11 Welse
© Uwe Ohse
11 Welse
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Hallo,

Nachdem unsere Welse im letzten Jahr nicht gesehen worden sind, waren am 20.5. an der üblichen Stelle im gefallenen Baum drei.

Ein paar Tage später bin ich dann wieder an den See gefahren, und habe dort feststellen müssen, dass ich meine Kamera zu Hause gelassen hatte. Ich bin trotzdem ins Wasser gegangen. Normalerweise bleibe ich in Ufernähe - im Freiwasser sieht von der Oberfläche aus selten etwas. Aber weil es an der Insel etwas langweilig war, bin ich quer durch den See geschwommen, um an einer Stelle nachzusehen, die ich sonst nicht oft besuche. Unterwegs, mitten im Freiwasser, fand ich dann Welse. Nicht einen Wels, nicht zwei. Fünf.

Fünf Welse schwammen im Freiwasser in einer Gruppe, miteinander. Sie vergammelten nicht den Tag in Ästen, nein - sie schwammen, ein bis zwei Meter unter der Wasseroberfläche, umeinander herum oder miteinander. Und ich hatte keine Kamera dabei… und auch fünf große Welse sind in einem See ähnlich leicht zu finden wie Nadeln im Heuhafen. Aber okay, immerhin hatte ich das mal gesehen, und an dem Tag glaubte ich, dass es dabei bleiben würde.

Bei der nächsten Gelegenheit bin ich dann mal nicht zur Insel, sondern in die Bucht links des Einstiegs geschwommen, in der festen Absicht, auf dem Rückweg im Freiwasser zu suchen. Auf dem Hinweg trieb ich mich dann eine Weile bei einem gestürzten Baum herum (da gab es schon mal Aale), und plötzlich schwamm unter mir was?

Richtig, ein Wels. Einer. Aber er gammelte nicht, sondern schwamm in gerader Linie ins Freiwasser hinaus, und freundlicherweise langsam und hoch genug, dass ich ihm mühelos folgen konnte.

Sein Ziel war dann eine Welsversammlung, bei der elf Welse ein Stelldichein hielten, und das an einer ganz anderen Stelle als ein paar Tage zuvor.

https://de.wikipedia.org/wiki/Europ%C3%A4ischer_Wels#Aktivit%C3%A4t:
„Welse sind lichtscheu und überwiegend nachtaktiv, wobei die Aktivitätsmuster sich allerdings abhängig von der Jahreszeit deutlich unterscheiden können. Besonders bei fallendem Luftdruck, der mit Hilfe der Schwimmblase wahrgenommen wird, sind sie auch tagsüber aktiv, sonst ruhen die Tiere bis zum Einbruch der Dunkelheit meist am Grund zwischen Wasserpflanzen, unter überhängenden Ufern oder Baumwurzeln. Unter Wassertemperaturen von sieben bis vier Grad Celsius stellen die Tiere die Nahrungsaufnahme ein. Sie überwintern in Flüssen in Uferspalten oder Gruben in Ufernähe, in Seen im unteren Drittel der Wassersäule oder auf schlammigem Grund liegend.

Zwischen Mai 2009 und Februar 2011 wurden in der Rhone Welse bei atypischen Verhaltensweisen beobachtet: die normalerweise einzelgängerischen Tiere wurden in Gruppen angetroffen, welche bis zu 44 groß gewachsene Exemplare umfassten (größte beobachtete Länge: 2,10 Meter). Einerseits handelte es sich nicht um eine Schwarmbildung, da die Schwimmbewegungen unkoordiniert waren und die Tiere teilweise zusammenstießen, und andererseits konnte ausgeschlossen werden, dass es den Welsen um Fortpflanzung, die Suche nach Futter oder den Schutz vor Angreifern gegangen sein könnte. Diese Gruppen erreichten eine Biomassedichte von bis zu 40 Kilogramm pro Quadratmeter Flussgrund.”
Und nun im Mai 2018 im Üttelsheimer See. Der Größte war übrigens um 1,70 Meter lang, vielleicht etwas größer, aber keine 2 Meter. Die kleineren dürften etwa einen Meter lang gewesen sein.

Wenn ich das Verhalten erklären sollte, würde ich auf Partnersuche tippen, denn das würde bei meiner Beobachtung von der Jahreszeit her passen. Es passt allerdings nicht zu "Februar 2011", das wäre für die Partnersuche zu früh.

Übrigens halte ich Welse auch nicht für lichtscheu, denn ich habe im Juni bei starkem Sonnenschein einen Wels 40 oder 50 Zentimeter unter der Wasseroberfläche auf einem Baum liegen sehen (vielleicht hatte es damit zu tun, dass es dort oben deutlich wärmer als unten im Dunklen war). Ich denke, sie suchen das Licht nicht, einfach weil ihr Beuteortungsmechanismus über die Barteln funktioniert, aber sie scheuen es auch nicht.

So viele Welse so nah zu sehen, den Größten direkt auf mich zu schwimmen zu sehen, so manchen mit der Flosse zu berühren (unkoordiniert passt schon) - das war ein echtes Erlebnis. Und ich bin froh, dass die Tiere friedlich sind (wobei die Männchen es nicht sind, wenn man ihr Gelege bedroht).
Taube im Parkhaus
Taube auf Nahrungssuche im Parkhaus, Etage U2. Sie hätte kooperativer sein können.

Falls Du nachher noch etwas zu Lesen suchst, magst Du vielleicht hier fündig werden:
  • 16: Über die Begriffe Natur und Naturfotografie, (soziales) Miteinander im Forum, Klima im Forum, Sternchen, Wettbewerbe
  • 21: Über menschliche Artefakte im Forum, Datenschutz und Privatsphäre (den Teil über die Technik besser überspringen)

Rotkehlchen
Manchmal ist der Untergrund recht dornig.

Anmerkungen zu DSGVO und Datenschutz

DSGVO

In diesem Jahr kam ja, mit viel Wehklagen, die Datenschutz-Grundverordnung. Inhaltlich stehe ich hinter ihr, und mich hat sie eigentlich recht wenig Arbeit gekostet. Die Mißverständnisse haben dagegen deutlich Zeit gefressen.

Ein Musterbeispiel einer verständlichen Verordnung sieht sicher anders aus. Ich kann mich über den Schreibstil nicht positiv äußern - 6, setzen, die komplette Schulbildung bitte wiederholen (ich meine das so: ungenügend).
Nun könnte man einwenden, dass guter Schreibstil in Gesetzen und Verordnungen sowieso selten ist. Aber muß das so sein? Bei einem Grundrecht (die DSGVO bezeichnet das so)?

Aber sei's drum, sie geht in die richtige Richtung. Von mir aus könnte sie auch gerne ein paar Schritte weiter gegangen sein, aber die Richtung stimmt.

Und ich finde es bemerkenswert, mit welcher Brachialgewalt die DSGVO außerhalb der EU Angst und Schrecken unter den Betreibern von Websites ausgelöst hat. Das hat mein Herz erfreut (hi Andy, i mean *you*), und es zeigt auch, dass das Internet kein rechtsfreier Raum ist, was gut so ist.

Das ist übrigens ein Grund, warum ich die EU mag. Ein Kleinstaat, selbst einer mit ausgebrochener Großmannssucht, könnte alleine nie durchgeboxt haben, dass die Daten seiner Bürger auch von auf anderen Kontinenten angesiedelten Betreibern von Websites besser geschützt werden (das lässt sich auf alle Arten von Güterverkehr mit dem Ausland übertragen).
Kleinstaat mit ausgebrochener Großmannssucht ist meiner Meinung nach eine passende Bezeichnung für Staaten, die ihren Regierungschefs keine tauglichen Flugzeuge zur Verfügung stellen können und beim Bau von Flughäfen auch nicht weiter kommen, aber in der Welt "Verantwortung" übernehmen wollen, und nicht mal selbst genug Transportflugzeuge haben. Wenn es nicht so traurig wäre, würde ich darüber lachen. Ich könnte noch ein paar sarkastische Sprüche über U-Boote und ihre Verfügbarkeit, über Tender und Gewehre machen, aber das wird sogar mir zu billig.
Eisvogel
Das Grün kam da gerade richtig. Die Jahreszeit ohne ist ganz schön lang.

Daten, der Rohstoff


Daten sind mittlerweile als Rohstoff des 21. Jahrhunderts erkannt worden, was für Menschen, für die das Internet noch im Jahr 2013 Neuland war, und die sich nicht vorstellen konnten, dass andere damit schon 20 Jahre gearbeitet haben, immerhin ein gewaltiger Schritt nach vorne ist.

Daten sind Rohstoffe für die Informationsverarbeitung. Und sie sind mit klassischen Rohstoffe vergleichbar.
Rotkehlchen
Was ist denn da los?

Klassische Rohstoffe entnimmt man der Erde (oder dem Baum… egal was) und transportiert sie irgendwohin, wo etwas Anderes daraus gemacht wird. Dafür wird dem ursprünglichen Besitzer der Rohstoffe dann eine Entschädigung gezahlt, die es theoretisch ermöglichen sollte, dass der davon leben und sich weiter entwickeln kann (gerade im Fall von Staaten soll das so sein).
So weit die Theorie.
Maus
Sucht Futter.

Und die Praxis?
Ddie Prozesse zur Rohstoffentnahme sind oftmals sehr unsauber, hinterlassen zerstörte Öko-Systeme, zerstörte Staaten und zerstörte Sozialstrukturen. Und das auch wenn sie von Unternehmen ausgeführt werden, die in ihren Heimatländern Gesetzen unterliegen, die all das verhindern sollen.

Theoretisch sollte die Demokratische Republik Kongo, im folgenden Kongo genannt, heute ein blühendes Land sein. Der Kongo ist leider das Gegenteil.

Nun bin ich mir relativ sicher, dass auch im Kongo die dabei billigend in Kauf genommenen Schäden an Menschen und Umwelt verboten waren. Sie sind aber trotzdem geschehen, und sie geschehen auch anderswo. Wenn man mal richtig schlechte Laune bekommen will, kann man sich beispielsweise die WWF-Hintergrundinformationen zur Ölförderung durchlesen. In dem Zusammenhang ist schon mal von Raubtier- oder auch Turbokapitalismus die Rede.

Bussard
Beutegreifer, weder Räuber noch Turbokapitalist, obwohl Mäuse das vielleicht anders sehen.
Die Ursache dafür ist natürlich, dass der Kongo als Staat nicht ausreichend stark war, um sich zur Wehr zu setzen. Es fehlte an allem - Korruptionsbekämpfung, Kontrollen, Polizei, Justiz.

Der Kongo ist ein wunderbares Beispiel dafür, warum ein ganz schlanker, schwacher Staat eine unheimlich schlechte Idee ist. Und mit "schwach" meine ich nicht erster Linie das Militär, sondern die Stärke des Rechtssystems.
Maus
Noch jemand auf Futtersuche

Und jetzt werde ich versuchen, die Brücke zu Daten zu schlagen:

Daten gewinnt man zum Glück ohne direkt Menschen umbringen und ganze Öko-Systeme zerstören zu müssen.
Kleiner Einschub: Das ist nur dank des Wortes "direkt" richtig. Die Produktion des benutzten Stromes (in Deutschland haben Rechenzentren ungefähr 2% des Gesamtstrombedarfs - weltweit dürfte der Prozentsatz etwas höher sein) richtet durchaus einige Schäden an.
Und Computer (wie auch Smartphones) kommen auch nicht ohne Umweltschäden… (https://www.deutschlandfunkkul [verkürzt] de.html?dram:article_id=152987 , https://www.amnestyusa.org/rep [verkürzt] wer-the-global-trade-in-cobalt/), https://www.greenpeace.de/site [verkürzt] report_10_jahre_smartphone.pdf .
Ente im Baum
Was auch immer sie gesucht hat, Futter und Daten waren es nicht.

Klassische Rohstoffe haben klare Besitzer (falls das Ölfeld nicht über Staatsgrenzen hinaus geht), so dass man im Allgemeinen weiß, wen man dafür entlohnen muß, man kann sie messen, und man hat einen Marktpreis, so dass man ungefähr sagen kann, was sie wert sind.

Datenrohstoffe haben das alles nicht.
Ich weiß nicht, was meine Bewegungsdaten wert sind, und das liegt nicht etwa daran, dass es keine Märkte oder Börsen für Daten gibt, sondern daran, dass die ihre Kurse nicht veröffentlichen (ein Unding, aber hier nicht das Thema).
Ich weiß auch nicht, was das Erheben der Daten den Erhebenden kostet.

Nach marktwirtschaftlicher Theorie müßte ich das aber, um beurteilen zu können, ob der andere Geschäftspartner mich über's Ohr haut.
Blasen an Blättern
Das müßte grasblättriger Froschlöffel sein, aufgenommen von direkt unterhalb der Wasseroberfläche.

Für mich bedeutet das, dass ich als derjenige, um dessen Daten es geht, jederzeit ausgebeutet werden kann. Und die Geschichte hat bewiesen, dass jemand, der gefahrlos ausgebeutet werden kann, auch ausgebeutet wird (sollte das jemand bezweifeln, schlage ich einen Grundkurs in Geschichte vor. Ernsthaft, der Geschichtsunterricht hätte nicht total nutzlos sein müssen).

Es gibt keinen Grund anzunehmen, dass dies im Datenmarkt nicht geschieht.

Es wäre wider die menschliche Natur.

Einschub: Es wäre gegen die menschliche Natur, dass eigene soziale Umfeld rücksichtslos auszubeuten. Es ist nicht gegen die menschliche Natur, die auszubeuten, die nicht zu seinem sozialen Umfeld gehören. Was übrigens einer der Gründe dafür ist, dass der Kongo heute Schlachtfeld ist.

Wer noch nicht genug schlechte Laune hat, kann ja mal nachsehen, wie viele Rohstoffe und Produkte aus dem Kongo oder die Menschenrechte ähnlich mit Füßen tretenden Ländern in seinem Handy, ihrer Kamera, seinem Laptop oder ihrem Computer drin sind.

Nun bleibt noch die Frage zu beantworten, ob ich gefahrlos ausgebeutet werden kann. Tja, wer will das kontrollieren? Gut, ich will, aber ich kann nicht. Die Online-Auftritte deutscher Zeitungen sind mit 10 oder mehr verschiedenen Trackern versehen (10 ist das Minimum). Ich bezweifele, dass die sich alle an die Datenschutzerklärung der Seiten halten, denn das kann niemand kontrollieren, nicht einmal der Betreiber der Seite. Vertrauen ist gut - aber im Wirtschaftsleben nicht für den, der auf etwas vertraut, das nicht kontrolliert wird.

Und ich habe nicht mal die Möglichkeit, die Verarbeitenden selbst zu fragen, was sie mit meinen Daten so anstellen, so viel Zeit habe ich einfach nicht, und außerdem weiß ich nicht, ob die mir gegenüber überhaupt auskunftspflichtig wären (ich vermute, dass das nicht so ist).

Sollte ich, wenn Daten über mich von 10 Trackern erhoben werden, wirklich noch hoffen, dass ich nicht ausgebeutet werde, dass ich eine fairen Gegenwert für meine Daten bekomme? Oder darf ich annehmen, dass alleine die zehnfache Verarbeitung der Daten so viel kostet, dass für mich da nichts mehr übrig bleibt?
Eisvögel
Die beiden hatten gerade Revierstreitigkeiten. Etwa vier Wochen ging das schon so.

Ich bin der Meinung, dass die Weitergabe von Bewegungsdaten verboten werden muß.

Und das will ich noch kurz begründen:
  1. Es ist im Moment und für die nächsten paar Jahre unrealistisch zu glauben, dass unser Netz ohne Werbung finanziert werden kann, denn eine Umstellung auf Mikrobezahlungssysteme, falls die überhaupt realistisch sind (was ich nicht weiß), ist sicher nicht von heute auf morgen zu machen.
    Das heißt, am Erheben von Daten, auch zur zielgerichteteren Auslieferung von Werbung, führt im Moment kein Weg vorbei. Aber dass dabei Daten durch die ganze Welt gehen, muß nicht sein. Jemand, der Werbung auf seinen Seiten ausliefern will, kann auch die Verarbeitung gefälligst selber machen. Jemandem, der Geld verdienen will, kann man zumuten, die passende Werbung selbst auszuliefern - einschließlich solcher Unternehmen, die Schlagzeilen auf maximale Werbewirksamkeit "optimieren".
    Das Geschwafel, dass man das nicht selbst könne, ist völliger Unsinn (direkter gesagt, eine unverschämte Lüge). Statt die Daten an fremde Server zu geben, um sie da verarbeiten zu lassen, kann man sich die verarbeitenden Programme auch auf die eigenen Server holen.
  2. Es wäre dann zwar immer noch möglich, dass ein Webseitenbetreiber Daten weitergibt, aber diese dann kriminelle Handlung müßte er schon selber machen, und das ist etwas ganz Anderes, als billigend in Kauf zu nehmen, dass es Andere tun.
  3. Dann bestünde wenigstens theoretisch die Möglichkeit, bei einem Website-Betreiber mal einen Datenschutz-Audit zu machen. Denn so, wie es jetzt läuft, brauchen wir das gar nicht erst versuchen.

Dann mal zu Themen, die etwas mehr mit dem Forum zu tun hat, wenn auch nichts mit Fotografie.
Aal
Aal

Gamification



Alle paar Jahre schlägt mal wieder jemand vor, ich möchte doch Elemente einführen, die man auch bei Spielen oft findet. Das können Ranglisten oder Auszeichnungen/Badges sein (jeweils für die Benutzer).

Eine Fotografen-Rangliste gibt es "über meine Leiche". Ich halte ein gewisses Maß an Konkurrenz für gut, aber wir hatten hier schon Zeiten, in denen es damit übertrieben wurde. Deshalb möchte ich den Konkurrenzgedanken nicht noch anheizen, und das würden Fotografen-Ranglisten tun.

Außerdem geht es hier um Bilder, nicht um Fotografen, und für die Bilder haben wir Tophits und Wettbewerbe.

Auszeichnungen / Badges stehe ich aufgeschlossener gegenüber. Das sind eher harmlose Sachen, bei denen man im Profil dann den Hinweis findet, dass der Benutzer zum Beispiel eine Auszeichnung für das 50. Bild hochgeladen, den 1000. Kommentar geschrieben, den 2000. bekommen, 250 Bewertungen beim Wettbewerb abgeben hat, 20 mal immerhin schon nominiert worden ist, und so weiter.
Vermutlich hätte ich, wenn ich zu der Sorte Mensch gehörte, die an so etwas Spaß hat, das längst eingebaut, aber das ist nicht meine Sache.

Das könnte ich mir sogar vorstellen, denn das könnte eine Art sein, einige Benutzer zu mehr Aktivität zu verleiten. Viel verspreche ich mir davon nicht, aber ich bin da negativ voreingenommen, und zumindest sehe ich keine nennenswerte Nachteile.

Nur muß an der Stelle dann auch Schluß sein - keine Benutzerlevel nach Anzahl irgendwelcher erreichter Punkte, keine Vergleiche zwischen bestimmten Benutzern. Also eher "Du gehörst zu den 500 Benutzern, die in einem Monat mal 10 Kommentare geschrieben haben", als "Du bist der 25., dem das gelang".

Elemente anderer "social network"-Sites zu übernehmen, nur weil die irgendwo anders erfolgreich sind, ist nicht mein Ziel.

Aal
Etwas klareres Wasser, und das wäre ein gutes Bild geworden.

Gamification, ganz generell


Der Idee stand ich von Anfang an eher kritisch gegenüber. Ich sehe den möglichen Nutzen, nämlich die Steigerung der Motivation der Benutzer und eine Anpassung/Steuerung ihres Verhaltens (in dem Sinne, dass man positive Dinge belohnt). Nun möchte ich sicher, wie jeder andere Seitenbetreiber auch, das Verhalten der Benutzer ändern (mehr und im positiven Sinne kritischere Kommentare, um ein Beispiel zu nennen). Aber…

Solche Systeme funktionieren nur dann absolut korrekt, wenn einige Bedingungen erfüllt sind:
  1. es dürfen keine Verstärkungsschleifen auftreten, und
  2. es muß exakt nach den vom System vorausgesetzten Bewertungskriterien bewertet werden, und
  3. externe Interessen dürfen keinen Einfluß auf die Bewertungen haben.

Man kann solche Systeme nicht so ausbalancieren, dass sie völlig unempfindlich gegen Mißbrauch oder falsche Benutzung sind, ganz offensichtlich ist es auch schwer, sie gegen Formen von Mißbrauch oder falscher Benutzung zu wappnen, die erst in Zukunft ausgedacht werden, und ebenso offensichtlich ist es schwer bis unmöglich, sie nach dem Entdecken von Fehlern wieder anzupassen (sonst würde das ja mal irgendjemand erfolgreich getan haben).
Nehmen wir einfach mal die Programmierforen, in denen man Punkte für gute Antworten bekommt. Beispielsweise stelle ich da eine Frage zu einem Programmierproblem, jemand beantwortet sie, und ich (oder die Leser) belohnen die beste Antwort mit Punkten. Was kann da schon schief gehen?
  1. jemand könnte auf den Gedanken kommen, die beste Antwort zu einer ähnlichen Frage zu kopieren, um Punkte zu bekommen (tatsächlich scheint das in den Microsoft-Foren ein gängiger Weg zu sein, Arbeitgeber auf sich aufmerksam zu machen - und nach allem, was ich gesehen habe, ist das bei Stackoverflow mittlerweile auch so).
  2. jemand könnte eine Antwort verfassen, die nur funktioniert, wenn gerade kein Vollmond ist. Da werden dann Codeschnipsel verbreitet, die nur unter schlecht definierten Bedingungen zuverlässig arbeiten, und der Fragesteller könnte der Lösung, weil sie kürzer ist als eine bessere, die Punkte geben (ja, das passiert - kurz ist übersichtlich, verständlich, und unkompliziert. Man muß auch nicht so viel Zeit zum Lesen opfern).
  3. Im Zweifelsfall, also wenn zwei ziemlich gleichwertige Lösungen da sind, bekommt meist derjenige die Punkte, der die bessere Reputation hat - insbesondere dann, wenn die Reputation klar erkennbar ist.
Richtig: (III) ist eine Verstärkungsschleife, (I) sind externe Interessen, (II) ist ein Verstoß gegen die Bewertungskriterien.
Es geht also alles schief, was schief gehen kann.

Falls ihr wissen wollt, was ich von Codeschnipseln halte, die von diesen Plattformen stammen: Abstand.

Und bei Programmierforen fallen subjektive Kriterien wie der Geschmack oder Vorlieben für bestimmte Stile nicht so stark ins Gewicht wie in der Fotografie.
Randnotiz: (b) bedingt, dass die Benutzerzahl nicht schnell wächst, sonst hat man schnell die Situation, dass zu viele Neue da sind, die die Bewertungskriterien noch nicht verinnerlicht haben. An dieser Stelle grüße ich Advogato (RIP) und Stackoverflow (kommt noch).

Jahreswettbewerbe

Wenn ich schon mal dabei bin - hält jemand Jahreswettbewerbe für sinnvoll, so a la "Unterwasserbild des Jahres 2017"?

Ja, die Frage ist ernst gemeint.

Ich habe eine Meinung zu dem Thema, aber die ist von äußeren Einflüssen bestimmt.
Zander
Diesen Zander kennt ihr vielleicht ja schon.

Entwicklung des Forums


Ich hoffe, mit einer über 12 Monate geglätteten Statistik über die Entwicklung des Forums wieder zum Thema zurück zu finden:
Statistik über Aktivität
Legende nach Zahlenspalten: Neue Benutzer, aktive Benutzer, neue Bilder, neue Bilder pro aktivem Benutzer, neue Kommentare pro aktivem Benutzer

Wir haben hier also die unschöne Situation, dass die Zahl der aktiven Benutzer in 8 oder 10 Jahren gegen 0 laufen könnte (wobei Prognosen über solche Zeiträume fragwürdig sind). Das ist aus meiner Sicht der Dinge eher unerwünscht.

Es gibt für die Entwicklung sicher mehr als eine Ursache.

Ein Grund ist mit Sicherheit die Zunahme der Mobilgeräte. Tatsächlich hat die Abnahme der aktiven Benutzer seit Jahren etwa der Zunahme der Mobilgeräte entsprochen (in diesem Jahr mag sich das entkoppelt haben, oder die Zahlen von statscounter.com stimmen nicht mehr - deren Prozentsatz der Tablets ist mir zu niedrig, und ich frage mich, ob die eventuell große Tablets als Desktopgeräte werten).

Mittlerweile kann man das Forum relativ gut auf den Geräten betrachten, aber das war's dann auch. Kommentare schreiben? Bewerten? Bilder einstellen? Alles eher nicht so gut…

Sicher, es gibt bestimmt auch andere Ursachen. Beispielsweise einen Betreiber, der in diesem Jahr mehr fotografiert und weniger am Forum getan hat (andererseits hat er auch weniger Benutzer vergrault als sonst).

Und es gibt eher soziale Ursachen. In jedem Jahr gehen ein paar Leute im Streit. Das ist unvermeidlich.

Einige Leute gehen aber auch, weil sich hier ständig irgendwelche ahnungslosen, farbenblinden, geschmacksfreien Barbaren anmaßen, ihre Pixellupen und Gestaltungsschablonen an kreative Werke anzulegen (ja, das ist etwa der Originaltext). Okay, ich hätte mitfühlender sein können ("echt tragisch - man stelle sich das nur vor, ein Bilddiskussionsforum, in dem Kritik geübt wird" war nicht meine beste Leistung).

Ich fürchte, mit Schwund bei den Benutzern muß man leben. Manchmal kommen Menschen nicht miteinander aus, manchmal verlieren sie das Interesse am Hobby - und manchmal ist das Forum auch die falsche Plattform.
Karpfen
Wellen verursachen manchmal merkwürdige Effekte. Das Auge hätte gerne im Mittelpunkt sein dürfen, aber so war es eben kein Sechser mit Zusatzzahl, sondern nur ein Fünfer.

Die falsche Plattform, Teil 1

Warum aber ist das Forum die falsche Plattform? Warum bekomme ich einen Freund, der früher hier war, und mit der anderen Plattform, auf der er sich jetzt tummelt, offenbar unzufrieden ist, nicht dazu, hier mit zu machen?

Weil dieses Forum halt so funktioniert, dass man, um in den Tophits und Wettbewerben vorne dabei zu sein, oder viele Kommentare zu bekommen, also vielleicht einfacher gesagt, um nicht in der Menge unterzugehen, entweder mitmachen muß, also auch Anderen Kommentare schreiben muß und aktiv sein muß (Zeit investieren muß), oder mit dem Risiko leben muß, dass auch extrem gute Aufnahmen untergehen (auf der anderen Plattform geht er auch unter, aber da stört ihn nicht so sehr - möglicherweise weil die viel größer ist, oder weil er niemanden kennt, oder weil international, oder… egal)?

Nun ist es eigentlich nicht zu viel verlangt, hier ein paar Kommentare zu schreiben, wenn man Bilder hoch lädt, richtig?
Das sehe ich tatsächlich so. Aber offensichtlich kommt man hier, ohne dass man 100 Kommentare im Monat schreibt, und fürchterlich viel Zeit hier zubringt, nicht so richtig weit nach vorne.

Aber ist es tatsächlich so, dass man hier nur Erfolg hat, wenn man sich hier stark einbringt?

Wenn ich als Kriterium für Erfolg mal die Zahl der Minuten nehme, die Bilder eines Fotografen seit Mitte Juli 2017 in den Top10 gewesen sind (das ist eine Zahl, die ich leicht verfügbar habe), und dann mal die ersten 20 dieser Rangliste betrachte, dann kommen da zwischen 2,4 und 17 geschriebene Kommentare auf jeden Upload.

Ganz oben, in den Top5, haben wir Menschen, die zwischen 2,6 und 8,9 Kommentare pro eigenem Bild schreiben. Und bei näherem Betrachten dieser Fünf glaube ich ausschließen zu können, dass deren Erfolg auf der Kommentarzahl beruht.

Aber das oben sind natürlich ausnahmslos ziemlich aktive Leute, denn diese Liste ist nach der Summe der Minuten in den top10 sortiert, und damit ganz klar auf Seite der Vieluploader.

Gehe ich nach dem Mittelwert der Minuten in den Top 10, und werfe die Leute mit weniger als 4 Bildern raus, kommen für die Top 5 zwischen 3,3 und 97,5 Kommentare pro Upload heraus (ohne das dabei, oder bei den Top 20, eine Korrelation zwischen Abschneiden und Kommentarzahl sichtbar ist).

Aus meiner Sicht der Dinge ist die Behauptung, dass man hier sehr aktiv sein muß, um Erfolg zu haben, unzutreffend.

Natürlich *hilft* Aktivität. Sicher. Aber nicht mal ansatzweise so viel, wie gerne behauptet wird.

Ich könnte das jetzt mit Zahlenwüsten untermauern, aber der Text wird so schon lang genug.

Übrigens ist Platz 1 in der ersten Statistik in der zweiten auf Platz 30.

Auch die Sternchenvergabe ist nicht direkt für das Abschneiden der Bilder eines Fotografen verantwortlich, weder bei der Summe der Minuten in den Top 10 noch beim Mittelwert ist eine Korrelation zu den vom Fotografen vergebenen Sternen erkennbar.

Zusammenfassung:
Kann mit mit viel Aktivität hier viele Bilder in die Top10 kriegen? Ja, Voraussetzung dürfte aber sein, dass die Bilder ohnehin gut sind. Aber sehr gute Bilder zu zeigen, die den Geschmack der Leute treffen, reicht auch schon.
Krebse
Soziales Wohnen. Es sind übrigens 7, man sieht hier nur nicht alle.

Warum gute Bilder untergehen

Das ändert nichts daran, dass hier auch gute Bilder untergehen. In die Statistik eingeflossen sind ja nur die guten Bilder, die nicht untergegangen sind (Irreführung mit Statistiken ist gar nicht soooo schwer).

Und an dieser Stelle kann keine Statistik die Lösung bringen. Kein Automat kann sagen, ob ein Bild, das nie in die Top10 gekommen ist, es verdient gehabt hätte. Und Du und ich können das auch nicht sicher sagen, jedenfalls nicht für tausende Bilder.

Nebenbei bemerkt würde ich einer Statistik über meine Daten jetzt nicht trauen, denn ein paar der Leute, die hier ziemlich gut abschneiden, löschen ihre Bilder, die nicht ankommen, relativ zuverlässig.

Aber man kann eine Menge Gründe dafür finden, dass Bilder es nicht in die Top 20 (10, 30, ...) schaffen:
  • sie entsprechen nicht der aktuellen Mode.
  • sie sind Schrott.
  • das Vorschaubild ist so unattraktiv, dass man gar nicht erst darauf klickt.
  • die Bilder sind gut, die Betrachter sind doof.

Natürlich kann auch mal das Eine, mal das Andere der Fall sein.
Man kann aber auch der Meinung sein, dass jemand eine Regel gebrochen hat:
a) es dürfen keine Verstärkungsschleifen auftreten
Der Tophit-Block auf der Startseite ist eine Verstärkungsschleife, er schafft den Bildern mehr Aufmerksamkeit, die sowieso schon Aufmerksamkeit in Form von Sternen bekommen haben.

Nun habe ich den Block bewusst eingebaut, weil diese Startseite das Aushängeschild des Forums ist, und das Forum schon auf den ersten Blick eine gewisse Qualität zeigen sollte. Aber es ist gut möglich, dass ich es damit übertrieben habe, und dafür gesorgt habe, dass andere Bilder weiter nach unten rutschen und weniger Aufmerksamkeit bekommen.
Das müsste ich mal messen.

Aber insgesamt glaube ich, dass man damit leben muß, dass auch mal gute Bilder untergehen. Und ich denke, das wird überall so sein, nicht nur hier im Forum.
Aal
Was bist denn Du für einer?

Die falsche Plattform, Teil 2

Es gibt sicher noch andere Gründe, warum das Forum nicht für jeden die richtige Plattform ist.
  1. Zum Beispiel gibt es Leute, die es nicht leiden oder brauchen können, wenn ihre Bilder kritisiert werden. Dafür gibt es sowohl gute als auch schlechte Gründe. Im Grunde genommen kann ich den Wunsch gut verstehen, dass zumindest bestimmte Bilder nicht kritisiert werden.
    Beim Naturephotographers Network wird damit experimentiert, zwei unterschiedliche Bereiche für Bildkritik (nur für angemeldete Benutzer sichtbar) und kritikloses Bilderzeigen (für alle sichtbar, mit unkritischen Kommentaren) zu haben. So wie ich das bis jetzt verstehe, würde ich das so nicht nachahmen wollen. Aber vielleicht anders?
  2. Und es gibt Leute, die es einfach leid sind, dass man ihr Verhalten bei der Fotografie kritisiert. Umsetzung, Raupenzucht und Freilassung, Anludern, Mietansitze, die künstlichen Hintergründe, und so weiter.

    Ein Teil dieser Leute glaubt halt, genau *sie* könnten das so, dass es unbenklich ist, deshalb wäre es ja in Ordnung, das zu tun. Ja, das kann man so sehen. Auf der anderen Seite setzt man die Hemmschwelle für Andere damit herunter, um nicht zu sagen, man stachelt sie regelrecht an.

    Anderen ist es einfach egal - was ankommt, wird gemacht. Das ist eine Nebenwirkung des Forums, die mir so gar nicht schmeckt.
Köcherfliegenlarve
Eine Köcherfliegenlarve auf dem Weg nach oben.

Survival-Guide


Wenn man will, dass seine Bilder hier ankommen, gibt es ein paar Regeln, die so gut wie immer gelten:
Große Bilder einstellen
Es müssen sich nicht riesige Bilder sein, aber Minibildchen sehen auf großen Bildschirmen meist einfach verloren aus. Unter den 1000 Bildern, die in den letzten 15 Monaten am besten angekommen sind, hatten gerade mal 12 weniger als 900 Pixel in ihrer längeren Dimension.
Wasserzeichen dezent halten
Ich verstehe, dass man nicht möchte, dass Bilder geklaut werden. Aber wenn Du mit einem Wasserzeichen sicher stellst, dass ein Bild garantiert nicht geklaut wird, will es auch garantiert keiner betrachten. Es spricht nichts gegen dezente Wasserzeichen, aber die andere Sorte ist out.
Farbprofil: SRGB
Faustformel: SRGB im Netz, bessere Farbräume nur bei der Bearbeitung oder zum Drucken.
Regelmäßige Uploads
Der sicherste Weg, nicht vergessen zu werden, ist sich in Erinnerung zu bringen. Und der sicherste Weg, ein Gefühl dafür zu entwickeln, was ankommt und was nicht, ist eben, es auszuprobieren. Mit ein, zwei Bildern in der Woche bleibt man in Erinnerung. Die Aufmerksamkeitsspanne im Netz ist leider so.
Nicht zu viele Uploads
Faustformel: nicht mehr als ein Bild pro Tag.
Unterschiedliche Sachen zeigen
Faustformal: Nicht mehr als fünf Bilder binnen ein paar Wochen zum selben Thema (und noch weniger, wenn das Thema gerade sowieso Mode ist).
Kommentare schreiben
Wenn Du willst, dass Du Kommentare bekommst, musst Du auch welche schreiben. Wenn Du Dir nicht die Mühe machst, warum soll der Andere?
Sterne geben
Ich würde jetzt *so* gerne schreiben, dass es unwichtig ist… aber das wäre gelogen.
Es ist nicht unwichtig, ob Du selbst Sterne gibst. Hier sind so einige Benutzer, die ganz klar nach dem Prinzip "Du gibst mir Sterne, dann gebe ich Dir Sterne" handeln. Manche Menschen sind so. Du tust niemandem weh, wenn Du mit ein-Stern-Bewertungen freizügig bist (Schrott solltest Du sie nicht geben), nur mit den hohen Bewertungen solltest Du vorsichtiger umgehen. Der Andere sieht, dass Du Sterne gegeben hast, aber nicht, wie viele.
Du muß es nicht so machen, aber es macht die Sache leichter.
Angemessene Bearbeitung
Du tust Dir keinen Gefallen damit, wenn Du Bilder übermäßig bearbeitest (es gibt auch unter den Betrachtern Deiner Bilder, die es dezenter mögen), oder sie so ausreizt, dass Dein Monitor sie super darstellt (Deine Betrachter haben Bildschirme mit geringerer Qualität), und auch dann nicht, wenn Du es nicht kannst.
Auch wenn es mittlerweile oft nicht mehr geschrieben wird, aber vielen Betrachtern fallen Bearbeitungsfehler bewußt oder unbewußt auf. Bearbeitungsverstärktes Rauschen, übermäßige Weichzeichnung, Tonwertabrisse, Schärfungsartefakte, etc.
Für das andere Extrem gilt das auch: Wenn man Bilder nur verkleinert und sonst nicht bearbeitet, gehen sie bevorzugt unter.
Blatt
Ein einfaches Blatt, an der Wasseroberfläche gespiegelt, und dann gedreht, weil es mir so besser gefällt.

Statistiken


Bis letztes Jahr habe ich noch mit gewisser Faszination für mich eine Statistik gemacht, wie gut es den anderen Foren und solchen Dingen so geht. Die Quellen waren:
  • veröffentlichte Statistiken (ja, hier, ausschließlich),
  • Zählung der Seiten mit den neuen Bildern (naturephotographers, natur-portrait),
  • veröffentliche Mediendaten (für die Werbebranche) benutzt (View, FC),
  • Alexas Sessions per Month (Flickr, 500px).

Nun komme ich an Sessions per Month nicht mehr ran (unter $1000 pro Jahr jedenfalls), die Mediendaten zu suchen ist mir mittlerweile zu blöde geworden (wer ist denn dieses Jahr der Vermarkter, und wo versteckt er die Sachen nun?), naturephotographers hatte eine Systemumstellung und das Durchzählen ist eine Qual geworden, und Natur-Portrait ist ja bekanntlich tot.

In diesem Zusammenhang stelle ich mir seit langem eine Frage: was gibt es da eigentlich zu verbergen? Ihr seid doch alle so erfolgreich, oder?

Mehr schreibe ich dazu nicht. Versprochen.
Wasserläufer bei der Eiablage
Insektenvermehrung: Wasserläufer bei der Eiablage.
Eng geschnitten, damit man die durchsichtigen Eier besser erkennen kann.

Insektensterben


Quelle 1: https://www.arte.tv/de/videos/077368-000-A/das-grosse-insektensterben/
Quelle 2: https://www.spektrum.de/kolumne/der-globale-insektenzusammenbruch/1611020

Das Insektensterben hat ja in letzter Zeit für Schlagzeilen gesorgt. Ich will jetzt hier keinen Artikel darüber schreiben, auch das Thema es sicher wert wäre.

Aber einige Dinge möchte ich dazu los werden:
  1. Viele der Studien basieren auf Daten, die bereits ein paar Jahre alt sind. Die 2015 veröffentlichte und 2017 bekannte gewordene Krefelder Studie hatte den Titel "Ermittlung der Biomassen flugaktiver Insekten im Naturschutzgebiet Orbroicher Bruch in den Jahren 1989 und 2013". Die vor ein paar Monaten veröffentlichte Studie "Climate-driven declines in arthropod abundance restructure a rainforest food web" analysiert zwischen 1976 und 2012 gesammelte Daten.
    • Es ist möglich, dass die Lage mittlerweile noch deutlich schlimmer ist.
    • Es ist wahrscheinlich, dass der Trend negativ ist. Das bedeutet, dass es in den nächsten Jahren noch schlimmer wird.
    • Es ist auch möglich, dass uns die Insektenfresser demnächst verhungern.
    Jetzt nach der Politik zu rufen ist sicher gut, wird aber nicht so schnell helfen. Nicht nur, weil die Politiker damit beschäftigt sind, die Dieselindustrie zu retten, sondern auch, weil es nicht *die* erkennbare Ursache gibt, die man schnell abstellen könnte (wobei "schnell" und "Politik" sowieso nicht zusammenpassen, es sei denn, auf der anderen Seite der Erde wird bewiesen, dass man Atomkraftwerke in einem Erdbebengebiet auch so bauen kann, dass sie nicht erdbebensicher sind).

    Nein, ich schätze, da wäre es kurz- und mittelfristig sinnvoller, wenn *wir*, jeder Einzelne für sich, darauf verzichten würden, die Situation noch schlimmer zu machen, in dem wir die Umwelt noch weiter belasten.

    Grundsätzlich ist das sowieso eine gute Idee. Wobei sich die Frage stellt, warum man das nicht sowieso schon lange tut.
  2. Wie kommt es eigentlich, dass eine 2015 veröffentlichte Studie im Jahr 2017 erst Aufmerksamkeit erhält?

    Die Frage ist nicht, warum sie im Jahr 2017 Aufmerksamkeit erhielt - die Ursache dürfte der Wahlkampf sein.
    Warum nicht 2015 oder 2016?

    • Ist es, weil die Politik nicht in der Lage ist, mehr als ein paar wenige Themen gleichzeitig zu behandeln?
    • Ist es, weil es zu unglaubwürdig wäre, Diesel und Insekten gleichzeitig zu retten?
    • Ist es, weil die Politik auf gar keinen Fall den Bürger verschrecken will? Uns geht doch gut wie nie…
    • Ist es, was man dem Vogel Strauß nachsagt? (nur damit ich daran schuld bin, dass sich diese Fehlinformation weiter verbreitet: Bei Gefahr fliehen Strauße, falls sie nicht austreten. Der Tritt soll stark genug sein, um Löwen umzubringen)
    Aber war auch immer der Grund ist: Ich sehe da ein Totalversagen der Presse.

    Nein, halt, bitte korrekt lesen - ich schrieb nicht "kleiner Fehler, der mal passieren kann". Ich schrieb Totalversagen. Und ich meinte Totalversagen. Aus gesamtgesellschaftlicher Sicht ist es nicht die Aufgabe der Journalisten und der Presse, besonders werbeträchtige Schlagzeilen zu schreiben, oder Pressemitteilungen und Agenturbeiträge unkommentiert zu verbreiten, und sich dafür noch bestechen zu lassen (Rentenbeitrag für Zeitungszusteller, zum Beispiel), sondern Informationen zu verbreiten.

    Natürlich *müssen* Journalisten und ihre Arbeitgeber/Auftraggeber nicht so handeln, wie ich das für richtig halte, aber ich glaube, da schafft sich eine Branche ab. Wie viel Prozent der Artikel werden mittlerweile von Automaten geschrieben? (https://www.sueddeutsche.de/ku [verkürzt] nz-robo-journalismus-1.3921660) Da ist noch Potential nach oben. Früher hätte ich diese Entwicklung bedauert. Heute?

    In dem Zusammenhang noch ein Hinweis: Medien, die nicht zur klassischen Presse gehören (der Rest des Internets, sozusagen) haben auch zwei Jahre geschlafen.
  3. Nochmal zu der Studie: Als ich noch ganz unerfahren war, hatte ich mal angenommen, dass die Naturschutzorganisationen in so einer Studie ein gefundenes Fressen sehen würden.

    Heute denke ich, dass dort alles ignoriert wird, was nicht in die Kampagnenpläne für die nächsten Jahre passt. Falls ich damit falsch liegen sollte, bitte ich um Korrekturen, aber bitte mit Beispielen. Ich würde mich freuen, wenn ich falsch läge.
  4. Gerade von uns hier im Forum, mit Ausnahme der Jüngsten, kann niemand behaupten, dass er oder sie nicht vor 2017 gewusst hat, dass die Insektenmasse in den Fotorevieren gewaltig abgenommen hat. Wir haben es gewusst, wenn auch ohne Zahlen.

    Wer von uns hat mehr unternommen als bei den Fotokollegen zu klagen?

    Denke mal darüber nach.

    Fertig? Gut. Dann denke doch bitte darüber nach, was Du mit der Fotografie erreichen willst.

    Wenn es Dein Ziel ist, schöne Bilder zu machen - okay, alles in Ordnung. Vielleicht solltest Du darüber nachdenken, ob Du es in 10 Jahren auch noch können willst, aber das ist jetzt nicht das Thema.

    Wenn Du "zu einem besseren Verständnis der Natur beitragen und für ihren Schutz werben" willst, dann… ja, dann willkommen im Kreis derer, die definitiv mehr hätten tun sollen / können / müssen.

    Ich habe den zitierten Satzteil von der GDT geklaut, nicht etwa weil ich die GDT anklagen oder kritisieren will, sondern weil er sehr gut beschreibt, was so viele von uns, in oder außerhalb der GDT, behaupten erreichen zu wollen.

    Wir erreichen das Ziel aber nicht. Um genau zu sein versuchen wir es nicht mal ernsthaft.

    Die Selbstzerstörung der Menschheit ist ganz großes Kino. Wenn man auf Tragödien steht, zumindest.


An dieser Stelle möchte ich Allen danken, die hier mit machen, und euch eine frohe Weihnachtszeit wünschen.

Gruß, Uwe
Baumrindenausschnitt
Für Silke.
Autor: ©
Eingestellt:
Aufgenommen: 2018-05-27
Dokumentarischer Anspruch: Ja ?
Fotografischer Anspruch: Fortgeschritten ?
Technische Angaben: zeigen
Dateigröße: 672.2 kB, 1333 x 1000 Pixel.
Technik:
Oberstes Bild:

Olympus XZ-1, 6mm (entsprechend 28mm Kleinbild)
1/80 Sek., f/2.2, ISO 100
Belichtungsautomatik, Automatischer Weißabgleich
Bearbeitung: Ralf Kistowski

Die anderen Bilder sind entweder mit der Oly (Unterwasser), dem Smartphone (Parkhaus) oder der Panasonic FZ-300 gemacht worden. Bearbeitung: ich.

Alle Bilder sind aus der ersten Hälfte 2018.
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