Gedanke
VG
Michael
PS : Wenn ein Foto im Gedächtnis bleibt hat es einen Grunde und hat deswegen eine intrinsische
Eigenschaft und deswegen bleibt es in Erinnerung. 🤣