DANEBEN....
© Thorsten Stegmann
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Kategorie: FF = "Falscher Fokus" oder auch WWF = "Weg-Werf-Format" ;-))

Eigentlich ein erstklassiger "Del-Kandidat", wäre da nicht dieses Insekt im Bild und wäre es nicht meine einzige Aufnahme, die ich gemacht hätte... Diese Erzwespe (Leucospis gigas) habe ich in Griechenland fotografiert, es glückte nur ein einziger, schneller Versuch, dann war sie "wech"... :-( [Aber das weiß mal ja leider vorher nicht...]

Ich möchte daher mal fragen, wie Ihr das so seht/macht:
Löscht Ihr ein solches Bild (mit einem ungewöhnlichen Motiv), weil die Bedingungen schlecht waren und leider in der Hektik nix Besseres bei raus kam, als ein Bild mit "erheblichem Potenzial" in diverse Richtungen, insbesondere was den Fokus/Schärfebereich angeht??? Oder "hütet" Ihr (so wie ich) diese Ergebnisse DENNOCH wie einen "Schatz", bis sich vielleicht mal eine bessere Möglichkeit ergibt... die aber auch oft zeitlebens ausbleiben kann...?

REINE Interessensfrage!! Bitte, bitte keine "Grundsatzdiskussion"! :-)


Der Vollständigkeit halber noch ein bisschen "aus dem biologischen Nähkästchen" geplaudert (für jene, die sich für dieses Tier interessieren):

Die Erzwespe (Leucospis gigas) ist ca. 2cm groß und parasitiert an Mörtelbienen (Fam. Megachilidae, im speziellen an Megachile parietina). Sie ist in Deutschland wohl ausgestorben. Männchen dieser Art sind nur äußerst selten gefunden worden. Sie vermehren sich daher (wohl) fast ausschließlich parthenogenetisch ("Jungfernzeugung" - die Weibchen legen unbefruchtete Eier aus denen sich dann natürlich auch wieder nur Weibchen entwickeln können).
Sie erscheinen im Juni, nachdem die Wirte ihre Nester fertiggestellt haben. Die Oberfläche der sehr harten Mörtelbienen-Bauten wird genauestens mit den Antennen betrillert und dabei (geruchlich geleitet) nach feinsten Spalten abgesucht. Fündig geworden, fahren sie den langen, äußerst kompliziert gebauten Legestachel in den Mörtelbienenbau ein, um ein Ei abzulegen (leider sieht man es hier nicht so gut, aber der Legestachel wird in Ruhestellung über den Hinterleib nach vorne gelegt gehalten). Bei der Ablage gibt es oft Raufereien zwischen mehreren an Ort und Stelle anwesenden Erzwespen, wobei die Konkurrentinnen versuchen, sich gegenseitig mit den bewehrten Hinterbeinen zu fassen (die man nun leider auch wiederum nicht so gut erkennt...). Die Larve verspeist die Wirtslarve (gegebenenfalls auch Eier und Larven der eigenen Art). Mörtelbienen bauen komplexe Lehmnester, die an Felsen und dgl. geklebt werden, dabei sind sie gewöhnlich recht gesellig, so dass sich stets auch unparasitierte Mörtelbienen entwicklen - was für die Erzwespen auch wichtig ist: Die geschlüpften Erzwespen können den Bau nämlich nur verlassen, wenn vor ihnen Mörtelbienen geschlüpft sind und eine Öffnung geschaffen haben. Sie selbst sind wohl anscheinend nicht in der Lage mit ihren schwachen Kiefern den sehr festen Bau einer Mörtelbiene von innen zu öffnen.

Soviel dazu :-)

Grüße, Thorsten
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