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© Andreas Wronna
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Liebes Forum,

für den Monat Juni habe ich mir in diesem Jahr fest vorgenommen mich auf Azurjungfern zu konzentrieren. Ein Highlight waren Mond Azurjungfern zu Beginndes Monats als ich im Nordn der Republik unterwegs war, um meine Eltern zu besuchen. Ein weiteres Highlight stand heute bevor. Ein mal im Jahr besuche ich die "Seltenste Libelle auf dem Kontinent" wie Jens Kählert einmal treffend formuliert hatte. Es handelt sich um "Bileks Azurjungfer" (Coenagrion hylas). Sie gilt in Deutschland seit Jahrzehnten ausgestorben bzw. verschollen. Ich schreibe bewust "gilt", weil ich die Hoffnungen noch nicht ganz aufgegeben habe...

Bericht vom meinem diesjährigen Hylas-Tag: Leider war an der empfindlichen Ufervegetation, aus der ich mich generell heraus halte zu sehen, dass in dieser Saison bereits weniger umsichtige Libellenfreune vor Ort waren. Schade, denn auf hinter dem schmalen Uferstreifen gelingen auf dem kargen Gelände aus meiner Sicht die besseren Aufnahmen, wenn man die nötige Geduld und das nötige Interesse am Verhalten dieser Libellen mitbringt.
Als die Libellen nach und nach sich am Gewässer einstellten, war es anfangs so gut wie unmöglich ein Bild zu machen, weil sie erstmal mit der Nahrungssuche besschäftigt sind. Dabei sind sie nahezu ununterbrochen am Fliegen. Wenn sich dann doch einmal eine hinsetzt. Dann wird sie nach wenigen Sekunden von Artgenossen wieder aufgescheucht. Erst nach und nach, als eine Stunde der Verzweiflung vergangen war, ging das Frühstück in die Paarung über. Mit der Zeit fanden sich mehr und mehr Tandems und Paarungsräder. Das ist die Chance für den Fotografen. Denn insbesondere wenn sie ein Paarungsrad bilden, sind die beiden so beschäftigt, dann man vernünftige Aufnahmen machen kann. Noch dazu entfernen sich die Paarenden etwas von der Wasserlinie (wenige Meter) weil sie sort vor Belästigungen ihrer Artgenossen sicherer sind. Und genau dort richtet der Fotograf auch am wenigsten Schaden an. Das Gelingen solcher Aufnahmen ist eine Frage des Wettes und des Timings im weiteren und engeren Sinne. Zum einen ist die Flugzeit dieser Libellen nur ein paar Wochen. Zum anderen erscheinen diese Libellen erst gegen 10:00 Uhr am Wasser und verschwinden ab 14:00 Uhr wieder. Die Parrungen finden nach meinen Erfahrungen bei "bestem" Licht in der Mittagszeit zwischen 12:00 und 13:00 Uhr statt. Das ganze Schauspiel ist stark vom Sonnenschein abhängig. Selbst wenn es heiter ist und sich Wolken vor die Sonne schieben, dann verdünnisieren sich die kleinen Blauen Stäbchen im nu. Genau diese speziellen Dinge, faszinieren mich an dieser Art ganz besonders.

Nun zum Titel des Bildes: Diese Szene wird mit Verlaub wohl kaum jemand aus der Schublade ziehen können, denn hier handelt es sich um ein artbedingtes sehr seltenes Versehen. Das Hylas-Männchen hat sich ein Weibchen der Becher Azurjungfer "gekrallt". Das hat ihr gar nicht gefallen. Die Kopulationsversuche scheiterten und am Ende haben sich die beiden wieder getrennt. An diesem Gewässer ist die Libellenwelt auf den Kopf gestellt. Von 100 Kleinlibellen sind 90 Stück Hylas, 9 Stück Frühe Adonislibellen und nicht mal eine von Hundert ist eine Becher Azurjungfer. Das klingt erstmal komisch, ist aber nun mal so...

Ihr merkt meinen viel zu langen Ausführungen an, dass ich vor Begeisterung von meinem Hylas Tag Funken sprühe. Nach drei Stunden Fotosession fangen die kleinen blauen Stäbchen an, vor den müden Augen zu verschwimmen. Dann ist es Zeit mit einer Karte voller Bilder den Heimweg anzutreten. Diese Aufnahmen gewinnen keinen Schöheitspreis, trotzdem bin ich schon ein wenig stolz drauf...

Viele Grüße: Andreas

Autor: ©
Eingestellt:
Aufgenommen: 2015-06-26
Dokumentarischer Anspruch: Ja ?
Fotografischer Anspruch: Fortgeschritten ?
Technische Angaben: zeigen
Dateigröße: 370.5 kB, 667 x 1000 Pixel.
Technik:
Aus der Hand, Digitale SLR, Makroobjektiv 150mm, ISO 200, f=6,3, 1/320 Sek
Ansichten: 67 durch Benutzer, 151 durch Gäste
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GebietÖsterreich
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